Mittwoch, 25. Juli 2018

Over the Moon - Samantha Joyce

Rezension zu Over the Moon - Liebe wie im Film"
von Samantha Joyce


Paperback, 336 Seiten
Goldmann Verlag (16. Juli 2018)
ISBN: 9783442486724
Preis: 12,00 €
Originaltitel: Dealing in Deception

Band 2 von 2 (auch unabhängig lesbar)

Worum geht's?


Veronica arbeitet als Auftragsschauspielerin: Je nach Problem ihrer Kunden schlüpft sie in jede Rolle, macht Ex-Freundinnen eifersüchtig oder Geschäftsvorhaben erfolgreich. Aus dem erstem Grund wird sie von Baxter Lintons Freund Scott engagiert, aus dem zweiten empfiehlt der sie an Bax weiter.
Von seiner Verlobten kurz vor der Hochzeit sitzengelassen, dreht sich Bax Leben nur noch um seinen Hund Ari und das Obdachlosenheim, in dem er ehrenamtlich arbeitet. Um das Leben derjenigen, die ihm dort täglich begegnen, zu erleichtern, hat er eine Decke entwickelt, die Menschen auf der Straße selbst im Winter warmhalten kann. Nur will niemand in seine Erfindung investieren. Ob er diese unerträglich arrogante Veronica beauftragen sollte, ihm zu helfen?

Was mich neugierig gemacht hat:


Veronica war praktisch die „Böse" im ersten Teil der Reihe, und schon da habe ich mich gefragt, wie ihre Vergangenheit aussehen mag und was in ihr vorgeht. So habe ich mich sehr gefreut, dass auch ihre Geschichte den Weg auf den deutschen Buchmarkt gefunden hat.
Samantha Joyce ist eine großartige Liebesromanautorin, die Leichtigkeit und Witz sehr gut mit ernsten Themen verweben kann.

Schade ist mal wieder, dass weder Titel noch Cover viel Bezug zum Buch haben und die dargestellen Personen nicht auf die Beschreibungen von Veronica und Bax passen.
 

Wie es mir gefallen hat:


Der Einstieg ins Buch hat mich sofort überzeugt - Veronica und Baxter erzählen im Wechsel aus der Ich-Perspektive und geben eine spannende Kombi ab.
Veronica ist mal etwas anderes als die Graue-Maus-Protagonistinnen, die plötzlich das große Los ziehen. Sie ist tough, weiß, was sie will, und verdrängt sehr entschlossen, dass sie im tiefsten Innern einsam ist. Sie versteckt sich hinter immer wieder neuen Namen, lässt sich von reichen Männern abschleppen und lässt sich für ihre Aufträge gut bezahlen.
Baxter würde am liebsten die Welt retten und lässt sich von einer hübschen Fassade nicht so schnell beeindrucken.
Knistern, Schlagabtäusche und viele Situationen zum Schmunzeln sind bei diesen beiden gegensätzlichen Persönlichkeiten vorprogrammiert.
Auch mit Elise aus „Among the Stars" gibt es das eine oder andere Wiedersehen, was ich bei solchen Buchreihen immer schön finde. 

Wie der Auftrag, einen Investor für Baxter an Land zu ziehen, Veronicas Leben durcheinanderwirbelt, und Baxter an seine Grenzen gehen muss, um sein Ziel zu erreichen, ist sehr gut umgesetzt. Die Liebesgeschichte entwickelt sich nicht zu schnell und ist wundervoll romantisch.

Gegen Ende hat die Geschichte für mich leider etwas an Zugkraft verloren.
Ähnlich wie bei Elises Geschichte liegt die größte Schwäche des Buches in dem Geheimnis um die Vergangenheit der Protagonistin. Es dauert lange, bis der Leser erfährt, woher sie kommt und was sie erleben musste - das Ganze wird durch ein leider extrem unglaubwürdiges Ereignis aufgerollt.
Zu einem Punkt, an dem der Ausgang bereits klar vorhersehbar ist, gibt es darüber hinaus noch einige unnötige Schleifen in der Handlung, die zudem auf ebenfalls sehr unwahrscheinlichen Zufällen aufbauen. In einer Stadt wie Washington D.C. kann man unmöglich immer zum richtigen Zeitpunkt den passenden Personen über den Weg laufen.
Die dramatischen Elemente sind - selbst für das Genre, bei dem das ja zu einem gewissen Grad einfach dazugehört - einfach etwas zu sehr aufgebauscht worden.
Trotz dieses Minuspunkts ist das Buch eine tolle Wohlfühllektüre mit vielen mitreißenden Szenen, die ich sehr gern gelesen habe.

(Für wen) Lohnt es sich?


Ich gebe eine klare Empfehlung für alle Fans von „Among the Stars", aber auch Neueinsteiger, die humorvolle und romantische Geschichten mit viel Drama mögen, werden hier auf ihre Kosten kommen. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig. Da Charaktere aus dem ersten Teil aber am Rande wieder in Erscheinung treten und man erfährt, wie es für sie weitergeht, sollte man, wenn man das „Komplettpaket" lesen möchte, die richtige Reihenfolge einhalten.

In einem Satz:


„Over the Moon" punktet mit einer spannenden Charakterkonstellation, Romantik, Humor und dem richtigen Maß an Tiefgründigkeit; bis auf einzelne zu sehr an den Haaren herbeigezogene Nebenstränge der Handlung ist Samantha Joyce wieder eine schöne Geschichte gelungen.

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag! 

Samstag, 21. Juli 2018

Hyde - Antje Wagner

Rezension zu „Hyde“ von Antje Wagner

HC, 408 S.
Verlag: Beltz&Gelberg (10. Juli 2018)
ISBN: 978-3-407-75435-6
Preis: 17,95 €
Einteiler


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Heute stelle ausnahmsweise mal ich, Miriam, ein Buch vor und zwar „Hyde“ von Antje Wagner.

Wenn ich „Hyde“ mit einem Gemälde vergleichen sollte, dann würde ich entweder eins von Henri Rousseau, Odilon Redon oder Max Ernst wählen. Am besten eine Mischung aus allen dreien (die Farben von Rousseau, die Atmosphäre von Redon und die Dynamik von Ernst).
„Hyde“ ist kein gewöhnlicher Jugendroman,  hat weder eine gewöhnliche Protagonistin, noch einen gewöhnlichen  Erzählstil. Darauf sollte man vorbereitet sein. Nachdem ich bereits „Vakuum“ und „Unland“ von Antje Wagner gelesen und geliebt habe, hatte ich schon vor Lesebeginn das Gefühl, es hier mit einem besonderen Buch zu tun zu haben. Und ich wurde absolut nicht enttäuscht.

Tatsächlich ist es schwierig, etwas über den Inhalt zu verraten. Schon der Klappentext mutet ja recht kryptisch an und das ist auch gut so. Denn nur auf diese Weise kann Katrinas faszinierende Geschichte sich voll entfalten. 
Wenn schon nicht zum Inhalt, so möchte ich doch ein paar Hinweise zur Protagonistin geben. Katrina vor nicht allzu langer Zeit volljährig geworden, hat eine Ausbildung zur Tischlerin gemacht und ist nun auf der Walz. Zu Beginn von „Hyde“ wird man in das Geschehen hineingeworfen und erst allmählich stößt man auf Orientierungspunkte und lernt, sich zurechtzufinden in dem aufwühlenden Chaos, das Katrinas Leben war und jetzt noch ist. Katrina ist niemand, der viel von sich preisgibt, auch dem Leser gegenüber nicht. Mit dieser Unnahbarkeit habe ich mich stellenweise durchaus schwer getan, weil ich jemand bin, der schnell ungeduldig wird, aber letzten Endes war es sehr gut, dass Katrina mich so lange hat zappeln lassen. Sie erzählt ihre Geschichte wohldurchdacht. Es ist, als würde sie dem Leser ein Glas Wein reichen, ihn aber immer nur einen kleinen Schluck trinken lassen mit dem Hinweis „Genieß es und kipp nicht gleich alles hinunter, sonst bist du direkt betrunken und hast nichts mehr davon“.

Anfänglich habe ich etwas Zeit gebraucht, um mich an den Erzählstil zu gewöhnen, wobei ich ihn immer und immer mehr zu mögen begonnen habe. Einerseits erfahren wir, was gegenwärtig passiert, andererseits werden diese Passagen immer wieder mit vergangenem Geschehen unterfüttert. Neugier, Erkenntnis, Unbehagen und Entsetzen nehmen so gleichermaßen stetig zu. Als Leser dringen wir immer tiefer in das Dickicht ein, dass Katrinas Leben und auch das Rätsel um Hyde, ihre ehemalige Heimat, umgibt. Tatsächlich habe ich einiges vorausgeahnt, aber gerade das hat ja auch seinen Reiz. Man fängt an, mehr und mehr zu spekulieren und klar – manchmal ist man auf der richtigen Fährte und bei der ein oder anderen Auflösung nicht mehr so überrascht, bei anderen dann jedoch umso mehr. 

Für mich war „Hyde“ eins dieser Bücher, das man widerwillig aus der Hand legt, weil es spät geworden ist oder man noch etwas schaffen muss, obwohl man eigentlich viel lieber weiterlesen möchte. Da das Buch in viele einzelne Abschnitte gegliedert ist, gerade durch den Wechsel zwischen Jetztzeit und Vergangenheit, könnte man es jederzeit beiseitelegen, genauso gut aber immer und immer weiter in die Geschichte vordringen (á la „Komm, ein Abschnitt geht noch“).
      
Die Sprache ist wunderschön, hat poetische Momente, findet treffsichere Formulierungen und transportiert etwas von Katrinas Persönlichkeit, dass sie dem Leser nicht so unmittelbar zeigen kann und vielleicht auch nicht will. Durch die Sprache offenbart sie sich unbewusst. Trotz Bildhaftigkeit hängt man sich beim Lesen nicht am Sprachstil auf, sondern er lässt einen ganz im Gegenteil noch viel mehr sehen als die Handlung an sich.  
 

Alles in allem habe ich selten einen Roman mit einer solch authentischen, interessanten Protagonistin gelesen und ich wünschte, jede Geschichte wäre so feinfühlig erzählt wie ihre. Obwohl ich „Hyde“ sehr gern in mich hineingeschlungen habe, bin ich im Nachhinein von manchen Plotelementen noch immer nicht gänzlich überzeugt und habe auch noch immer am Ende zu knabbern. An manchen Stellen habe ich gedacht, ein paar weniger Wirrungen und Seitenwege hätten der Geschichte vielleicht gutgetan, weil ich hier und da das Gefühl hatte, dass die Konzentration etwas zerfasert, aber andererseits weiß ich auch nicht, was man hätte streichen sollen. Zumal das ganze Buch wahnsinnig gut durchkomponiert ist (widerspreche ich mir gerade selbst? ;) ).  
   
Wem möchte ich „Hyde“ ans Herz legen? Grundsätzlich jedem, der auf der Suche nach Ungewöhnlichem, durchaus Verstörendem und nicht leicht Verdaulichem ist. Wer absolut nichts mit Mystery anzufangen weiß oder nicht mit sperrigen Charakteren auskommt, sollte besser die Finger davon lassen.
Ich für meinen Teil habe mich gefreut, dieses Buch lesen zu dürfen.

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich herzlich beim Verlag und bei der Autorin
 



Sonntag, 8. Juli 2018

Cecilia - Anna Nigra

  Rezension zu
„Cecilia - Wenn die Sterne Schleier tragen"
von Anna Nigra


Klappenbroschur, 399 Seiten
Verlag: A TREE & A VALLEY (5. Juli 2018)
ISBN: 9783947357062
Preis: 13,99 €
Band 1 von 3

Worum geht's?


Cecilia ist außer sich: Sie muss ihr geliebtes Heimatstädtchen in den Bergen verlassen und an den Königshof von Europa gehen - um den Kronprinzen Noran zu heiraten, mit dem sie vor allem ungute Erinnerungen an Juckpulver in ihrem Pyjama verbindet! Doch schon bald nach ihrer Ankunft stellt sie voller Erleichterung fest, dass aus dem nervigen kleinen Jungen ein attraktiver und einfühlsamer junger Mann geworden ist. Doch nicht nur aus ihm: Da gibt es auch noch seinen jüngeren Bruder Elias, auf den ihre Schwester Marissa sofort ein Auge wirft. Allerdings scheint er sich nur für eine zu interessieren: Cecilia.
Lia wird vor zwei schwere Herausforderungen gestellt: ihr Gefühlschaos nicht die Oberhand gewinnen zu lassen und herauszufinden, was es wirklich damit auf sich hat, dass sie um jeden Preis Königin werden soll ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Bei dem Buch war es eine Entscheidung innerhalb weniger Sekunden: Muss ich lesen! Die schöne Gestaltung mit dem Spielkartenmotiv und dem hübschen Heißluftballon auf der Rückseite, das royale Setting, die angekündigte Intrige und Cecilias Dilemma haben mich sehr gereizt, und ich habe mich riesig gefreut, als das Buch im Briefkasten war.
 

Wie es mir gefallen hat:


Ich werde dieses Buch immer mit wunderbaren Sommerstunden im Garten meiner Eltern verbinden, wo ich dann auch das große Finale dieses Reihenauftakts gelesen habe. Als Lektüre zum Abschalten und Träumen eignet sich „Cecilia" wirklich perfekt!
Im Voraus war ich mir nicht ganz sicher, was mich erwarten würde: eine Dystopie voller politischer Verstrickungen? Oder würde eher eine humorvolle, aber auch dramatische Selbstfindungs- und Liebesgeschichte im Vordergrund stehen?
Für den ersten Band gilt insgesamt Letzteres. Cecilia findet (noch) nicht viele Antworten und es gibt vorerst nur wenige Hinweise auf die Vergangenheit und die Hintergründe der Welt, in der sich die Handlung abspielt. Diese sind aber sehr interessant und fügen sich gut in das Geschehen ein.

„Manchmal ist es leichter, ein Land zu regieren, als das eigene Herz zu verstehen" ist die Feststellung, die den Klappentext einleitet. Genau das ist programmatisch für das Buch zu verstehen: Cecilia hat sehr mit ihren widerstreitenden Gefühlen zu kämpfen, wodurch die großen Zusammenhänge für sie zunächst nicht an ihre persönliche Zwickmühle heranreichen.
Ab und zu hätte ich mir gewünscht, dass sie etwas reflektierter und einsichtiger gewesen wäre - mit ihrem Verhalten war sie ihrer Schwester und sowohl Noran als auch Elias gegenüber nicht wirklich fair. Natürlich ist sie jung und mit einer beängstigenden Situation konfrontiert, doch an manchen Punkten erschien sie mir ein wenig zu naiv.

Im Rückblick treten besonders die Szenen zwischen Cecilia und Elias hervor, die von viel Atmosphäre und Energie geprägt sind. Da ich bisher Team Noran bin, hätte ich mir dasselbe noch etwas mehr auch für ihn gewünscht. Er erscheint insgesamt noch etwas verschlossen.
Auch bei Marissa hoffe ich, dass sie und die Beziehung zu ihrer Schwester in den Folgebänden noch etwas mehr Raum bekommen, weil die Konflikte zwischen den beiden sich bestimmt irgendwann entladen werden.
Von den Nebencharakteren sind außerdem noch unbedingt die fiese Philippa (über die ich an dieser Stelle noch nichts verraten möchte) und deren Vater zu erwähnen, ein Minister, der mich ziemlich zum Schmunzeln gebracht hat.
Interessant ist außerdem Lias Onkel Dan, mit dem es mit Sicherheit ein Wiedersehen in Band 2 geben wird.

Kurzum: Ich vergebe sehr gute 4,5 Sterne und bin gespannt auf den zweiten Band!

(Für wen) Lohnt es sich?


Das Buch bietet vor allem jungen Erwachsenen (und natürlich allen Junggebliebenen) tolle Unterhaltung mit vielen Schmetterlingen im Bauch, Herzschmerz und einer geheimnisvollen Verschwörung im Hintergrund. Die Handlung des ersten Bandes verläuft eher ruhig und konzentriert sich auf Cecilias Gefühlswelt. Wer sich einen Fokus auf die dystopischen Elemente wünscht, könnte hier ein wenig enttäuscht sein. Darüber hinaus sollte man einer komplizierten Dreiecksgeschichte gegenüber natürlich nicht abgeneigt sein.

In einem Satz:


„Cecilia - Wenn die Sterne Schleier tragen" ist eine lockerleichte, royal-romantische Geschichte mit viel Gefühlschaos, die mit einem fulminanten Cliffhanger eine spannungsgeladene Fortsetzung verspricht.

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag! 

Samstag, 30. Juni 2018

Halbjahresstatistik 2018

Der Vollständigkeit halber und weil ich es immer wieder schön finde, eine kompakte Übersicht zu haben - hier die Juni-Halbjahresstatistik :)

Seit Januar habe ich 23 Bücher gelesen und damit vier mehr als im Vorjahr.
So weit gibt es von diesem Jahr
16 Rezensionen.

Diese Bücher sind für 2018 bisher meine Top 3

Platz 3: Tanz meine Seele, Kira Minttu
Ein Roman über die Liebe - zu Katzen, zu Menschen, zu dem, was man gern tut, und zu sich selbst - mit einer Protagonistin, die viel stärker ist, als sie ahnt.
Zur Rezension



Platz 2: Palace of Glass, C. E. Bernard
„Palace of Glass" ist schillernd, actionreich, romantisch und macht definitiv Lust auf mehr. 
Zur Rezension

Platz 1: Das Motel der vergessenen Träume, Katie Ganshert

Warmherzig, modern und ohne jeden moralischen Zeigefinger - „Das Motel der vergessenen Träume" ist ein Roman mitten aus dem Leben, der sich nicht nur an ein christliches Publikum wendet.

Besonders gut gefallen haben mir außerdem:



Der größte Flop, den ich in diesem Halbjahr dabei hatte, war für mich
Immerwelt" von Gena Showalter. Leider - denn das Cover und die Grundidee mit den beiden Reichen Myriad und Troika sowie der Beginn des Buches waren wirklich vielversprechend!



Im ersten Halbjahr habe ich an 8 Leserunden teilgenommen, bei sieben auf LovelyBooks und einer auf Was liest du?

Ich hatte 35 Print- und 13 eBook-Neuzugänge (letztes Jahr im Vergleich: 47 Prints und 10 eBooks)

Die Print-Bücher verteilen sich so:


  •  13 Rezensionsexemplare (inkl. Leserundenbücher)
  • 11 Buchgewinne
  • 7 ertauschte Bücher
  • 3 Bücher von der Messe in Leipzig
  • 1 Buchkauf 


  • Mit dabei sind ganz viele Titel, auf die ich mich schon unglaublich freue, z. B. die gesamten Chroniken der Verbliebenen" von Mary E. Pearson, „Iron Flowers" von Tracy Banghart und
    „The Sleeping Prince" von Melinda Salisbury.

    Mittwoch, 27. Juni 2018

    Parallelwelten - Jenifer Girke

    Rezension zu "Parallelwelten - Welche Rolle spielst du in deinem Leben?" von Jenifer Girke


     
    Taschenbuch, 240 Seiten
    adeo Verlag (26. Februar 2018)
    ISBN: 978-3863341848
    Preis: 18,00 €

    Worum geht's?

    Leistungsdruck, Optimierungswahn. Der Erfolg, dem wir nachlaufen, hat seinen Preis. Lieber spielen wir eine Rolle, tragen Masken, als der Mensch zu werden, der wir wirklich sind.

    Diesen Druck spürt auch Jenifer Girke: Der steile Weg auf der Karriereleiter scheint für sie vorgezeichnet zu sein. Aber um die Kontrolle über ihr Leben zu behalten, hungert sie - Diagnose Magersucht. Sie hofft, dass keiner ihre Schwäche aufdeckt, spielt die Rolle der Schönen, Begehrten und Erfolgreichen bis zur Perfektion. Nur wer sie wirklich ist, lässt sie niemanden erahnen ...

    Jenifer Girke beschreibt offen ihren Weg aus der Krise. Ein authentischer Bericht voller Hoffnung. Und eine entlarvende Zeitansage, die vielen aus der "Generation Y" aus der Seele spricht. 

    (offizieller Klappentext des Verlags)

    Videoquelle: adeo auf YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCb1fqhlHEKVf7y8lE5Y-83w

    Was mich neugierig gemacht hat:


    Dieses Buch wollte ich gern lesen, um (mal wieder) einen reflektierenden Blick auf unsere leistungs-, konsum- und perfektionsorientierte Gesellschaft und die Rolle jedes Einzelnen von uns darin zu werfen. Ich nehme in meiner Generation sehr viel von dem wahr, was der Klappentext andeutet, und habe mir einen lebensnahen Ratgeber mit Tipps dazu erhofft, wie man die Rollen, die man tagtäglich spielt, wieder mit sich selbst vereinen und so zu einer Lebensführung finden kann, die wirklich erfüllt.
     

    Wie es mir gefallen hat:


    Zunächst war ich etwas überrascht, dass die Autorin in vielen Kapiteln sehr tiefe Einblicke in ihre eigene Lebensgeschichte gibt und den Leser bis in ihre Kindheit mit zurücknimmt. Aufgrund des Klappentextes und des Buchtitels hatte ich dem Buch gedanklich eher einen Rat- bzw. Impulsgebercharakter zugeordnet. Jenifer Girke lässt aber auch viele eigene Erfahrungen in ihre Reflektionen einfließen und schreibt von einem gestörten Vater-Tochter-Verhältnis, einem Klinikaufenthalt bis hin zu Selbstmordgedanken - kurz: von den Höhen und Tiefen ihres eigenen Weges. 
    Insgesamt hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr einen klaren roten Faden gewünscht. Das Persönliche, die Ratschläge und Gedankenanstöße sind irgendwie so ineinander über geflossen. Es fiel mir mitunter schwer, am Ende eines Kapitels den Kern noch einmal für mich zu fassen. 
     
    Gut gefallen haben mir besonders die konsequente Offenheit der Autorin, das immer wieder auftauchende Leitbild der Parallelwelten und der Maskenträger und ihr Ansatz, den christlichen Glauben aus ihrer Sicht als sinnstiftend zu zeigen, ihn aber ausdrücklich niemandem aufdrängen zu wollen.
    Einige ihrer Thesen, wie z.B. dass nicht alle Menschen ein gewisses "Mehr" in ihrem Leben brauchen bzw. dass jeder selbst beurteilen kann, ob sein Lebenspuzzle bereits komplett und stimmig ist, würde ich jedoch infrage stellen.

    Ein Punkt, der mich nicht ganz überzeugt hat, ist das von der Autorin recht häufig aufgegriffene Thema Yoga und Achtsamkeit. Beides mag vielen Menschen tatsächlich helfen, sich wieder auf sich selbst und das Wesentliche im Leben zu besinnen, ich persönlich nehme es gerade aber mehr als einen Trend wahr, den viele auch ohne Tiefe ausleben. Die Bezüge dazu haben durchaus ihre Berechtigung, da beides für die Autorin im Verlauf ihrer Krankheit sehr wichtig geworden ist, hätten aber sparsamer eingeflochten werden dürfen.

    In jedem Fall lädt das Buch dazu ein zu hinterfragen, sich eigener Standpunkte bewusst zu werden, einen offenen Blick dafür einzuüben, wo Tendenzen in unserer Gesellschaft der menschlichen Natur schaden, und darüber nachzudenken, welche Rollen es vielleicht an den Nagel zu hängen gilt.

    (Für wen) Lohnt es sich?


    Jenifers Girkes Buch eignet sich für jeden, der sich mit dem in unserer Zeit so hochgehaltenen Karriere- und Selbstverwirklichungsdenken und/oder dem Krankheitsbild Magersucht auseinandersetzen möchte. Wer gern Autobiographisches liest, wird hier an vielen Stellen fündig werden. Die Autorin berichtet in einem der letzten Kapitel von ihrem Glauben, jedoch in einer Weise, die auch Nichtgläubigen einen Zugang zu ihren Gedanken verschafft.

    In einem Satz:


    „Parallelwelten" ist ein Zeugnis unserer Zeit und unserer Gesellschaft, in der immer Menschen sich überfordert und verletzt hinter perfekten Masken verstecken, und zeigt Perspektiven auf, zu einem Leben und einem Selbstwert zu finden, in und mit dem man sich wohlfühlen kann und darf.

    Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an den Verlag!

    Mittwoch, 20. Juni 2018

    Wenn du mich küsst - Juliana Stone

    Taschenbuch, 320 Seiten
    Ravensburger Buchverlag (18. Mai 2016)
    ISBN: 9783473585014
    Preis: 9,99€
    Originaltitel: Boys like you
    Standalone

    Worum geht's?


    Monroes Leben ist dunkel und trostlos, seit sie einen schlimmen Verlust erleben musste, an dem sie sich selbst die Schuld gibt. Ihre Eltern wissen nicht mehr ein noch aus und schicken sie über den Sommer zu ihrer Großmutter nach Louisiana. Dort begegnet Monroe Nathan, der eine ebenso schwere Last zu tragen scheint wie sie. Können die beiden gemeinsam ihre Schatten überwinden?

    Was mich neugierig gemacht hat:


    „Wenn du mich küsst"  klang nach einem süßen Sommerroman mit Südstaatenflair, und ich war gespannt, welche Schicksalssschläge Monroe und Nathan getroffen haben und wie sie damit umgehen. Erwartet habe ich eine emotionale, gut geschriebene Liebesgeschichte für zwischendurch.

    Schade finde ich, dass beim Cover einfach irgendein Pärchen genommen wurde, das überhaupt nicht zur den Protagonisten passt (Monroe = blass und schwarzhaarig, Nate = schulterlange Haare). Die Mühe hätte man sich ruhig machen können, denn die Atmosphäre des Covers fängt den Roman sonst sehr gut ein.
     

    Wie es mir gefallen hat:


    Das Buch hat meine Erwartungen insgesamt erfüllt, allerdings nicht übertroffen. Es ist eine spritzig geschriebene Geschichte mit viel Drama und ernsten Momenten, in dem es um Schuldgefühle, Loslassen und die erste Liebe geht. 

    Besonders gefallen hat mir, dass abwechselnd aus Monroes und Nates Sicht erzählt wird. Die Autorin hat es geschafft, für beide Jugendliche einen authentischen Ton zu treffen. Gerade ihr Kennenlernen ist sehr humorvoll und schön umgesetzt worden.
    Da der offizielle Klappentext einen kleinen Spoiler enthält, war es etwas zäh, bis Monroe damit herausrückt, was geschehen ist. Ohnehin gab es keine Wendungen, mit denen man nicht hätte rechnen können - allerdings hat man doch mit Nate gehofft, dass sein „Fehler" gut ausgehen wird.

    Im Großen und Ganzen gab es also während des Lesens keine großen Überraschungen, aber Monroes und Nates Geschichte ist trotzdem etwas fürs Herz und sorgt für ein paar schöne Lesestunden.

    (Für wen) Lohnt es sich?


    Wer auf der Suche nach einen leichten Sommerroman mit ein paar düsteren Sturmwolken am Lebenshimmel hat, in dem zwei Jugendliche einander Halt zu geben lernen, kann mit diesem Buch nichts falsch machen. Die Kernzielgruppe sind Jugendliche von 14-17 Jahren.

    In einem Satz:


    „Wenn du mich küsst" ist eine schöne Sommerlektüre über großen Kummer und hoffnungsvolle Lichtblicke, die ihn durchbrechen können - nicht herausragend, aber schön zu lesen.

    Freitag, 1. Juni 2018

    I Knew U Were Trouble - Kami Garcia


    Klappenbroschur, 416 Seiten
    Ravensburger Buchverlag (21. Juni 2017)
    ISBN: 9783473584833
    Preis: 14,00 €
    Originaltitel: The Lovely Reckless
    Standalone

     

    Worum geht's?


    Zwischen den Downs und den Heights liegen Welten. Das wird Frankie Devereux erst so richtig bewusst, als ihre Mutter sie - nachdem Frankie betrunken am Steuer erwischt worden ist - zu ihrem Vater abschiebt, der in den armen und von hoher Kriminalität geprägten Bezirken als verdeckter Ermittler arbeitet.
    Frankie leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, seit sie mit ansehen musste, wie ihr Freund von einem Unbekannten zu Tode geprügelt wurde.  Neben den verzweifelten Versuchen, sich an jene Nacht zu erinnern, den Stress mit ihren Eltern und dem Neuanfang in einem völlig fremden Umfeld, kann sie mehr Ärger wirklich nicht gebrauchen. Doch als sie Marco Leone begegnet, ist der vorprogrammiert ...

    Was mich neugierig gemacht hat:

    Kami Garcia kannte ich bereits als Teil des Autorinnenduos von „Sixteen Moons" - da mir der Stil des Buches gut gefallen hatte, mir die Geschichte selbst aber nicht wirklich zusagen konnte, war ich gespannt, jetzt etwas in einem neuen Genre von ihr zu lesen. 
    Vom ersten Eindruck her fühlte ich mich an eine meiner ersten Lieblingsbuchreihen erinnert und habe mich auf eine actiongeladene Liebesgeschichte zwischen den Schichten gefreut.
     

    Wie es mir gefallen hat:


    Das Konzept des Buches ist eher altbewährt als besonders innovativ - dennoch vereinen sich die einzelnen Elemente zu einer eigenständigen, runden Story. Sie wird im Präsens aus der Ich-Perspektive von Frankie erzählt, sodass man ihre Entwicklung beim Lesen praktisch hautnah miterlebt. Es ist schön, ihr bei ihrem Neuanfang zu folgen und zu sehen, wie sie aus der Identitätskrise nach Noahs Tod langsam wieder herausfindet. Ihre inneren Konflikte - z.B. ihr Bedürfnis, auf Distanz zu Noahs und ihren gemeinsamen besten Freunden zu gehen, ihre Schuldgefühle oder das schwierige Verhältnis zu ihren geschiedenen Eltern - sind nachvollziehbar, und man wartet gespannt auf jeden ihrer Flashbacks.

    Auch Marco, der in seinem Leben schon oft falsche Entscheidungen mit ehrenhaften Motiven treffen musste, und Nebenfiguren wie seine Schwester Sofia, sein Freund Deacon, ein Mädchen aus den Downs, das alle nur Cruz nennen, und Frankies Freunde Lex und Abel sind alles andere als eindimensional. Durch sie gibt es ein paar abwechslungsreiche Nebenstränge in der Handlung. Nur bei Abels Geheimnis hätte ich etwas mehr erwartet und konnte nicht ganz verstehen, warum er Lex und Frankie nicht in das Problem einweihen wollte.

    Der Spannungsstrang rund um die illegalen Autorennen verleiht der Geschichte einen leicht verwegenen Touch und ist gut umgesetzt. Frankies Konflikt durch den Job ihres Vaters würzt das Ganze noch zusätzlich.
    Nur die Auflösung um den Mord an Frankies Freund ließ sich schon recht früh erahnen und ging dann ein bisschen unter. 

    Die Liebesgeschichte kann leider nicht ganz überzeugen. Obwohl Marco und Frankie sehr gut zusammenpassen und die Chemie zwischen ihnen stimmt, entwickeln die Dinge sich hier einfach zu schnell und zu sehr aus dem Nichts. Vor dem Hintergrund ist es auch etwas schade, dass Frankies letzte Beziehung zu einer „Wir-waren-beste-Freunde-aber-eigentlich-war-es-keine-Liebe"-Sache degradiert wird. Bei solchen Manövern bekommt man den Eindruck, es hätte eben eine Erklärung gebraucht, warum Frankie sich nun so bald wieder auf einen Jungen einlässt und der Verlust, den sie erlitten hat, nicht mehr so stark im Vordergrund stehen muss.

    Im Großen und Ganzen kann das Buch die Erwartungen, die es weckt, erfüllen. Die Gefühle zwischen Frankie und Marco und die große Enthüllung hätten noch etwas besser ausgearbeitet werden können. Davon abgesehen hat Kami Garcia hier ein schönes Jugendbuch geschrieben, das nicht nur an der Oberfläche kratzt.
    Ich freue mich schon auf ihr nächstes Werk, „Broken Beautiful Hearts", das im Februar 2019 auf Deutsch erscheinen wird.

    (Für wen) Lohnt es sich?


    Diese Geschichte kann ich  Fans von Simone Elkeles und ähnlichen Autorinnen sehr empfehlen. Wie bei der „Du oder"-Reihe geht es um eine Liebe zwischen zwei jungen Menschen mit Hintergründen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und die Hindernisse, die sie überwinden müssen.
    Es ist ein kurzweiliger, wenn auch nicht ganz unvorhersehbarer Jugendroman ab 14. 

    In einem Satz:


    „I Knew U Were Trouble" ist ein unterhaltsames, romantisch-spannendes Buch, das zwar nicht mit großen Überraschungen um die Ecke kommt, aber insgesamt gelungen von dem Weg eines toughen Mädchens zurück zu sich selbst erzählt.