Sonntag, 13. Januar 2019

Jung, ungebunden

Jung, ungebunden, Mixed Media auf Universalpapier, 24 x 32 cm, 2018.

Jung, ungebunden
 
du glaubst, ich sei ein kind?
das bin ich
ein bisschen vielleicht
aber viel mehr bin ich
 jung
jung und ungebunden
 
du glaubst, ich sei einsam?
das bin ich
manchmal vielleicht
aber viel mehr bin ich
 ungebunden
jung und ungebunden 

 

Mit etwas Verspätung wünsche ich euch, liebe Blogleser/-innen, ein frohes neues Jahr!
Ich hab in den letzten Monaten so einiges gezeichnet und gemalt und mir vorgenommen, das alles nochmal durchzuschauen, um dann ein paar ausgewählte Sachen hier zu zeigen.

Ich freu mich über Kommentare, aber auch über jede "stille" Betrachtung.
Alles Liebe!
Miriam

Montag, 31. Dezember 2018

Jahresstatistik 2018

 Mein Jahr in Büchern 


2018 neigt sich seinem Ende, 2019 winkt schon jetzt mit vielen Herausforderungen und Umbrüchen.
Was gleich bleiben wird: Ich werde lesen :)
Heute gibt es wieder meinen Rückblick auf mein Lese-Jahr. Wie viele Bücher sind seit der Halbjahresstatistik Ende Juni dazu gekommen? Ich bin selbst schon gespannt auf die Zahlen!

 

Das Leseergebnis in Zahlen


Im zweiten Halbjahr habe ich 22 Bücher gelesen, d.h. genau eines weniger als von Januar bis Juni. Drei Printbücher und zwei eBooks sind bereits angefangen.
Insgesamt habe ich 2018 also 45 Bücher beendet, 6 mehr als 2017.
Ich habe es geschafft, 33 Rezensionen zu schreiben.

Ich habe dieses Jahr an 15 Leserunden teilgenommen. Das ist, wie ich gerade überraschend feststelle, ja sogar mehr als eine im Monat :O


Top 10 Lese-Highlights / Meine Buchtipps des Jahres
(zufällige Reihenfolge; per Klick geht's zur jeweiligen Rezension)

- Palace of Glass" von C. E. Bernard

Tanz meine Seele" von Kira Minttu

- Parallelwelten" von Jenifer Girke


- Du wolltest es doch" von Louise O'Neill

- All of this is true" von Lygia Day Peñaflor

 - Diabolic" von S. J. Kincaid

- Viel näher als zu nah" von Angela Kirchner



Lese-Flops

- „Immerwelt" von Gena Showalter

- Crown of Lies" von Pepper Winters

Neuzugänge 2018

 
Es gab mit 37 neuen Printbüchern 21 neuen eBooks von Juli bis Dezember in diesem Jahr für mich insgesamt 70 Print- und 35 eBook-Neuzugänge!
Zum Vergleich: 2017 waren es 76 Prints und 24 eBooks. 

So sind die Quellen der 70 gedruckten Neuzugänge aufgeschlüsselt:
  • 23 Rezensionsexemplare (inkl. Leserundenbüchern)  
  • 17 Buchgewinne
  • 15 ertauschte Bücher
  • 8 Buchkäufe
  • 7 Geschenke (inkl. Messe-Goodiebag-Bücher, Überraschungspost & Prämien)
Und so die 35 eBook-Neuzugänge:
  • 14 Buchkäufe 
  • 9 Gratis-Aktionen / Prämien
  • 7 Buchgewinne
  • 5 Rezensionsexemplare (inkl. Leserundenbüchern)

Donnerstag, 27. Dezember 2018

To Keep You Safe - Judit Müller

 Rezension zu
To Keep You Safe - Warum wir leben"
von Judit Müller

Taschenbuch, 288 Seiten
A TREE & A VALLEY (1. November 2018)
ISBN: 9783947357093
Preis: 10,50 € / eBook 7,99 €

 

Worum geht's?


„Zu groß", flüstere ich. „Die Welt ist mir zu groß geworden." Und obwohl ich weiß, wie lächerlich dieser Wunsch ist, kann ich ihn nicht unterdrücken: „Ich will wieder eine kleine Welt." (S. 169)
Naturkatastrophen haben die Erde verwüstet und unzählige Leben gefordert. In einer unwirtlichen Welt kämpfen Judy und ihre beiden jüngeren Geschwister Luke und Hope ums Überleben. Sie ziehen immer weiter, in der Hoffnung, einen besseren Ort zu finden, wo sie sicher sind vor den umherstreifenden Plünderern. Wo sie leben können.
Und immer, wenn sie auf andere Menschen treffen, stellt sich erneut die Frage: Wem können sie vertrauen?

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich mag den „A TREE & A Valley"-Verlag seit „Cecilia" sehr gern und habe von diesem Buch erst kurz vor Erscheinen erfahren.
Dystopien haben es auf dem aktuellen Buchmarkt ja eher schwer, weil die große Trendwelle nach Panem bei vielen eine Übersättigung des Genres nach sich gezogen hat. Bei mir selbst liegt es immer dran; das „klassische eigentlich-normale-Protagonistin wird zum Star der Revolution"-Schema mag ich im Moment auch nicht mehr lesen. Da es hier aber nicht um gesellschaftliche Umstürze, sondern in erster Linie um Judy, ihre Geschwister und die Menschen, die ihnen begegnet geht, und es noch dazu das Debüt einer jungen deutschen Autorin ist, war ich in diesem Fall doch sehr gespannt. 

Wie es mir gefallen hat:


„To Keep You Safe" ist so ein Buch, das mir im Rückblick fast besser gefällt als während des Lesens selbst. Es hinterlässt einen runden Eindruck und wirkt noch nach. Die Stimmung schwankt genau auf dem richtigen Grad zwischen Melancholie, Trauer aber auch Zuversicht. Das Gesamtpaket stimmt einfach. 

An der Geschichte haben mich viele Dinge sehr überzeugt, einige aber auch nicht ganz.
Im Wesentlichen waren es zwei Punkte, die mich gestört haben. Das eine ist das Setting: Warum ist hier - wieder mal - Amerika gewählt worden? Gerade dort spielen bereits so viele Geschichten aus dem Bereich und man hat das Gefühl, schon eine vorgefertigte Vorstellung im Kopf zu haben.
Dass es keine ausufernden Beschreibungen gibt und die Katastrophen die Vorgeschichte des Buches bilden, ist im Grunde angenehm; allerdings konnte ich bis zum Schluss nicht wirklich einschätzen, ob es sich nun nur um eine „Welle" gehandelt hat oder weitere Erdbeben etc. drohen, wie viele Menschen wirklich überlebt haben, ob es weltweit gleich aussieht usw.
Hier hätte es noch ein wenig mehr Hintergründe gebraucht.
Der zweite Punkt ist der Spannungsbogen. Es gibt sehr viele Szenen, die sich um die Nahrungssuche oder -verwertung drehen. Das hätte man sicher reduzieren können. Auch wenn die Darstellung durch die Detailtreue und den monotonen Ablauf der Tage, die die Charaktere erleben, sehr realistisch wird, lässt das Gefühl, unbedingt schnell weiterzulesen wollen, streckenweise nach.

Besonders gut gefallen hat mir die Darstellung der Entwicklung, die die Figuren durchleben - der Konflikt zwischen dem, wer sie waren und dem, wer sie nach all dem Leid und Unglück sein können. Es ist schön, wie in dieser zerstörten Welt doch immer wieder auch Menschlichkeit aufblitzt und geteiltes Leid ein wenig von seiner Schärfe verliert.
Eine zarte Liebesgeschichte gibt es auch, die aber in keiner Weise unglaubwürdig oder übertrieben erscheint und sich nicht in den Vordergrund drängt.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wer dystopische Geschichten mit jungen Protagonisten mag, die sich in extremen Situationen wiederfinden und um ihren Lebensmut ringen müssen, ist mit diesem Buch auf jeden Fall gut beraten. Es ist ein schön geschriebener Roman ab ca. 13 Jahren, der eher auf die leisen aber intensiven Töne setzt.

In einem Satz:


„To Keep You Safe" ist eine solide, eher ruhige Jugend-Dystopie mit drückender Atmosphäre, aber auch Hoffnungsschimmer, der es nur ein wenig an Hintergründen und an Tempo mangelt.

Sonntag, 23. Dezember 2018

Heartbeat: Truly Yours - Julie Chapel

Klappenbroschur, 336 Seiten 
Oetinger Taschenbuch (November 2018)
ISBN: 9783841505309
Preis: 13,00 € (eBook 9,99€) 

Teil der „Heartbeat"-Reihe,
die von verschiedenen Autorinnen geschrieben wird;
jedes Buch erzählt eine abgeschlossene Geschichte

Worum geht's?


Harley (17) ist ganz anders als ihre shoppingverrückte, männerverschlingende Cousine und beste Freundin Cassidy. Ihre Welt dreht sich nicht um Jungs, Schminke und Klamotten - viel lieber ist sie mit ihrer Kamera unterwegs, nicht selten als Sportfotografin für die Schülerzeitung ihrer High School.
An Weihnachten stolpert sie am Bahnhof über Sam, und über sich selbst überrascht muss sie feststellen, dass sie ihn nach dieser ersten Begegnung nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Nach den Ferien sieht sie ihn wieder - ausgerechnet er ist der Neue an ihrer Schule und im Hockey Team, das in diesem Jahr den Penguins Cup gewinnen will.
Doch warum verhält er sich so kühl und abweisend?  Und warum muss es ausgerechnet Cassidy auf ihn abgesehen haben?

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich lese eigentlich nicht so häufig Bücher dieses Genres, aber auf die „Heartbeat"-Reihe, bei der jede Geschichte in sich geschlossen ist und verschiedene deutsche Autorinnen unter Pseudonym schreiben, war ich doch sehr gespannt.
Nachdem ich mir alle bisher angekündigten Teile der Reihe angesehen hatte, habe ich mich dafür entschieden, dass "Truly Yours" von Julie Chapel mich am neugierigsten macht.
Zu meinem Glück durfte ich bei einer Leserunde mit der Autorin teilnehmen.

Wie es mir gefallen hat:


Schon der Prolog zieht einen direkt ins Buch hinein - man hofft unwillkürlich, dass diese Szene nicht das Ende der Geschichte sein wird.
Die ersten Kapitel versprühen Weihnachtsatmosphäre, und man lernt vor allem Harley, ihre Familie und Cassidy näher kennen. Die Protagonistin ist sehr sympathisch und nicht das übliche graue Mäuschen, das erst noch herausfinden muss, wie unfassbar hübsch es doch ist. Sie ist nicht die Art Mädchen-Mädchen wie Cassidy, hat eine echte Leidenschaft für etwas (die Fotografie) und ist eine sehr loyale Person. Sam bleibt zunächst durch seine verschlossene Art ein Rätsel, und man möchte hinter seine Fassade schauen können.
Auch die Nebencharaktere bringen Leben in die Geschichte, so z.B. Harleys harleyverrückte Eltern oder Resa, die ebenfalls bei der Schülerzeitung dabei ist.

Die Liebesgeschichte ist sehr gut umgesetzt, hat viele besondere Szenen und Momente, die nicht aufgesetzt oder unnötig aufgebauscht, sondern einfach echt wirken, und schlägt dem einen oder anderen Klischee ein Schnippchen. Daneben sorgen besonders die Hockeyspiele und der Kampf um den Penguins Cup für spannende Abwechslung.
Insgesamt gibt es im Verlauf einige Dinge, die sich mit etwas mehr rationalem Nachdenken bzw. rechtzeitigem Klartext-Reden bei Weitem nicht so dramatisch hätten entwickeln müssen, doch solche Situationen kennt man ja aus dem echten Leben auch. 
Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre, etwas tiefer in Harleys Gedankenwelt einzutauchen. Durch kleinere Sprünge zwischen Szenen oder Kapiteln und relativ knappe Reaktionen auf bestimmte Handlungen und Enthüllungen konnte ich nicht immer ganz greifen, was in ihr vorgeht und wie sie in Bezug darauf empfindet.

Das Lesen macht einfach Spaß, der Humor kommt auch nicht zu kurz, und schließlich gibt es ein rundum gelungenes Ende, nach dem man das Buch gleichzeitig mit einem guten Gefühl und ein wenig traurig, dass es schon vorbei ist, zuschlägt. 

(Für wen) Lohnt es sich?


Wer schöne, prickelnde, aber nicht zu kitschige Liebesromane mit jugendlichen Protagonisten mag, die in den USA spielen und auch noch einen Hauch Weihnachtsstimmung aufkommen lassen, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Es ist ein absolutes Positivbeispiel seines Genres und beweist einmal mehr, wie gut es Geschichten tut, wenn sie nicht jedes Trend-Muster bedienen wollen.

In einem Satz:


„Heartbeat - Truly Yours" ist eine unterhaltsame, herzerwärmende Liebesgeschichte, die mit spannenden Hockeyspielen sowie vielen schönen Momenten zwischen den Protagonisten aufwartet und dabei so gut wie ohne Klischees auskommt.

Dienstag, 27. November 2018

Roter Herbst in Chortitza von Tim Tichatzki


Hardcover, 464 S.
Verlag: Brunnen
ISBN: 978-3-7655-0988-9
Preis: 22,- €
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Rezension: „Roter Herbst in Chortitza" von Tim Tichatzki

„Roter Herbst in Chortitza“ ist ein Roman, der einen sprachlos, zutiefst erschüttert und entsetzt zurücklässt, nicht jedoch ohne Zuversicht.

Ich kann mich nicht erinnern, bisher jemals so sehr von einem Buch mitgenommen worden zu sein – mitgenommen in dem Sinne, dass es mich fertig gemacht und verstört hat, aber auch darin, dass es mich wirklich abgeholt und für sich vereinnahmt hat. Dieser Roman, Tim Tichatzkis Debüt, ist etwas absolut Besonderes. Großartig geschrieben, meisterhaft komponiert und schonungslos aufzeigend, was bereits jetzt in Vergessenheit zu geraten scheint.


Tichatzki schildert die Geschichte der mennonitischen Familie Bergen aus Osterwick (heutige Ukraine). Die Erzählung setzt im Jahr 1919 an. Gleich zu Beginn lernen wir die zentralen Figuren – Willi Bergen und Maxim Orlow – kennen, zwei junge Freunde sehr verschiedenen Temperaments. Osterwick ist Willis Heimatort, während Maxim und sein Vater Juri notgedrungen dort gelandet sind. Willis und Maxims Wege führen in den Folgejahren getrennt und jeweils auf eigene Weise durch tiefste Dunkelheit, eine Dunkelheit, die die gesamte Sowjetunion in und zwischen den Kriegsjahren in ewige Nacht zu hüllen scheint.Es lohnt sich, sie auf ihren beschwerlichen Reisen zu begleiten.

Die personale Erzählsicht auf Willi und Maxim dominiert den Roman weitgehend, jedoch bezieht der Autor geschickt eine Vielzahl von Akteuren erzählerisch mit ein, deren Leben in irgendeiner Beziehung zu den Protagonisten steht. So werden viele sich ergänzende und auch in Widerspruch zueinander stehende Perspektiven auf den Erzählzeitraum von fast 30 Jahren (1919–1947) geworfen.
Es zeigt sich: Grausamkeit kommt nicht von ungefähr und es gibt Entscheidungen, zu denen kein Mensch gezwungen werden sollte.
Ein kleiner Kritikpunkt, den ich bezüglich der Erzählperspektive anführen möchte, ist das manchmal etwas irritierende Hin- und Herswitchen zwischen Innenperspektiven mehrerer Figuren im gleichen Absatz – was allerdings nicht allzu oft vorkam und dem Lesefluss nicht geschadet hat.


Ich habe lange gebraucht, um das Buch zu lesen und das aus einem ganz einfachen Grund: Es war hart. Nach besonders schlimmen Szenen musste ich das Buch einfach aus der Hand legen, um mich zu sammeln, nachzudenken, das Gelesene zu verdauen. Jetzt könnte man denken „okay, der Roman ist wohl nichts für Sensible“, aber das würde ich nicht sagen. Man muss sich nur die Lesedosen richtig einteilen, sich vorsichtig in der Geschichte vorantasten. Aber die Augen verschließen darf man nicht. Man muss schon hinsehen. Sich konfrontieren zu lassen. Denn wir haben es hier mit einem gewichtigen Stück Geschichte zu tun, das sich nicht ausradieren lässt. So unglaublich mir das nach dem Lesen von „Roter Herbst in Chortitza“ auch erscheint: Wir leben noch immer in der selben Welt, in der derart grausame Dinge geschehen sind. In der Leute, MENSCHEN, diese grausamen Dinge getan haben und haben geschehen lassen.


Tichatzkis Roman hat mich an einige fundamentale Dinge erinnert:
Zum einen, dankbar zu sein, für alles, was ich habe. Auch: dass nichts selbstverständlich ist (nicht, dass ich jeden Tag genug zu Essen habe, nicht, dass ich eine Universität besuchen kann und ebenso wenig, dass ich meine Meinung frei äußern und ohne Gefahr zu meinem christlichen Glauben stehen darf). Und daran: wie zerbrechlich Frieden ist. Und dass es die Pflicht von uns allen ist, ihn zu bewahren, wenn wir uns weiterhin als Menschen bezeichnen möchten.


Ich möchte dieses Buch jedem (ab 16 Jahren) empfehlen.
Es ist keine trockene Geschichtserzählung, sondern ein extrem lebensnah geschilderter Stoff, der jeden und jede von uns etwas angeht. Es handelt sich dabei also nicht um ein Buch, dass sich nur auf dem christlichen Buchmarkt verorten ließe – der christliche Glaube spielt zwar durchaus eine wichtige Rolle, wird aber nicht in dem Sinne propagiert, dass es einen Nicht-Christen beim Lesen stören könnte.


Ich hoffe, ich kann, indem ich dies hier schreibe und veröffentliche, zu der Verbreitung des Buches einen kleinen Teil betragen und mich bei Tim Tichatzki gebührend bedanken.

Sonntag, 25. November 2018

Neue Montagsgedanken

52 Impulse zum Wochenbeginn
Damit Montage zu Lieblingstagen werden

Hrsg. von Ellen Nieswiodek-Martin
gebunden, 176 Seiten
Lydia-Verlag (27. August 2018)
ISBN: 9783957342683
Preis: 15 € / eBook 11,99 € 

Worum geht's?


Für jeden Montag des Jahres findet sich in diesem Buch ein kurzer Impuls für neue Energie im Alltag. Autorinnen wie Valerie Lill, Saskia Barthelmeß, Elisabeth Büchle, Nelli Bangert, Sarah Keshtkaran und Ellen Nieswiodek-Martin berichten von hoffnungsspendenden Begebenheiten, teilen ihre Gedanken über Gott und die Welt und laden zum Innehalten im allzu oft hektischen Montagstreiben ein.

Was mich neugierig gemacht hat:


Bücher mit täglichen oder wöchentlichen Anregungen zum Nachdenken und im-Kopf-Behalten, deren Einheiten kurz und knackig dazu ermutigen, sich Zeit zu nehmen, um durchzuatmen und sich innerlich neu auf das Wesentliche auszurichten, entdecke ich immer wieder gern. Selbst in stressigen Zeiten sind die ein oder zwei Seiten schnell gelesen, können Wertvolles mit auf den Weg geben und die Herausforderungen des Lebens meistern helfen.

Wie es mir gefallen hat:


Mit der modernen Schriftgestaltung, dem Motiv der gemütlichen Kissenschaukel und dem edlen silbernen Rücken sind die „Neuen Montagsgedanken" schon von außen betrachtet eine pure Einladung zum Lesen und Berührenlassen.
Im Inhaltsverzeichnis erhält man einen ersten Überblick über die Titel der Impulse und über die Autorinnen. Am Ende befindet sich zudem eine Liste mit kurzen Informationen zu jeder Verfasserin. Das Buch hat also den positiven Nebeneffekt, dass man viele Stimmen kennenlernen und vielleicht die eine oder andere Autorin für sich entdecken kann.

Für die Montagsimpulse selbst gilt: In der Kürze liegt die Würze. Sie holen einen direkt ab und sind nicht abgehoben, sondern ganz praktisch und alltagsnah. Es geht um die kleinen und großen Freuden und Sorgen des Lebens, um Familie, Freundschaft, Veränderungen, Gefühle, Verhaltensweisen, Selbstzweifel, Unsicherheiten in Bezug auf die Zukunft und vieles mehr.
Die Texte sind sehr abwechslungsreich, und auch wenn nicht jeder Stil und/oder Gedanke einem zusagt, bewegt ein anderer das Herz dann umso mehr.
Einzig die „Mütter-Themen" habe ich als etwas zu häufig und dicht aufeinander folgend empfunden. Hier hätte noch ein wenig variiert werden können.

(Für wen) Lohnt es sich?


Dieses Buch ist ein tolles Geschenk für sich selbst oder jemand anderen, das nicht nur außen, sondern auch innen viel Schönes bereithält. 
Obwohl es in erster Linie von Frauen für Frauen geschrieben ist, schließen die meisten Impulse keine Zielgruppe aus, zumal die Grundgedanken auch dann nichts von ihrem Kern verlieren, wenn die eigene Lebenssituation oder Einstellung anders aussieht als die der jeweiligen Verfasserin.

In einem Satz:


„Neue Montagsgedanken" ist ein empfehlenswerter Wochenbegleiter durch das Jahr, bei dem durch die Vielzahl der Autorinnen und Themen für jeden und jede gute Gedanken dabei sein dürften.


Sonntag, 11. November 2018

All of this is true - Lygia Day Peñaflor

Rezension zu "All of This Is True" von Lygia Day Peñaflor


Klappenbroschur, 400 Seiten 
Arena (19. Oktober 2018)
ISBN: 9783401604510
Preis: 16,00 € (eBook 12,99€) 
Standalone

Worum geht's?

 
Sehen Sie, man kann sich in eine Sache genauso verlieben wie in einen Menschen. Eine Sache kann dieselben chemischen Reaktionen auslösen: Oxytocin und Vasopressin. Weiß ich von Fatima. Ihr Buch war der Beweis. 
(S. 9)

Miri, Soleil und Penny können es kaum glauben, als die umschwärmte Bestsellerautorin Fatima Ro ausgerechnet sie zu ihrer neuen Clique auserwählt. Selbst der verschlossene Jonah, der neu an der Schule ist und nur verhalten Freundschaft mit den drei It-Girls geschlossen hat, scheint in Fatimas Gegenwart aufzublühen.
Gemeinsam beginnen sie Fatimas Theorie der zwischenmenschlichen Beziehungen zu teilen, die zum Ziel hat, einander die tiefsten Wahrheiten anzuvertrauen, und gründen sogar eine neue Bewegung an ihrer Schule. Doch dann erscheint Fatimas neues Buch - und sie finden sich selbst in der Geschichte wieder. Fatima bringt darin ein schreckliches Geheimnis ans Licht. Und nichts kann je wieder so werden, wie es war ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Mich hat zum einen die Grundidee mit der geheimnisvollen Bestsellerautorin und ihrem Fan-Club aus der High Society-Szene gereizt, zum anderen die Erzählweise des Buches in Interviews, Tagebucheinträgen und Romanauszügen. Ich war gespannt auf große Geheimnisse und eine Geschichte, in der man nicht weiß, wem man trauen kann.
Außerdem hat die Autorin Lygia Day Peñaflor mich neugierig gemacht, die Kinderstars an Film- und Fernsehsets unterrichtet und mit „All of this is true" ihr zweites Buch vorlegt bzw. das erste, das nun auch in Deutschland erschienen ist.

 

Wie es mir gefallen hat:


Die ganze Handlung, um die dieses Buch sich dreht, hat sich schon in der Zeit vor Einsetzen der ersten Zeilen ereignet: Nun müssen die Protagonistinnen sich mit dem Geschehenen und seinen Konsequenzen auseinandersetzen. 
Während Miri und Penny jeweils ihre Sicht der Dinge gegenüber dem Moderator der Sendung Nackte Wahrheiten im Push Channel 21 preisgeben, hat Soleil alles in ihrem Tagebuch festgehalten, dessen Einträge sie dem New York City Magazine zur Veröffentlichung überlassen hat. 
Ergänzt werden die Enthüllungen durch Auszüge aus Fatima Ros neuem Roman, der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist. 
Durch die kurzen Abschnitte entwickelt sich ein regelrechter Sog und man verspürt den Drang, ohne Unterbrechung weiterzulesen.
 
Mich als Leserin und auch Schreiberin konnte Fatimas Figur sehr faszinieren. Bis zum Ende ist es mir nicht gelungen, sie auf eine bestimmte Seite zu stellen. Sie wird nur durch die Berichte von Miri, Penny und Soleil und ihre eigenen Texte greifbar und scheint dadurch geradezu über allem zu schweben.
Durch sie und ihre Werke Undertow und The Absolution (im Deutschen leider zu Die Lossprechung des Brady Stevenson geändert) erhält die Handlung raffinierte Parallelen und wirft interessante Fragen auf: Was kann Literatur leisten und wo stößt sie an ihre Grenzen? In welchem Maße kann sie unmittelbaren Einfluss auf die Wirklichkeit nehmen? Woher beziehen Menschen ihre Inspiration? Wo verschwimmen die Grenzen von Realität und Fiktion, wo die von Vertrauen und Verrat?
Das Buch erzählt eine fiktive Geschichte, in die wiederum zwei fiktive Geschichten eingebettet sind, und das ist schlichtweg genial umgesetzt. 

Nach Sympathieträgern sucht man in diesem Buch vergeblich, aber gerade das hat mir sehr gut gefallen. Die Figuren sind schwierig - Jonah mit seinem dunklen Geheimnis, Miri, die sich gern wichtig macht und Fatima als Idol sieht, genau wie alle anderen. 
Neben Fatima war für mich besonders Penny sehr gut dargestellt - ihre Beweggründe waren nicht gleich klar, zogen sich aber bei näherem Hinsehen durch all ihre Worte und Handlungen. 
Insgesamt hat die Autorin eine sehr authentische und dynamische Figurenkonstellation geschaffen.

Während des Lesens hat man den Eindruck, das Geheimnis um Jonah sei das Spannende an der Geschichte, aber rückblickend ist es für mich etwas anderes: die Verkettung der Ereignisse, die Entstehung und die Folgen von Fatimas Buch. 
„All of this is true" ist definitiv kein Mainstream und erhält von mir eine große Leseempfehlung!

(Für wen) Lohnt es sich?


Ich würde das Buch ab ca. 15 Jahren empfehlen, nach oben offen, und zwar für alle, die sich gern auf ungewohnte Arten des Erzählens einlassen und bei einer glänzenden Fassade auch bereit sind, tiefer zu graben.
Das Besondere des Buches entfaltet sich dadurch, dass alles von hinten aufgewickelt wird. Das bedeutet zugleich aber auch einen Schwerpunkt auf den Entwicklungen statt auf spannungsreichen Wendungen. Wer hier Thrillerelemente erwartet, könnte enttäuscht werden.

In einem Satz:


„All of this is true" ist ein unterhaltsamer, ungewöhnlich konzipierter und nachdenklich stimmender Jugendroman, der sich mit einer sehr spannenden Thematik auseinandersetzt: In welchem Verhältnis kann Fiktion zu der Realität stehen und welchen Einfluss kann die eine auf die andere nehmen?

 
Herzlichen Dank für die Bereitstellung des Leserundenexemplars
an Was liest du? und an den Verlag!