Sonntag, 29. Mai 2022

Mit Herz und Verstand – Susanne Degenhardt

 31 Jane-Austen-Andachten

Verlag: Brunnen (1. März 2022)
gebunden, 224 Seiten
ISBN: ‎ 9783765537042
Preis: 18,00 € / eBook 14,99 €
 

Worum geht's?

 
Von Herz zu Herz
Wussten Sie, dass Jane Austen neben ihren sechs Romanen auch Gebete geschrieben hat? Die englische Ausnahmeschriftstellerin zeichnete sich nicht nur durch ihren Humor, ihre Warmherzigkeit und ihren Esprit aus, sie besaß auch einen teifen Glauben.
In 31 liebevollen Andachten entführt die Autorin Susanne Degenhardt in Jane Austens Welt, in ihre Erzählungen, Briefe und Gebete. Ihre feinsinnigen Gedanken zeigen, welche überraschenden Einsichten Jane Austens geliebte Geschichten über das Leben, die Wahrheit, die Hoffnung und den Glauben schenken können.
 
31 kleine Auszeiten mit Jane Austen – eine Wohltat für Herz & Verstand!
 
(Text des Verlags)
 

Wie es mir gefallen hat:

Schon von außen macht dieses Buch Eindruck. Der Vintage-Blumen-Stil, die Goldprägung, das Vorsatzpapier mit den sanften Schnörkelschriftzeilen, der leicht geriffelte Einband, der sich unter den Fingern einfach wunderbar anfühlt – hier wurde die Ausstattung wirklich sehr liebevoll ausgewählt.

Wie das Cover schon verrät, enthält das Buch 31 Andachten und eignet sich somit z. B. für einen Monat mit Jane Austen. Nach einem Vorwort der Autorin widmen die einzelnen Texte sich Themen wie Vergebung, Nächstenliebe, Garten, wahre Schönheit, Selbstwert u. v. m. So kann man auch einfach inhaltlich auswählen, was in der persönlichen Situation gerade guttun könnte.

Die Andachten selbst werden stets durch ein Zitat aus einem Buch oder Brief von Jane Austen eingeleitet, auch die wenig bekannten Gebete von ihr finden hier und da Platz. Es folgt ein rund vierseitiger Text, an dessen Ende sich je eine kleine praktische Anregung oder Frage sowie der Hinweis auf eine passende Bibelstelle findet, in einigen Fällen auch noch ein Gebet.
Schön sind auch die ganzseitigen Zitatseiten zwischendurch.
Man muss nicht unbedingt Vorwissen über Jane Austen und ihre Klassiker haben, für Fans lohnt das Buch sich aber natürlich besonders. 

Der erste Teil jeder Andacht dreht sich immer um Biografisches und/oder Literarisches von Jane Austen, worauf dann später das jeweilige geistliche Thema aufbaut. Für mich persönlich hätten die Aufhänger-Einleitungen teils ein wenig mehr gestrafft werden können, damit das Informative das „Andächtige“ nicht überwiegt. 

In einem Satz:

Dieses Andachtsbuch verknüpft schöne Impulse zu christlichen „Basic-Themen“ mit Jane Austens Werken und ihrem Leben und wurde unverkennbar mit Herz und Verstand geschrieben und gestaltet.


Samstag, 28. Mai 2022

Das Glashaus-Geheimnis – Marie Braner


Verlag: ‎ Magellan (18. Januar 2022)
Hardcover,‎ 224 Seiten
ISBN: ‎ 9783734841187
Preis: 15,00 € 
Lesealter: ‎ 9 Jahre und älter

Mehr Infos & Blick ins Buch

Worum geht's?

 
Die elfjährige Rosa hat alle Hände voll zu tun: Schließlich muss sie beim Umzug in das Haus ihrer verstorbenen Großtante Adele all die liebgewonnenen Erinnerungsstücke vor dem Ordnungswahn ihrer Mutter bewahren. Als sie dabei auf eine versteckte Nachricht stößt, beginnt für Rosa, ihren Freund Sami und das Affenmädchen Uma eine aufregende Rätseljagd. Doch nicht nur sie sind der Lösung auf der Spur ...

Wunderliche Antiquitäten, exotische Pflanzen und ein wohlgehütetes Familiengeheimnis – das sind die Zutaten für Marie Braners fantastisches Debut als Kinderbuchautorin!
 
(Text des Verlags)
 

Wie es mir gefallen hat:

Bei diesem Buch spürt man sofort, mit wie viel Liebe zum Detail Geschichte und Illustrationen entworfen worden sind. Da Marie Braner die Handlung nachträglich zu bereits vorhandenen ersten Motiven aus ihrem Portfolio konzipiert hat, ist auch der Entstehungsprozess außergewöhnlich und bot praktisch die Garantie, dass hier einfach alles perfekt zusammenpasst.

Beeindruckt hat mich, wie federleicht das Kernthema im Hintergrund – der Verlust eines nahstehenden Menschen – daherkommt. Die Trauer wird nie verdrängt und doch wirkt sie nicht niederdrückend, sondern als Quelle liebevollen Erinnerns. Dadurch ist Adele, die Rosa dieses letzte besondere Rätsel hinterlassen hat, so präsent, als wäre sie noch leibhaftig dabei, allein durch die Spuren, die sie mit ihrem Leben in den Herzen anderer hinterlassen hat.

Neben dem süßesten Affenmädchen aller Zeiten, der kleinen Uma, die auch auf dem Cover zu sehen ist, hat mich besonders das Miteinander von Figuren mehrerer Generationen überzeugt, darunter die Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Anabel und Rosa, und in Sami hat Rosa einen wirklich guten Freund. 

Die Rätsel sind raffiniert erdacht und führen zu einem wunderschönen Geheimnis, wobei die Backstory dahingehend leider ein äußerst tragisches Unglück beinhaltet.
Das Einzige, was mich ein wenig gestört hat, sind die häufigen Verzögerungen: Es findet sich etliche Male ein Vorwand, warum es an Stellen, wo es endlich eine heiße Spur gibt, vorerst nicht mit den Nachforschungen weitergehen kann.

Insgesamt hat das Buch vor allem eine wunderschöne Atmosphäre, denn es sprüht nur so vor fantastischen Geschichten, Weltentdeckertum, Exotik, dem Glanz der Vergangenheit und den kostbaren Momenten der Gegenwart.

In einem Satz:

„Das Glashaus-Geheimnis“ ist eine fantasievolle, herzerwärmende Rätselgeschichte, die ich gern weiterempfehle.


Donnerstag, 26. Mai 2022

The Gospels: Die vier Evangelien in Szene gesetzt – Fontis/Biblica Inc.

   Fontis (6. April 2021)
Broschiert, ‎ 316 Seiten
 ISBN: ‎9783038484189 
Preis: 20,00 €

Worum geht's?

Die vier Evangelien in Szene gesetzt: In Format und Visualisierung aufgebaut wie ein Magazin, vierfarbig illustriert, bildgewaltig, modern und einzigartig. Diese Bibel lebt, diese Bibel atmet, und sie zeigt uns eines: Hier geht es um uns. Um unser Erleben, unser Suchen, Fragen, Ringen, Finden. Bei Ihm. 
 
(Text des Verlags)

Wie es mir gefallen hat:

Bibeltexte in farbiger Magazinaufmachung – dieser Ansatz hat mich sofort neugierig gemacht. 
In diesem Buch sind es die vier Evangelien, die der Fontis-Verlag in Kooperation mit Biblica Inc. auf diese Weise gestaltet hat. Jedem der Evangelisten wurde eine Metropole zugeteilt (London, New York, Sydney und Bogotá), aus der die jeweiligen Fotomotive stammen. Die Auswahl der Städte hat sich mir allerdings nicht erschlossen, und Begleitworte zur Bildauswahl hätte ich persönlich sehr interessant und auch hilfreich gefunden.
 
Während ich Covergestaltung und Layout insgesamt gelungen finde, hätte ich mir angesichts des Zeitschriftencharakters allerdings gewünscht, dass das Buch handlicher und unempfindlicher wäre. Für die Bahn, den Urlaubskoffer, das Wartezimmer etc. ist es eher schlecht geeignet. Auf den dunklen Seiten hinterlässt man leicht Fingerabdrücke, und die Seiten sind teils sehr voll mit kleiner Schrift. Vielleicht wäre hier ein Set aus vier Einzelheften die praktischere Lösung gewesen.

Gut gefallen haben mir die Herausstellungen von Kernversen, die man so noch einmal separat auf sich wirken lassen kann, und die zusätzliche Einbettung der HfA-Texte (Übersicht der „Highlights", Schlüsselworte des jeweiligen Evangeliums etc.).
In die Bildsprache musste ich mich zuerst ein wenig einfinden. Einige Motive haben mich direkt angesprochen und sich fließend in ihren Kontext eingefügt, bei anderen konnte ich keine wirkliche Verbindung zum Text herstellen. Als besonders inspirierend habe ich die Tageslicht-Stadtaufnahmen, die Meerbilder und die ausdrucksstarken Porträtfotos empfunden.

Zusätzlich zu Bibeltext und begleitenden Bildern gibt es einige Themenseiten zu Glaubensbasics: Das Leben von Jesus, Gebet, Die Kirche / Die Gemeinde, Der Heilige Geist / Dreieinigkeit, Das Evangelium, Die Bibel, ...
Diese Kurzüberblicke sind wunderbar für „Neulinge im Glauben" geeignet, bringen aber auch für alle anderen als Erinnerungsstützen und Gedankenanstöße Wesentliches prägnant auf den Punkt.

In einem Satz:

„The Gospels“ ist eine interessante und innovative Darstellung der Evangelien, die als Set aus vier Zeitschriften für mich noch stimmiger gewesen wäre, aber auch so zum Blättern und (Wieder-)Entdecken einlädt.


Samstag, 23. April 2022

Die Lügendiebin (1) – Saskia Louis

Ueberreuter Verlag (14. Februar 2022)
Hardcover mit Lesebändchen: ‎ 416 Seiten  
ISBN: ‎ 9783764171285
Preis: 20,00 € / E-Book 15,99 €
Band 1 von 2

Worum geht's?

 
Was wäre, wenn man jede Art von Lüge sofort erkennen könnte?

Die 17-jährige Fawn ist die beste Lügendiebin Mentanos, denn mit ihrer roten Magie entlarvt sie Lügen, sobald sie ausgesprochen werden. Ein lukratives Geschäft, denn in den Dunkeldieben findet sie immer freudige Abnehmer ihrer brisanten Ware. Doch ihr größter Raubzug geht schief: Im Haus der adeligen Familie Falcron wird sie von Caeden, dem Sohn und Familienoberhaupt, ertappt. Und schon findet Fawn sich selbst in der größten Lüge ihres Lebens wieder: Um nicht ausgeliefert und gehängt zu werden, muss sie ab sofort Caedens Verlobte mimen. Denn mit ihrer Fähigkeit will Caeden endlich den Mörder seines Vaters entlarven. Und so spielt Fawn das gefährliche Spiel mit, das sie immer weiter in die Abgründe führt und zwischen die Fronten geraten lässt.
 
(Text des Verlag) 
 

Wie es mir gefallen hat:

Ehrlich gesagt interessierte die Wahrheit mich überhaupt nicht. Wahrheiten waren hässlich. Lügen hingegen, verheißungsvoll rot glänzende Lügen ... waren wunderschön.
(S. 21) 

Lügen, die man sehen kann – das klang für mich sofort nach einer großartigen Story-Zutat. Die Welt des Buchs wirkt ein wenig dystopisch, aber gleichzeitig auch sehr magisch – ein bisschen im Stil der „Die Farben des Blutes"-Reihe – und auch das hat mich von der ersten Seite an begeistert.
Die Lügenthematik ist toll umgesetzt. Hier sind der Autorin viele spannende Details eingefallen, z. B., dass sich sogar Gegenstände belügen lassen, welche Farben verschiedene Lügen haben, ...

Mit Fawn begleitet man eine Protagonistin, die alles andere als auf den Mund gefallen ist und absolut zu ihrem Eigensinn steht. In „Lord Kaltherz" alias Caeden findet sie ein passendes, nicht leicht zu durchschauendes Gegenüber. Die Schlagabtäusche zwischen den beiden machen Spaß, nehmen aber in manchen Situationen fast ein klein wenig überhand. 

Die Gespräche und Informationen zum Worldbuilding samt Lügendieben, Wissensjägern, Mauer, Bündnis, Königshaus, den Falcrons sowie Fawns Familie und Fähigkeiten, nehmen viel Raum ein, sodass ich die Geschichte insgesamt eher als langsam erzählt empfunden habe. Der Schwerpunkt liegt auf einer Vielzahl von Rätseln und mysteriösen Vorgängen sowie den oft humorvollen Gedankengängen und Dialogen statt auf Spannungsszenen und Handlungsfortschritten. Das ist einerseits toll, weil dadurch immer Neues Thema wird und sich noch als bedeutsam herausstellen könnte, führt andererseits aber auch dazu, dass man gegen Ende wirklich viele Puzzleteile hat, aus denen sich immer mehr Folgefragen ergeben (ich habe mal gezählt: Bei mir sind ganze sechzehn offen!). So wird es wahrscheinlich relativ schwierig, mit Zeitabstand in die Fortsetzung einzusteigen.

In einem Satz:

„Die Lügendiebin“ ist ein fantasievoller Dilogie-Auftakt mit Schwerpunkt auf den Dialogen und Geheimnissen im Hintergrund, das noch sehr viele Fragen offen lässt.

Mittwoch, 20. April 2022

Ein bisschen Konfetti macht noch keine Freundin – Inés María Jiménez

 Südpol Verlag GmbH (27. Februar 2022)
Gebundene Ausgabe, ‎ 208 Seiten
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3965941311
Preis: 15,00 € / E-Book 12,99 € 
 

Worum geht's?

Meine beste falsche Freundin!
Als die 16-jährige Cecilia, genannt Cilia, an die neue Schule kommt, erwartet sie alles Mögliche, aber nicht das: Gleich am ersten Tag wird sie von Hel angesprochen und in ihre Clique aufgenommen. Und Hel ist nicht irgendwer – Hel ist ein cooles, auffällig gekleidetes und tonangebendes Mädchen. Zum ersten Mal seit Langem fühlt sich Cilia nicht mehr als Außenseiterin, sie hat sogar plötzlich eine beste Freundin! Dass Hel dabei immer bestimmt, wo es langgeht, ist Cilia anfangs egal. Aber dann fängt Hel an, Cilia vor allen anderen bloßzustellen. Wie weit darf eine beste Freundin gehen?

»Ein bewegender Roman über eine toxische Mädchenfreundschaft«

(Text des Verlags) 
 

Wie es mir gefallen hat:

Wow, was für ein Buch.
Gespannt, wie die Geschichte das herausfordernde Thema toxischer Freundschaften (insbesondere in der Teenagerzeit) angehen würde, habe ich es innerhalb kürzester Zeit verschlungen.

Cilias Erzählstimme ist unglaublich stark und prägnant geschrieben. Man erlebt sie praktisch hautnah in all ihrer Verlorenheit und Naivität, mit ihrem Lebenshunger und der Sehnsucht, endlich irgendwo dazuzugehören. Und man wird Zeuge davon, wie sie an dem, was ihr widerfährt, wächst, mehr und mehr reflektiert und zu einer aufmerksamen jungen Frau wird, die für sich selbst und andere einzustehen lernt.

Der Autorin ist es extrem gut gelungen, eine permanente Untergrundspannung zu erzeugen. Während sie vom nach außen hin harmlosen Schulalltag und den Freizeitunternehmungen von Cilia und ihrer neuen Clique erzählt, spürt man eine starke Bedrohung im Zwischenmenschlichen, wartet mit angehaltenem Atem darauf, dass die Stimmung kippen und eine Abwärtsspirale in Gang kommen wird, aus der es kaum ein Entrinnen gibt. 

Die Protagonistinnen und die Entwicklungsstufen ihrer „Freundschaft“ sind bis ins Detail ausgearbeitet, die Nebencharaktere bringen weitere wichtige Facetten des Thema ein: Wie reagiert das Umfeld auf eine toxische Freundschaft bzw. wer nimmt sie überhaupt wahr? Wer verschließt die Augen davor und wer äußerst vielleicht Kritik oder bietet Hilfe an, nur um von der betroffenden Person wahrscheinlich scharf zurückgewiesen zu werden? Wie verhalten sich Menschen, die bereits ähnliche Erfahrungen machen mussten? Was bedeutet Eifersucht in einer toxischen Beziehung?

Titel und Covergestaltung hätte ich ganz anders gewählt, kann mir aber vorstellen, dass es für die Kernzielgruppe funktioniert – als eine Art sanfter Köder.

Es ist in vielen Punkten eine tragische Geschichte, die der Realität ganz nah kommt und weniger mahnend als ermutigend sagt: Wenn du das kennst, wenn das jemals auch in deinem Leben vorkommt, dann pass auf dich auf. Sieh genau hin. Tu was.

In einem Satz:

„Ein bisschen Konfetti macht noch keine Freundin“ zeigt auf eindringliche Weise, wie und warum man, ohne es zu merken, in toxische Beziehungen hineinrutschen kann – und das der Teufelskreis nicht endlos sein muss.

Samstag, 16. April 2022

Das verzauberte Puppenhaus (Villa Holunder) – Patricia Schröder

Coppenrath (15. März 2022)
Hardcover, 208 Seiten
ISBN: ‎ 9783649636588
Preis: 18,00 € / E-Book 13,99 €
Altersempfehlung: 8 und älter 
 

Worum geht's?

 
Mia kann es kaum abwarten: Morgen ist ihr Geburtstag und dann bekommt sie endlich das lang ersehnte Computerspiel „City of Dolls“. Umso geschockter ist sie, als ihre Familie ihr ein echtes Puppenhaus überreicht. Mit dabei ist ein geheimnisvoller Brief, aus dem einige Holunderbeeren und -blätter rieseln. Mias verschollene Tante Rikka bittet Mia darum, gut auf das Puppenhaus „Villa Holunder“ aufzupassen, und macht einige merkwürdige Andeutungen. Mias Neugier ist geweckt. Und als es dann auch noch geheimnisvoll raschelt und die kleinen Puppenhausbewohner wie von Geisterhand ihre Position wechseln, wird Mia klar, dass sie und ihr neuer Freund Luca gerade in ein großes Abenteuer hineinschlittern. 
 
Eine zauberhafte Geschichte mit ganz besonderen Hingucker-Seiten: Aufwendige Foto-Collagen lassen die Villa Holunder tatsächlich zum Leben erwachen!
 
(Text des Verlags) 
 

Wie es mir gefallen hat:

Der besondere Kinder-Roman heißt es im Button auf dem Cover, und hätte ich mich nicht schon deswegen für dieses Buch interessiert, weil ich die Autorin seit meiner eigenen Kindheit sehr schätze, wäre meine Neugier spätestens hiermit, in Kombination mit dem Puppenhausthema, geweckt gewesen. Ich gehöre zu den Menschen, die sich immer gewünscht haben, dass ihr Spielzeug lebendig werden würde (auch wenn es das in der Fantasie natürlich sowieso wurde). 

Das Buch hat ein ungewöhnlich großes Format und eignet sich eher zum (gemeinsamen) Lesen zu Hause statt für unterwegs. An die Textverteilung in Spalten musste ich mich erst gewöhnen, zum Vorlesen ist das aber bestimmt sehr angenehm.
Aufwendige Puppenhausfotografien/-collagen und andere farbenfrohe Bildelemente begleiten die Geschichte. Der Erzählstil ist nah an Mia, hin und wieder gibt es außerdem direkte Leseransprachen und Vorausdeutungen, was sehr gut zur Art des Buchs passt und unter Garantie auch bei der Zielgruppe super ankommt.
 
Erhofft habe ich mir viele fantasievolle Details und ein turbulentes, spannend-lustiges Abenteuer, und genau das habe ich auch bekommen. Es war wundervoll, mit Mia die Geheimnisse und die Magie der Villa Holunder zu entdecken und den coolen Luca kennenzulernen, der beherzt mit den Bildern bricht, die vermutlich immer noch zu viele Menschen eben so von coolen Jungs haben.
Auch Mias Freundinnen Larissa und Neomi haben es mir angetan, zumal ich eine Schwäche für schwierige Charaktere habe. Demzufolge war ich etwas enttäuscht, dass das Verhalten der beiden und das, was eigentlich dahintersteckt, sehr kurz kommen; auf der anderen Seite ist die diesbezüglich vermittelte Message, sich mit den richtigen Menschen zu umgeben und wahre Freundschaft zu leben, sehr wichtig und schön.
Last but not least habe ich natürlich die Puppenhauskinder und ihren Opa sowie Kater Konsti ins Herz geschlossen.

Schön ist, dass es auch für erwachsene (Vor-)Leser immer wieder Überraschungen gibt, wenn man zu erahnen glaubt, worauf die Autorin mit einem Handlungsstrang oder einer Figur hinauswill. Meine Theorien und Vorhersagen haben sich jedenfalls mehrmals als falsch erwiesen, und Spuren, die gelegt waren, fielen mir erst wieder ein, als sie für den weiteren Verlauf wichtig wurden.

Am Ende geht es nach dem bis dahin eher gemäßigten Erzähltempo Schlag auf Schlag, und in einem kurzen Abschlusskapitel werden noch einige Infos zur Auflösung und dem Ausgang des Ganzen untergebracht. Für mich hätte dieser Teil noch mehr Raum einnehmen dürfen, weil ich mich so nach dem atemlosen Sprint durch die „kriminellen“ Verwicklungen etwas in der Luft hängengeblieben fühlte.

In einem Satz:

„Das verzauberte Puppenhaus“ ist eine fantasievoll in Szene gesetzte Geschichte voller Ideenreichtum, Humor und Spannung, eine Hommage an alte, wundersame Dinge und den Wert echter Freunde.

 

Samstag, 26. März 2022

From Now On (Rena & Callan 1) – Emma Lindberg

 
Moon Notes / Oetinger (8. Februar 2022)
Broschiert , ‎ 352 Seiten
ISBN: ‎ 9783969760000
Preis: 15,00 € / E-Book 9,99 € 
Altersempfehlung: 16 + 
Band 1 von 2 
 

Worum geht's?

Serena zeichnet für ihr Leben gern, schläft mit einer Schere unter dem Kissen und hat Angst vor der Zahl 13. Callan ist nie ohne Gitarre anzutreffen, trägt Motiv-Boxershorts und verheimlicht die Alkoholprobleme seines Vaters. Beide kennen sich seit einer Ewigkeit – und empfinden für den anderen mehr, als sie zugeben wollen. Denn Cal ist der beste Freund von Renas Bruder und ihre heile Familie sein Zufluchtsort, den er auf keinen Fall verlieren will. Doch ihre Verliebtheit lässt sich nicht ignorieren, und bei einem gemeinsamen Campingtrip wird die Harmonie zwischen den dreien auf eine harte Probe gestellt.
 
(Text des Verlags)

Wie es mir gefallen hat:

Gar nicht so leicht, bei diesem Buch zu einem klaren Fazit zu kommen. Für mich war es auf der anderen Seite super zu lesen, gerade bezüglich der schweren Themen emotional packend umgesetzt und bezüglich der leichtereren schön humorvoll – auf der anderen fand ich doch das eine oder andere noch nicht ganz ausgefeilt, strange oder sogar ein wenig fragwürdig.

Zuerst war ich überrascht, dass es sich hier bei den Charakteren um Teenager handelt; von der Storyline her hat sich aber schnell gezeigt, warum das Buch bzw. die Dilogie im NA-Bereich platziert wurde (auch wenn es relativ große Schwankungen gibt zwischen Teenie- und erwachsenerem Verhalten, aber das ist wohl durchaus authentisch). Ich finde es spannend und innovativ, wie die Dilogie im Gesamten angelegt wurde (mehr zu sagen, würde spoilern).
Den Erzählstil habe ich auf positive Weise als eigener empfunden, als das in diesem Genre häufig der Fall ist; der Ich-Perspektivwechsel zwischen Serena und Callan ist toll. Auch gewinnt die Geschichte durch Themen wie (Wahl-)Familienzugehörigkeit, Zuhausesein bei Menschen und weiteren an Gehalt.

Es hat sich schnell gezeigt, dass Rena und Cal zum Teil nicht dasselbe Verständnis von Romantik haben wie ich, aber das anfängliche Katz-und-Maus-Spiel und die Tiefe, die sich in ihrer Beziehung nach und nach entfaltet, haben mir gut gefallen.
Obwohl es eine Lovestory ist, hätten weitere Charaktere, insbesondere der für die Konstellation eigentlich so wichtige Darren, gut noch mehr Raum im Buch vertragen können. Teils blenden Cal und Rena ihre Mitmenschen und deren Gefühle ziemlich aus, weil sie so aufeinander fixiert sind. Auch die Vorgeschichte der beiden hätte noch mehr ausgeführt werden können, z. B. was Renas vorangegangene Liasion mit dem Nachbarsjungen angeht. 
 
Gegen Ende konnte ich bei ein paar der Grundsatzfragen, die aufkamen, die Haltung bzw. Reaktionen der Charaktere, vor allem bei Rena, nicht wirklich nachvollziehen und das hat für mich die Stärke ihrer Gefühle in Zweifel gezogen. Deshalb blieb für mich ein leicht bitterer Nachgeschmack. Nichtsdestotrotz haben mich diese Entwicklungen immerhin definitiv zum Nachdenken und Reflektieren angeregt.

Hervorheben möchte ich außerdem noch, was für einen beeindruckenden Kontrast die Autorinnen geschaffen haben zwischen Glücksgefühlen/Geborgenheit/Sicherheit und leidvollen Erfahrungen.

In einem Satz:

„From Now On“ ist eine mal etwas anders aufgezäumte New-Adult-Lovestory, die trotz einiger Kritikpunkte Topunterhaltung (von sweet bis herzzereißend) liefert.