Dienstag, 21. Juni 2016

♪ ♫ It's gonna be a book summer ♫ ♪

Rezept für den perfekten Sommer-Mix 2016

Diesen Post möchte ich dem Sommer widmen - denn heute ist ja endlich offizieller Sommeranfang! :)

Ich habe mir in diesem Jahr eine Sommerleseliste zusammengestellt, bunt zusammengemischt aus älteren Titeln und Neuerscheinungen. Doch eins haben alle Bücher dieser Liste gemeinsam: Sie tragen den Sommer im Titel oder Cover.
Vielleicht ist ja auch für euch noch das ein oder andere Must-Read für den Urlaub dabei oder ihr habt das eine oder andere bereits selbst gelesen. Ich freue mich, wenn ihr einen Kommentar da lasst ;) 

Zutaten für meine Sommer-Leseliste:


Zuerst einmal habe ich meinen SuB durchforstet und einige Sommerbücher zu Tage befördert, deren Zeit jetzt gekommen ist.

Ein Bündel Selbstfindung und Zukunfssorgen mit sommerlicher Liebesgeschichte

 "Fern wie Sommerwind" von Patrycja Spychalski

Ein Esslöffel Mord & Spannung




Drei Teelöffel Herzschmerz & Sommerflirt






Ein Becher Fluch & Geheimnisse



 
Ein Päckchen Hollywood















Natürlich gibt es noch Hunderte anderer vielversprechender Sommertitel. Ich liebäugele z.B. mit "Herzmuschelsommer" von Julie Leuze (2016) oder "Funkensommer" von Michaela Holzinger (2015).
 



Zuerst drei sehr unterschiedliche Sommerbücher:


"Kirschroter Sommer" von Carina Bartsch (2011) dürfte den meisten von euch ein Begriff sein. Meine Rezi dazu fiel damals zwar nicht hundertpro überzeugt aus, aber Band 2 war super (der passt nur vom Titel nicht hierher :D)

"Pfirsichsommer" von Jodi Lynn Anderson dagegen ist vermutlich kaum jemandem mal begegnet. Dabei ist es ein wirklich wunderwunderschönes Sommerbuch über die Freundschaft dreier sehr unterschiedlicher, sehr starker Protagonistinnen. Ein echter Geheimtipp!
Das Buch ist schon etwas älter (von 2006) und leider nur noch gebraucht erhältlich (ich wär ja für eine Neuauflage mit besserem Cover). Vorteil: Man bekommt es extrem günstig.

"Gegen das Sommerlicht" von Melissa Marr (2007) ist der wahrscheinlich wieder bekanntere Auftakt zur fünfteiligen Sommerlicht-Serie. Meine Rezi gibt es hier.

Dann habe ich hier noch zwei aktuellere Lesetipps für alle, die es gern lockerleicht mögen:


 
"Dieser Sommer gehört noch uns" von Heike Karen Gürtler (2015) ist ein Jugendbuch über die schwierige Umbruchszeit nach dem Abi vor der wunderschönen Kulisse des Gardasees. Meine Rezi gibt es hier.

"Mein Sommer nebenan" von Huntley Fitzpatrick (2013, TB 2015) ist ebenfalls ein schönes realistisches Sommerbuch. Zur Rezi


Und schließlich noch DIE Sommerreihe meiner Jugend, mit der ich immer noch viele schöne Leseerinnerungen verbinde. Inzwischen ist auch der fünfte Band in der Mitte auf Deutsch herausgekommen.


Was sagt ihr zu meiner Auswahl? Und was sind eure Top-Sommerbücher?
Ich wünsche euch allen einen tollen bücherreichen Sommer :)

Montag, 20. Juni 2016

Die 5. Welle - Rick Yancey

Rezension zu "Die 5. Welle"
von Rick Yancey

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
 Goldmann Verlag (14. April 2014)
ISBN-13: 978-3442313341
Originaltitel: The Fifth Wave Vol. 1
Band 1 von 3

Worum geht's?


"Ich lag völlig falsch", sagte er. "Bevor ich dich gefunden habe, dachte ich, man könnte nur dann durchhalten, wenn man etwas findet, wofür man leben kann. Das stimmt nicht. Um durchzuhalten, muss man etwas finden, wofür man bereit ist zu sterben. (S. 302)
Die Menschheit hat bereits vier Wellen hinter sich: Dunkelheit, Zerstörung durch Tsunamis, ein tödliches Virus und die sogenannten Silencer, die überall auf ihre Opfer lauern.
Cassie lebt in dieser dem Untergang geweihten Welt. Die ersten vier Wellen haben ihr ihre Eltern und ihre Freunde genommen. Ihr kleiner Bruder ist mit unzähligen anderen Kindern weggebracht worden.
Auf sich allein gestellt kämpft Cassie in der Wildnis ums Überleben, immer in Angst vor den Anderen, die von ihrem Planeten gekommen sind, um die Welt in Besitz zu nehmen und zuvor alles menschliche Leben darauf auszulöschen. Denn diese halten längst die fünfte Welle bereit ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich denke, die Reihe dürfte den meisten von euch, vor allem seit der Kinoverfilmung, bekannt sein. Als Fan von SciFi und Dystopien hatte ich mir schon einige Zeit vorher den ersten Band ertauscht und habe ihn dann von meinem SuB befreit, bevor ich in dem Film war.
Die Rezension schiebe ich aus unerfindlichen Gründen schon seit einer Weile vor mir her - aber heute ist der Tag gekommen :)

Wie es mir gefallen hat:


Was mir als Erstes einfällt, wenn ich an "Die fünfte Welle" zurückdenke, ist die düstere, bedrohliche Grundstimmung. Es ist ganz klar ein Buch mit dem gewissen Spannungsfaktor, der besonders durch das "Jeder könnte ein Feind sein"-Prinzip entsteht.
Ich persönlich finde es immer sehr raffiniert, eine Geschichte so aufzubauen, ähnlich wie bei "Pretty Little Liars" oder der "Night School"-Reihe muss man hier immer auf der Hut sein. Jeder könnte es sein, wahrscheinlich sogar Charaktere, die man bereits zu kennen glaubt.

Besonders gut gefallen hat mir auch der Schreibstil. Er passt perfekt zu der Art von Buch, ist sehr eindrücklich, direkt und geradezu schonungslos.
Kennt ihr das, wenn man manchmal beim Lesen, das Gefühl hat, dass man Beschreibungen oder Formulierungen anderswo schon mal in ähnlicher Weise gelesen hat? Das ist hier überhaupt nicht der Fall. Rick Yancey stellt unter Beweis, dass er sehr talentiert darin ist, selbst banale Dinge auf originelle Art auszudrücken. Man bleibt an Vergleichen hängen, die man so selbst vielleicht nie gezogen hätte, und die es doch auf den Punkt treffen.

Einen weiteren Pluspunkt vergebe ich an den Perspektivwechsel. Ich war erst davon ausgegangen, dass wir die ganze Zeit über Cassie begleiten würden, doch dann kam überraschend noch ein anderer Blickwinkel hinzu. Das Einzige, was hier vielleicht noch sinnvoll gewesen wäre, wäre eine kleine Vorwarnung. Da der Wechsel nicht gekennzeichnet wurde, war ich erst total verwirrt, warum Cassie sich auf einmal so männlich benommen hat :D

Wie ich die Verfilmung finde:


Wo ich schon die Vergleichsmöglichkeit zum Film habe, möchte ich darüber auch noch ein paar Worte verlieren. Wahrscheinlich ist es keine Überraschung, wenn ich es so zusammenfassen kann: Das Buch ist besser. ABER: Damit will ich nicht sagen, dass der Film sich nicht lohnt.
Ich fand ihn insgesamt sogar ganz gut gelungen. Die Schauspieler haben ihre Sache gut gemacht und auch die verschiedenen Wellen, von denen ich vorher nicht wusste, wie sie filmisch wohl glaubhaft umgesetzt werden könnten, sind geschickt inszeniert worden.

Gestört haben eigentlich nur die üblichen Filmmankos: da nicht so viel Raum ist wie auf 500 Buchseiten, kamen manche Dinge zu kurz und hätten für mich, hätte ich nicht schon vorher das Buch gelesen, vielleicht gar keinen Sinn ergeben. Für Insider: Dass die ganze Wonderland-Sache rausgekürzt wurde, fand ich schade.
Während im Buch schwere Verletzungen auch die entsprechenden Folgen hatten, hüpfen im Film natürlich selbst angeschossene Personen tapfer weiter und kämpfen fast schmerzfrei.
Außerdem wurde die Liebesgeschichte unnötig aufgebauscht. So gab es im Film z.B. eine extra Baden-im-See-Szene, nur damit Cassie und das Publikum auch ja mitkriegt, was für einen tollen Körper Evan doch hat.
Aber mit solchen Dingen hat man bei Verfilmungen eben immer zu rechnen ;)

(Für wen) Lohnt es sich?


Es lohnt sich auf jeden Fall, am besten vorm Anschauen des Filmes, weil die Enthüllungen im Buch noch deutlich gravierender wirken.
Ich würde es sowohl für Mädchen als auch für Jungs ab ca. 14 Jahren empfehlen - und natürlich auch alle Älteren, die gern in dem Genre unterwegs sind.
 

In einem Satz:


"Die fünfte Welle" bietet mehr als nur ein x-beliebiges Weltuntergangsszenario und ist ein gekonnt geschriebener Spannungsroman.

Montag, 13. Juni 2016

Monday Club 2 - Krystyna Kuhn

Rezension zu "Monday Club - Der zweite Verrat"
von Krystyna Kuhn


Gebundene Ausgabe, 384 Seiten 
Verlag Friedrich Oetinger (9. Mai 2016)
ISBN-13: 978-3789140624
Band 2 von 3

Worum geht's?


Ja, Kinder lebten oft in einer Traumwelt. Sie dachten sich Wesen aus, mit denen sie redeten und sogar spielten; sie fürchteten sich vor Monstern; sie konnten alles sein, was sie wollten. Doch irgendwann hörte das auf. Aber nicht bei mir. Ich lebte in zwei Welten. (S. 134)
Seit Amys Tod ist in Fayes Leben nichts mehr, wie es war. Nicht einmal ihrer Tante Liz kann sie noch trauen; schließlich ist auch sie Teil des Monday Clubs. Dass sie plötzlich eine neue Diagnose für Fayes Krankheit stellt und sie unbedingt wieder zu ihrer früheren Psychologin schicken will, bestärkt Faye nur noch in ihrem Verdacht. Gemeinsam mit ihren Freunden und dem geheimnisvollen Luke versucht Faye verzweifelt, den Machenschaften des Monday Club auf die Spur zu kommen und sich selbst zu retten - denn Virginia Donellys letzte Worte an sie haben sich in ihr Gedächtnis eingebrannt: Du wirst die Nächste sein.

 

Was mich neugierig gemacht hat:


Der erste Band hatte mich mit den vielen Geheimnissen und dem außergewöhnlich sogartigen Erzählstil bereits in seinen Bann gezogen und die Fortsetzung habe ich gleich im Anschluss verschlungen. Ich war sehr gespannt, welche Enthüllungen Band 2 bereithalten würde.

Wie es mir gefallen hat:

 

Gleich auf den ersten Seiten weiß dieser Trilogie-Mittelteil zu punkten. Es beginnt mit einem kurzen Einschub à la "Was bisher geschah", in dem alle wichtigen Ereignisse aus Band 1 noch einmal nacherzählt sind. So hat man auch dann, wenn es schon eine Weile her ist, dass man diesen gelesen hat, keine Einstiegsschwierigkeiten und ist gleich wieder auf dem Stand der Dinge. Das finde ich super und würde ich mir auch für andere Buchreihen wünschen.

Wieder beginnt die Geschichte mit einem mysteriösen Prolog aus dem Monday Club sowie zusätzlich einem Kapitel, in dem eine neue Figur eingeführt wird. So steigt man sofort wieder mit einem ganzen Bündel neuer Fragezeichen ein.
Aus jedem Verdacht ergeben sich neue Rätsel, und der Schlüssel scheint in Fayes Kindheit vergraben zu liegen.

Fayes Situation spitzt sich immer mehr zu. Sie weiß überhaupt nicht mehr, wem sie was noch glauben kann. Ihre Verzweiflung und Ängste werden fast greifbar.
"Menschen, die ich zu kennen glaubte, wurden zu Fremden. Dinge, derer ich mir stets sicher gewesen war, brachen auseinander. Meine Gedanken taumelten am Rand eines Abgrunds." (S. 65)
Drei Kritikpunkte habe ich bei diesem Band. Der erste richtet sich an den Verlag - was um alles in der Welt soll dieser Klappentext? Darin werden Dinge verraten, die erst ganz am Ende des Buches passieren! Also Tipp an alle, die das Buch noch lesen möchten: Nicht auf die U4 schauen!

Das zweite ist etwas, das mich auch beim ersten Band schon ein wenig gestört hat: Fayes Freunde kommen sehr kurz. Die Figuren Ginger, Caleb und Josh hätten noch viel mehr Potenzial, und auch wenn ich es an sich passend finde, dass es nur eine kleine Liebesgeschichte am Rand gibt, müssten Fayes Gefühle in dieser Hinsicht meiner Meinung nach noch ein bisschen nachvollziehbarer werden.

Zum Dritten habe ich mich während des Lesens öfter über die Reaktionen der Charaktere gewundert. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Faye und Luke die falschen Fragen stellen und Spuren, die ich für vielversprechend gehalten hätte, einfach nicht nachgehen. Das war beim ersten Teil noch nicht so ausgeprägt.

Bei dieser Reihe habe ich sehr stark den Eindruck, dass sich für mich erst ganz am Ende entscheiden wird, ob sie mir gefällt. Noch kann ich einfach zu wenig einschätzen, auf was das Ganze hinauslaufen wird. Zum Ende dieses Bands hin wurde es mir fast zu viel mit den mysteriösen Vorfällen.
Der Monday Club war überall. Er wachte über uns wie ein Schutzengel, bis er seine Flügel ausbreitete und sich in eines dieser Fabelwesen verwandelte, die den Tod brachten. (S. 203)

(Für wen) Lohnt es sich?


Wer schon den Auftakt der Trilogie gelesen und für gut befunden hat, den wird auch der weitere Verlauf der Reihe nicht enttäuschen.
Quereinsteigen ist eher schwierig, da die Ereignisse aus Band 1 nahtlos fortgeführt werden. Notfalls ist man aber durch die kurze Zusammenfassung am Anfang des Buches ausreichend informiert.
 

In einem Satz:


"Monday Club - der zweite Verrat" knüpft perfekt am ersten Band an, hält die Spannung durchgehend und liefert jede Menge neuer offener Fragen.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Monday Club 1 - Krystyna Kuhn

Rezension zu "Monday Club - Das erste Opfer"
von Krystyna Kuhn

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Oetinger (17. Juli 2015)
ISBN-13: 978-3789140617 
Band 1 von 3

Worum geht's?


"Faye, was für Lügen erzählen sie sonst noch?", setzte Luke nach. "Was steckt hinter diesem Monday Club? Warum all das Gerede von Geheimhaltung, wenn sie nichts zu verbergen haben, sich angeblich nur um Wohltätigkeit und soziale Zwecke kümmern?"
(S. 281)
Faye ist sechzehn und leidet, seit sie sich erinnern kann, unter idiopathischer Insomnie, einer seltenen Schlafkrankheit, durch die es ihr oft schwerfällt, Realität und Illusion auseinanderzuhalten.
Als ihre beste Freundin Amy umkommt, gerät Fayes zerbrechliche Welt ins Wanken - nur wenige Stunden nach ihrem Tod steht Amy ihr plötzlich gegenüber. Ist es nur Einbildung? Oder steckt hinter allem doch weit mehr als ein Autounfall?
Bald merkt Faye, das sie niemandem mehr trauen kann - ganz besonders nicht den Mitgliedern des geheimnisvollen Monday Clubs, dem auch ihre eigene Tante angehört ... und seit Kurzem auch Fayes Freund Josh.
Es beginnt ein verstörendes Verwirrspiel aus dunklen Geheimnissen, die nur splitterhaft ans Licht kommen ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich habe vor Jahren einen von Krystyna Kuhns Arena-Thrillern - "Märchenmord" - gelesen, den ich vom Stil her in guter Erinnerung hatte. Als es dann auf der Frankfurter Buchmesse eine Lesung zum Auftakt der "Monday Club"-Reihe gab, habe ich mich überzeugen lassen und mir das Buch gleich gekauft und signieren lassen.
Ab und zu lese ich ganz gern mal einen Thriller - dass hier auch noch eine gute Portion Mysteriöses hinzukommt, hat mir gefallen. Außerdem finde ich die Krankheit der Protagonistin sowie ihre Hochsensibilität sehr spannend.

Wie es mir gefallen hat:


"Ein perfides Spiel um Wahn und Wahrheit!" - so der Werbetext. In diesem Fall wird damit der Nagel auf den Kopf getroffen.
Schon der Prolog wirft viele Fragen auf, die einen während des ganzen Buches nicht loslassen. Begleitet man dann Faye durch die Geschichte kommen immer mehr Puzzleteile hinzu, die man nicht richtig einordnen kann. Glaubt man, eine Spur zu haben, tut sich gleich eine neue Geheimnisquelle auf - ein mysteriöser Vorfall, mitgehörte Gesprächsfetzen, die man nicht versteht, eine Person, deren Verhalten man nicht einschätzen kann oder etwas, das Faye erlebt, wobei die Grenzen von Wirklichkeit und Traum verwischen. Das hat mir sehr gut gefallen; dadurch bleibt man am Ball und versucht, sich kein Detail entgehen zu lassen.

Ebenfalls sehr fasziniert bin ich von der Atmosphäre des Buches. Dadurch, dass Faye als Ich-Erzählerin auftritt, nimmt sie einen als Leser direkt mit hinein in ihre komplexe Welt aus Eindrücken, Sinnestäuschungen, Ängsten und der fortwährenden Suche nach der Wahrheit.
Ihre Außergewöhnlichkeit führt dazu, dass die Geschichte einen fast magischen Sogfaktor bekommt. Allerdins kann es dadurch zu Beginn ein bisschen dauern, bis man sich in Fayes Welt zurechtfindet.

Das Einzige, was meiner Meinung nach einen winzigen Abzug zur Folge haben muss, ist die Gestaltung einiger Charaktere. Vielleicht liegt es an der Art der Protagonistin, ihre Umwelt wahrzunehmen, aber ich hatte bei einigen Figuren das Gefühl, sie nicht recht greifen zu können. Bei einigen von ihnen macht natürlich gerade das den besonderen Reiz aus - so z.B. bei Fayes Tante Liz oder der (vermeintlich?) verrückten Missy.
Andere aber hätte ich mir noch etwas plastischer gewünscht, in erster Linie Luke, den geheimnisvollen Neuzugang in Bluehaven, oder eben auch Fayes Freund Josh. Von den Jungs konnte ich mir kein richtiges Bild machen und so auch nur schwer Fayes Gefühle ihnen gegenüber nachvollziehen.

Worauf alles hinauslaufen wird, ist noch sehr schwer abzuschätzen. Noch könnte es sowohl zu einer komplett realistischen Auflösung kommen oder eben auch zu einer mit Mystery-Elementen. Ich persönlich erhoffe mir, dass es in diesem Fall nicht zu sehr ins Fantastische abdriften wird.

(Für wen) Lohnt es sich?


Der "Monday Club"-Auftakt lohnt sich für alle, die spannende Bücher mit jugendlichen Protagonisten mögen, gern miträtseln, Geheimnisse lieben, die nur langsam enthüllt werden, und sich auf eine außergewöhnliche Atmosphäre einlassen können, die fast etwas Rauschhaftes hat.
Durch das offene Ende kann das Buch nicht für sich stehen, sodass es sich eigentlich nur lohnt, wenn man die ganze Trilogie liest.
 

In einem Satz:


"Monday Club - Das erste Opfer" ist ein unglaublich geheimnislastiger, stimmungsvoller erster Band, der einen gespannt und voller Fragen zurücklässt.

Montag, 6. Juni 2016

Pandora - Eva Siegmund

Rezension zu "Pandora - Wovon träumst du?"
 von Eva Siegmund

Taschenbuch, 496 Seiten
Verlag: cbt (11. April 2016)
ISBN-13: 978-3570310595
Band 1 von 1

Worum geht's?


"Träume sind die vierte Gewalt in diesem Staat, Träume können Menschen dazu bewegen, Dinge zu tun, die sie niemals für möglich gehalten hätten." (S. 425)
Sophie Kirsch und Liz Karweiler stammen aus völlig verschiedenen Ecken Berlins - die eine ein eher zurückhaltendes Mädchen aus eher einfachen Verhältnissen, die andere gewöhnt an ein Leben im Luxus und sehr selbstbewusst. So gesehen scheinen die beiden nicht viel gemeinsam zu haben. Bis sie aufeinander treffen und feststellen, dass sie Zwillinge sind.
Gemeinsam versuchen sie, ihre Vergangenheit und die Gründe ihrer Trennung zu ergründen und erkennen schnell, dass ihre Familiengeschichte eng mit der Firma verknüpft ist, in der vor Jahren der SmartPort erfunden wurde - der Chip, der das Internet direkt mit dem Kopf der Menschen verknüpft. Und der vor Missbrauch nicht so sicher zu sein scheint, wie die beiden bislang geglaubt haben ...


Was mich neugierig gemacht hat:


Auf den ersten Eindruck schien hier alles perfekt: eine realistische Zukunftsdystopie, nicht allzu weit entfernt von unserer Zeit, die spannenden Themen Träume, Manipulation und technischer Fortschritt bis zur Verknüpfung des Internets mit dem Gehirn und ein träumerisch, leicht melancholisches Cover. "Pandora - Wovon träumst du?"war für mich eines dieser Bücher, die nicht für später auf die Wunschliste gepflanzt werden können, sondern sofort gelesen werden wollen. Bei einer Leserunde hatte ich dann Glück und habe ein Rezensionsexemplar gewonnen.

Wie es mir gefallen hat:


Der Einstieg in das Deutschland der Zukunft fällt bei diesem Buch sehr leicht. Die Details werden nicht ausschweifend erklärt, sondern fließen nach und nach ganz von selbst in die Geschichte mit ein, sodass man sich schnell zurechtfindet und immer wieder von den Ideen der Autorin fasziniert ist. Zum einen sind die Schauplätze so gut beschrieben, dass man selbst dort zu sein meint, zum anderen sind auch die aktuellen Themen sehr feinfühlig und glaubhaft eingewebt.
Besonders alles rund um die SmartPorts und die dadurch möglich gewordenen Eingriffe in die Träume der Menschen waren sehr interessant. Das Bedürfnis des Menschen von heute, online ja nichts zu verpassen und mit allen rund um die Uhr vernetzt zu sein, könnte ja durchaus dazu führen, dass ein technisches Gerät als Mittler irgendwann nicht mehr ausreicht. Dann muss das Internet noch näher - direkt in den Kopf hinein. Spannend ist hierbei auch, dass es für die verschiedenen sozialen Schichten verschiedene Modelle gibt, die entweder werbefinanziert sind oder eben nicht.

Erzähltechnisch gibt es einen Wechsel zwischen den beiden Schwestern und Einschüben, in denen Träume wiedergegeben werden oder ein personaler Erzähler auftritt. Das hat mir an sich gut gefallen. Nur ganz selten habe ich bei den Übergängen zwischen den Kapiteln für ein paar Zeilen die Orientierung verloren, dass die Perspektive gerade von Liz zu Sophie oder anderherum gewechselt hatte.

Die Hintergrundgeschichte wird Stück für Stück gelüftet. An manchen Stellen hätte es meiner Meinung nach noch etwas gestrafft werden können, da die Mädchen hin und wieder bei ihrer Suche doch fast ein bisschen trottelig vorgehen.
Relativ früh hatte ich einen Verdacht, der sich dann auch bewahrheitet hat. Es gab aber auch noch einige fehlende Puzzleteile, mit denen ich so nicht gerechnet hatte.

Mein größter Kritikpunkt betrifft die Figuren. Es hat mich ein wenig gestört, dass die Schwester so klischeehaft in "Reich & Frech" und "Arm & Schüchtern" eingeteilt worden sind. Dazu kamen dann noch die eher störenden Liebesgeschichten, bei denen gefühlt einfach vieles im falschen Moment passiert ist.
Eine für die Handlung wichtige Figur wurde sogar erst im letzten Fünftel des Buches eingeführt, was ich sehr schade fand - so kam die betreffende Person wie aus dem Nichts.
Das Finale und die Auflösung ist einerseits spannend, stellenweise aber vielleicht ein wenig zu konstruiert.
Am Ende gibt es noch einen kleinen Ausblick, wie das Leben für die Charaktere weitergehen wird - hier hätte ich noch ein kleines bisschen mehr erwartet, um das Ganze abzurunden und alle Fäden zusammenzuführen.

Von den Ideen und den Beschreibungen her hat mich das Buch also begeistern können, die Charaktere und ihre Handlungen allerdings haben es mir manchmal nicht ganz leicht gemacht.

(Für wen) Lohnt es sich?


Das Buch lohnt sich auf jeden Fall, wenn man realistische Zukunftsszenarien mag, in denen die heutigen Gegebenheiten weiter gedacht und zugespitzt werden.
Besonders schön ist es, wenn man die Schauplätze in Berlin selbst kennt.
Nur wer besonderen Wert auf Charakterentwicklung und die Liebesgeschichte liest, könnte hier ein bisschen enttäuscht werden.
 

In einem Satz:


"Pandora - Wovon träumst du?" ist eine sehr einfallsreiche Dystopie, die gerade dadurch zum Nachdenken anregt, dass die geschilderte Zukunft gar nicht so weit weg von unserem Alltag zu sein scheint, von den Charakteren und ihren Beziehungen zueinander her aber leider nicht ganz überzeugen kann.

Dienstag, 31. Mai 2016

Flügelschmerzen - Nadin Hardwiger

eBook, 11 Seiten
ISBN: 9783960870005
Verlag: booksnacks.de (29. Mai 2016)
Kurzgeschichte  


Worum geht's?


Belana ist eine Fee - eine Fee, die sich in David, einen Menschen, verliebt hat. Die in Begriff ist, ihn zu heiraten. Doch kann sie für ihn ihre Magie hinter sich lassen? Denn wenn sie in wenigen Stunden vermählt werden, wird die Fee in ihr sterben. Ist Belana wirklich bereit, diesen Weg zu gehen?


Was mich neugierig gemacht hat:


Habt ihr schon von den "booksnacks" gehört? Das sind - wie der Name schon sagt - kleine Lesehäppchen für zwischendurch, die man in wenigen Minuten verschlingen kann, zum Beispiel, wenn man gerade auf die Bahn wartet, noch zu früh dran ist, um gleich aus dem Haus zu gehen, oder einfach kurz aus dem Alltagsstress wegtauchen muss.

"Flügelschmerzen" war mein erster booksnack und ich war sehr gespannt, ob in einer Geschichte mit einem derart kurzen Umfang überhaupt etwas rüberkommt und wie mir das Prinzip generell gefallen würde.

Eine kurze Vorstellung des booksnacks-Konzepts sowie die Plattform habe ich euch hiermit verlinkt.

Wie es mir gefallen hat:


Trotz ihrer Kürze erzählt die Geschichte anhand mehrerer kleinerer Szenen, die verschiedene Momente desselben Tages einfangen, viel mehr als tatsächlich schwarz auf weiß dort steht. Die Fantasie wird beim Lesen angeregt, und man denkt weiter: Wie mögen Belana und David sich kennengelernt haben, was mag die Vorgeschichte gewesen sein, was passiert zwischen den Ausschnitten des Tages, die man liest, und wie wird es nach diesem Ende weitergehen?
Man sollte es also mögen, wenn vieles offen gelassen wird. Mir persönlich hat es in diesem Fall gut gefallen.

Die Kurzgeschichte ist sehr atmosphärisch und gibt einem das Gefühl, tatsächlich diesen Tag mitzuerleben und nicht nur die wenigen Minuten, nach denen man die letzte Seite gelesen hat.

Insgesamt kann ich diesen booksnack also empfehlen.
Das Einzige, was mir bei der kurzen Geschichte zu kurz war, war das abrupte Ende, wo man als Leser förmlich aus dem Geschehen hinauskatapultiert wird, als ob man aus einem Albtraum wach würde und nicht weiß, ob der noch ein gutes Ende gefunden hätte.


(Für wen) Lohnt es sich?


Die booksnacks im Allgemeinen eignen sich auf jeden Fall super, wenn man lesetechnisch nur etwas Kleines zum Naschen braucht und nicht an einem längeren Buch weiterlesen möchte, da man gerade auf dem Sprung ist. 
"Flügelschmerzen" speziell ist natürlich vor allem etwas für romantisch veranlagte Fantasy-Leserinnen, die nicht alle Fragen beantwortet haben wollen, sondern gern Raum bekommen, um Geschichten im Kopf selbst weiterzuspinnen.
 

In einem Satz:


"Flügelschmerzen" ist genau das, was der kurze Werbetext verspricht: "eine kurze Liebesgeschichte mit unsicherem Ausgang", die auf wenigen Seiten einen stimmungsvollen Spannungsmoment liefert.




Mein Dank für das Rezensionsexemplar dieser Geschichte geht an:


Montag, 30. Mai 2016

Dark Blue - Fabiola Delano

"Dark Blue - das Leuchten der Tiefe"
von Fabiola Delano



eBook, 324 Seiten
 ISBN 978-3-95927-006-9
Verlag: Oetinger34 (1. Februar 2016)
Band 1 von 2
  

Worum geht's?


Noemi ist in Calypso aufgewachsen, einer Kuppelstadt unter dem Meer, in die die Menschen sich zurückgezogen haben, als die Erde unbewohnbar wurde. Doch irgendetwas an ihr ist immer anders gewesen, und als die merkwürdigen Zwischenfälle- immer in Verbindung mit Wasser - sich häufen, wird Noemi klar, dass sie herausfinden muss, wer sie wirklich ist - und ob hinter all den Sagen um ein Meeresvolk und das mysteriöse Schattenkind nicht mehr steckt.
Sie bricht zu einer ungewissen Mission auf, in deren Verlauf sie nicht nur neue Freunde und zwei ganz besondere Jungen sondern auch sich selbst finden wird ...
 

Tipp: Die Bonusgeschichte "Das Geheimnis der Sterne" könnt ihr euch gratis herunterladen!



Was mich neugierig gemacht hat:


Davon abgesehen, dass es sich hier um das Jugendbuch-Debüt meiner lieben Oetinger34-Kollegin handelt und ich eine Station bei der Blogtour zum Buch übernehmen durfte, mag ich Dystopien, in denen Unterwasserwelten und -wesen eine Rolle spielen, sehr gern und war deswegen doppelt neugierig.

Übrigens: Wenn ihr schon mal ein bisschen mehr über die Figuren im Buch erfahren wollt, schaut gern bei meinem Tourbeitrag vorbei.

Wie es mir gefallen hat:


Die Geschichte wird im Präsens aus der 1. Person von Noemi erzählt, sodass man ihre Entwicklung aus erster Hand miterleben kann. Doch auch die anderen Charaktere kommen nicht zu kurz und sind für mich beim Lesen sehr lebendig geworden. Besonders fühlbar wird die besondere Verbindung zwischen Noemi und Ashek - aber ich will ja nicht spoilern ;)
Was mich besonders beeindruckt hat, ist der Weltentwurf der Geschichte - Calypso sowie die anderen Schauplätze, über die ich an dieser Stelle noch nichts verraten möchte, sind sehr fantasievoll und detailliert beschrieben, und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Oft bekommt man ja beim Lesen kein richtiges Bild von den Handlungsorten - in diesem Fall war jedoch alles sehr bildlich gestaltet, ohne dabei in lange Beschreibungen auszuufern.

Die Handlung bleibt bis zum Ende interessant, und es gibt immer wieder gute und böse Überraschungen. An ein paar Stellen ging es mir manchmal etwas zu schnell, und ich hatte das Gefühl, dass gerade die großen Enthüllungen sehr schnell von den Figuren geschluckt wurden - aber das tut der fantasievollen und facettenreichen Story insgesamt keinen Abbruch.

Auch wenn es einen zweiten Band geben wird, kann das Buch fürs Erste gut für sich stehen bleiben, da das Ende einen eindeutigen Wendepunkt markiert und man sich trotz der offenen Zukunft als Leser erst mal zufrieden mit dem Ausgang der Dinge fühlt.

(Für wen) Lohnt es sich?


"Dark Blue" lohnt sich für jeden, der Lust auf eine Unterwasser-Dystopie hat, in der es um Familie, Freundschaft, Identität und die Konflikte zwischen zwei Völkern geht, die sich im Grunde gar nicht so unähnlich sind.
 

In einem Satz:


In "Dark Blue" bringt Fabiola Delano die Tiefe zum Leuchten und überzeugt mit einem originellen Zukunftsszenario, das dystopische und fantastische Elemente zusammenbringt.