Freitag, 28. September 2018

Save Us - Mona Kasten

Broschiert und eBook, 374 Seiten
LYX (31. August 2018)
ISBN: 9783736306714
Preis: 12,90 € / 9,99 € eBook
Maxton Hall Trilogie, Band 3

Worum geht's?


!!!Spoiler enthalten!!!

Wie aus dem Nichts ist Rubys Welt in sich zusammengebrochen, als sie von Maxton Hall suspendiert wurde. Was soll nun aus ihrem Traum von Oxford werden? Wie kann sie an die Schule zurückkehren, ohne zu verraten, dass in Wahrheit Lydia mit Graham alias Mr. Sutton zusammen war?
Lydia selbst muss mit der Reaktion ihres Vaters auf ihre Schwangerschaft zurechtkommen, während James weiter verzweifelt gegen seine Unabhängigkeit des Familienunternehmens Beaufort kämpft.

Was mich neugierig gemacht hat:


Das Ende des zweiten Bandes hatte mich ein wenig unschlüssig zurückgelassen - weil ich die Befürchtung hatte, dass im letzten Teil noch einmal einiges zu sehr aufgebauscht werden würde -, andererseits aber auch neugierig genug, um das Finale lesen zu wollen.
Auch wenn mich die neu hinzugefügten Perspektiven und nicht alles von dem Hin und Her zwischen den Protagonisten ganz überzeugen konnte, wollte ich die Reihe gern abschließen.

Wie es mir gefallen hat:


Was dieses Buch für mich ausmacht und ein bisschen über meine Kritikpunkte hinwegrettet, sind die liebenswerten Charaktere, die mich schon von Beginn an in ihre Lebenswelt entführt haben. Die Chemie zwischen ihnen stimmt einfach, und man muss unbedingt wissen, wie alles für sie ausgeht. Zum Glück bleibt die große erneute Krise, die man zwischen Ruby und James hätte erahnen können, aus, sodass die beiden in allem Chaos fest zusammenhalten können.

Auch im dritten Band treten sporadisch noch zwei neue Erzählstimmen auf, die von Graham und von Alistair - in Bezug auf den Plot eher ein Bonus als eine notwendige Entscheidung. Als E-Short o. Ä. hätte ich es nett gefunden, so hat es mir eher zusätzlich den Eindruck vermittelt, dass die Luft einfach raus war und die Ruby- und James-Perspektiven die Handlung nicht mehr allein zu tragen vermochten. Ebenso ging es mit den Passagen aus Lydias und Embers Sicht weiter: nice-to-have, aber ohne Stoff, der für eigene starke Nebenstränge gereicht hätte.

Trotz der Längen im zweiten Band habe ich mich beim Lesen nie gelangweilt. Ich muss gestehen, dass dies jetzt im Finale leider doch noch vorgekommen ist. Die Spannung war raus und viele Kapitel dienten leider eher als Füllmaterial.
Außerdem muss ich sagen, dass, obwohl ich keiner der Figuren etwas Schlechtes wünschen würde, am Ende alles etwas zu schön ist. So gut wie jeder hat seine große Liebe gefunden, und ein bisschen kam es mir so vor, als hätte alles so zusammengepuzzelt werden müssen, damit auch niemand leer ausgeht.
Was ich mir nach der kleinen Annäherung zwischen James und seinem Vater gewünscht hätte, wäre, dass Letzterer nicht so sehr in die platte Bösewicht-Ecke gedrängt wird.

Eines der Hauptprobleme ist, dass der zentrale Konflikt um James' Position bei Beaufort nur durch eine einzige Lösung zuende geführt werden kann. Daher war mir, auch durch die entsprechenden Hinweise, sehr früh klar, was geschehen wird. Bis die Charaktere dann so weit waren, es herauszufinden, hat es zu lange gedauert, und es ging dann viel zu leicht.
SPOILER
Ich glaube nicht, dass James' und Lydias Mutter nicht sichergegangen wäre, dass ihr letzter Wille auch definitiv frühzeitig gefunden wird. Sie hätte Percy definitiv einen Hinweis geben müssen. Dass Mortimer Beaufort ihre Sachen nicht durchsucht und die gebastelte Schachtel entfernt und/oder aufgebrochen hat, ist für mich auch nicht glaubwürdig. Wenn jemand ein Testament fälscht und für ihn so viel davon abhängt, wird er nicht darauf warten, dass das Originaldokument in seinem Zimmer entdeckt wird.
SPOILER ENDE

(Für wen) Lohnt es sich?


„Save Me"- und „Save You"-Fans werden natürlich auf jeden Fall zum Abschlussband der Reihe greifen. Die Vorkenntnisse über die Figuren und die bisherige Handlung sind zum Verständnis notwendig.
In meinen Augen immer noch eher eine Jugendbuchtrilogie ab 15, die vom Verlag und in den Buchhandlungen dennoch eher der Erwachsenensparte zugeordnet wird.

In einem Satz:


„Save Us" erreicht nicht das Niveau des gelungenen Reihenauftakts und walzt wie schon Band 2 einige Handlungsstränge zu sehr aus; die aufgesparten Enthüllungen sind abzusehen und teils leider nicht glaubhaft - alles läuft ein wenig zu glatt.


Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag und an Netgalley!

Sonntag, 23. September 2018

Die Magie der Farben - Stefanie Hohn

Rezension zu „Die Magie der Farben“ von Stefanie Hohn

Taschenbuch/eBook, 302 S.
Verlag: Tinte & Feder
ISBN: 978-2-919-80281-4
Preis: 7,99 € (2,49 € eBook)
Standalone










Heute gibt es nochmal eine Rezension von mir, Miriam, und zwar zu „Die Magie der Farben“ von Stefanie Hohn (danke für das Rezensionexemplar! Ich habe mich sehr gefreut!).

„Die Magie der Farben“  ist ein ruhiger, sprachlich wunderschöner Roman mit melancholischer Note über die Leidenschaft für Malerei und das gleichzeitige Verzweifeln an ihr, schicksalhafte Fügungen, menschliches Scheitern und Erfahrungen des Verlustes und des Wiederfindens.
       

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist die Beziehung zwischen Paul Tissu, dem Inhaber eines Stoffladens in Aachen, und Aurelie de Florenville, einer französischstämmigen Schönheit. Erzählt wird das Geschehen auf zwei Zeitebenen: Zum einen im Jahr 2017, in dem Paul 50 Jahre alt ist, und zum anderen im Rückblick auf seine Schulzeit und das frühe Erwachsenenalter.        
So lernt der Leser Paul als einen zurückhaltenden, seinen Eltern gefügigen und hoffnungslos in Aurelie verliebten Jungen wie auch als unsicheren, engstirnigen und eigenbrötlerischen, aber auch liebenswerten (mittel)alten Mann kennen. Was den jungen und den gealterten Paul verbindet, ist der nicht zu unterdrückende Drang zu malen, dem er stets im Geheimen nachgibt.    
       

Ich glaube, ich habe selten Buchcharaktere gleichzeitig so gemocht und gleichzeitig verflucht, verstanden und mich trotzdem über ihre Entscheidungen aufgeregt. Da ich selbst gern male und zum Perfektionismus neige, konnte ich mich gut in Paul einfühlen. Gefreut hat mich, dass hier nicht wie üblich ein egozentrisches Künstlergenie im Fokus stand, sondern ein von Selbstzweifeln geplagter heimlicher Maler. Aurelie mit ihrer koketten, sprunghaften Art und ihrem oft leichtfertigen Handeln war mir zwar als Person nicht sonderlich sympathisch, aber zu behaupten, ich hätte sie nicht gemocht, wäre auch gelogen. Sie ist auf jeden Fall ein wunderbares Pendant zu Paul. Was ich allerdings sehr schade finde, ist, dass sich Aurelie sehr ins Schema F der die Sinne vernebelnden, unerreichbaren Schönheit fügt. Für mich wäre es weitaus interessanter gewesen, wenn sie durch eine nur auf sie als Menschen bezogene eigene Schönheit eine solche Anziehungskraft auf Paul ausgeübt hätte. Dabei hätte sie nicht einmal zwangsläufig objektiv „hässlich“ sein müssen, aber eben mehr als eine klassische Schneewittchenschönheit. Nicht nur auf „Die Magie der Farben“ bezogen würde ich mich generell wirklich über weibliche Charaktere freuen, die nicht nur begehrenswert sind, weil sie objektiv betrachtet überirdisch schön sind (also ein hübsches Gesicht und die richtigen Körpermaße haben).

Im Allgemeinen mag ich sehr, mit wie wenigen Charakteren die Geschichte auskommt. Die Konstellationen haben mir allesamt gut gefallen, aber ohne zu spoilern lässt sich das nicht gut ausführen.

Den Schreibstil habe ich schon von Beginn an als sehr angenehm und individuell empfunden. Besonders hervorzuheben sind sein Bilderreichtum und die gleichzeitige Leichtigkeit. Für mich waren die Sätze nie überladen oder kitschig durch die zahlreichen Metaphern, sondern haben meine Vorstellung beflügelt.

Zentrale Enthüllungen habe ich zwar recht weit vorhergesehen, aber die Handlung hat mich trotzdem nicht gelangweilt. Das Ende hat mich dann doch wieder überraschen können, auch wenn es etwas plötzlich kam. Das Buch ist vielleicht kein Pageturner, leidet aber auch nicht unter Längen.

Was die Gestaltung des Buches, insbesondere innen, betrifft: Zur besseren Orientierung wären Jahresangaben über allen Kapiteln hilfreich gewesen. Hier hätten sich die Leute vom Satz etwas mehr Mühe geben können. Darüber hinaus wäre es mir lieber gewesen, wenn die Kapitel keine oder weniger eindeutige Überschriften gehabt hätten, da sie meist den Inhalt ein wenig vorweggenommen und die Spannung dadurch meiner Meinung nach eher gedämpft als gefördert haben. Der Titel mutet etwas langweilig an, was der Geschichte nicht gerecht wird, und ich würde die „Magie“ eher als „Leuchtkraft“ verstehen.       

Was ich noch als positiven Schlussaspekt anmerken möchte: Es ist nicht leicht, über eine Kunstform zu schreiben – sei es die Musik, das Schauspiel oder wie in diesem Fall die Malerei – , denn der Autor muss eine überzeugende sprachliche Übertragung von visuellen und/oder auditiven Eindrücken meistern. Stefanie Hohn gelingt dies meiner Meinung nach absolut großartig. Immer wenn ein Gemälde oder ein Malprozess geschildert wurde, entstand hinter meiner Stirn ein ziemlich konkretes Bild von dem Geschaffenen und ich hatte nicht das Gefühl, nur Worte vor mir zu haben.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich „Die Magie der Farben“ gern gelesen habe, obwohl mich nicht viel erstaunt hat. Wer gern Geschichten über kopflose Liebe, der viel entgegensteht, liest, wird hier gut bedient sein. Ebenso natürlich jeder, der sich für (Porträt)Malerei interessiert und den Mythos vom narzisstischen, verrückten Künstler leid ist. 

Montag, 10. September 2018

Goldener Käfig - Victoria Aveyard

 
Hardcover, 640 Seiten 
Carlsen (30. Juni 2017)
ISBN: 9783551583284
Preis: 23,99 €
Originaltitel: King's Cage
Band 3, Serie: Die Farben des Blutes

Worum geht's?


Ich hasse es, dass Maven so etwas sagen kann. Ich hasse es, dass er fühlt, was ich fühle, fürchtet, was ich fürchte. Ich hasse es, hasse es. Wenn ich ändern könnte, wer ich bin und was ich denke, würde ich es tun. Aber ich kann es nicht. Wenn Iris' Götter real sind, dann wissen sie sicher, dass ich es versucht habe.
(S. 353)

Mare hat sich in die Fänge des Feindes begeben. In Mavens Palast wird sie nun zur persönlichen Marionette des jungen Königs, nicht nur ihrer Freiheit, sondern auch ihrer Fähigkeit beraubt.
Die Scharlachrote Garde bedrängt Mavens Armee weiterhin und ein harter Kampf um die Militärsstadt Corvium entbrennt.
Zunehmend verzweifelt auf Rettung hoffend muss Mare zusehen, wie die verfeindeten Seiten immer erbitterter gegeneinander vorgehen und neue Verbündete gewinnen. Mächtige Verbündete, die die Karten neu mischen werden ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich gebe es zu, ich wollte diesen Band schon viel früher gelesen haben. Obwohl ich dicke Wälzer durchaus mag, hat dieser mit seiner beachtlichen Seitenzahl mich allerdings dann doch etwas abgeschreckt, zumal ich schon den Vorgänger gern gelesen habe, mich aber auch an zähe Passagen erinnern konnte. Auch hatte ich etwas Sorge, ob ich wieder richtig in die inzwischen sehr komplexe Handlung hineinfinden würde.
Das Erscheinen von Band 4 jetzt im Herbst war dann mein Anstoß, endlich wieder in die Welt der Silbernen, Roten und der Neublüter zurückzukehren.

Wie es mir gefallen hat:


Wenn ich es mir einfach machen wollte, könnte ich als Fazit zu diesem Band guten Gewissens festhalten, dass ich „Goldener Käfig" in eigentlich allen Punkten so empfunden habe wie „Gläsernes Schwert".
Auch hier sind die Hauptschlagworte, die mir in den Sinn kommen „düster", „kriegerisch" und „strategisch". Es geht vordergründig vor allem um Allianzen, um Spionage, Kampftraining, Belagerung, Krieg. Daneben gibt es aber auch wieder mehr Szenen am Hofe als in Band 2.

Erneut habe ich, wie schon erwartet, meine Zeit gebraucht, um nach dem direkten Anschluss an die Endszene von „Gläsernes Schwert" alle offenen Fäden wieder rekonstruieren zu können. Auch wenn einzelne Ereignisse dem Leser noch einmal in Erinnerung gerufen werden, war mir vieles, was nicht wieder aufgegriffen wird, nicht mehr präsent, dazu zählen auch einige Nebencharaktere, die ich nicht mehr zuordnen konnte.
An der einen oder anderen Stelle sorgen zudem sehr detaillierte Worldbuilding und ausschweifende Beschreibungen, ebenfalls wie schon in Band 2, für einige etwas trockenere Passagen.

Überraschend kommen in diesem Band zwei neue Erzählperspektiven hinzu: die von Cameron und vereinzelt auch Evangelina. Da die Autorin diese brauchte, um Geschehnisse zu erzählen, die sich außerhalb von Mares Reichweite abspielen, ist das zum Teil gerechtfertigt. Ganz überzeugt hat mich der Wechsel nach zwei Bänden ohne weitere Blickwinkel allerdings nicht. Ich mag es lieber, wenn Perspektiven (durchaus auch gern mehrere) konsequent eingesetzt werden.
Mare ist für mich weiterhin eine Medaille mit zwei Seiten und definitiv nicht meine Lieblingsprotagonistin. Jedoch hat mir ihre Entwicklung in diesem Band wieder besser gefallen. Ihr anstrengendes Gedankenkarrusell in „Gläsernes Schwert" dreht sich nicht weiter.

War es bei „Gläsernes Schwert" vor allem die Suche nach den Neublütern, die für mich am spannendsten war, habe ich mich hier gefreut, endlich wieder mehr von Maven lesen zu können. Er ist und bleibt der interessanteste Charakter der Reihe, und ich hoffe inständig, dass Victoria Aveyard ihn am Leben lässt! Mares und auch Cals sehr kompliziertes Verhältnis zu Maven ist sehr gut umgesetzt.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wem die Entwicklungen im letzten Band gefallen haben, wird auch hier nicht enttäuscht werden.
Da es stellenweise durchaus brutal zugeht, würde ich die Reihe insgesamt frühestens ab 14 empfehlen.
Die bisherigen Teile der Reihe sollte man unbedingt kennen, um die Handlung zu verstehen, optimalerweise sollte man zwischen dem Lesen der einzelnen Bände nicht zu viel Zeit verstreichen lassen.
 

In einem Satz:


„Goldener Käfig" wird der Reihe definitiv gerecht und belohnt jeden Leser, der dranbleibt, mit vielen Wendungen, alten und neuen Handlungssträngen und faszinierenden Figurenkonstellationen.

Dienstag, 14. August 2018

Frauen, die keinen Punkt machen, ... - Sarah Keshtkaran

Rezension zu
„
Frauen, die keinen Punkt machen,
wo Gott ein Komma setzt - Eine Einladung zu mutiger Weiblichkeit" von Sarah Keshtkaran

Gebundene Ausgabe, 288 Seiten
SCM Hänssler (22. Mai 2018)
ISBN: 9783775158695
Preis: 18,99 €

 

Blick ins Buch

Worum geht's?


  „Liegt Gottes Plan für unser Leben vielleicht nicht in den Extremen, sondern in der Unsicherheit dazwischen, die uns so viel mehr Gottvertrauen abverlangt?" (S. 134)

Zwischen Rollenerwartungen, Schönheitsidealen, eigenen Träumen und Grenzen versuchen Frauen heute wie früher überall auf der Welt ihren Platz im Leben zu finden.
Welche Freiheiten bietet uns das Frausein in unserer Zeit und welche Möglichkeiten und Wege eröffnen sie uns? Was ist Gottes Plan für dein Leben?
In „Frauen, die keinen Punkt machen, wo Gott ein Komma setzt" setzt Sarah Keshtkaran sich mit den verschiedenen Lebensbereichen und -situationen von Frauen auseinander, immer das Ziel vor Augen, mutig weiblich zu sein.

Was mich neugierig gemacht hat:


Natürlich hat - neben der wundervollen Gestaltung des Buches von Kathrin Spiegelberg - vor allem der lange und doch sehr griffige Titel mich sofort angesprochen.
Besonders neugierig haben mich die Kapitel „Quotenfrau: Frauen auf der Karriereleiter" und „Verhängsnisvolle Schönheit - Sexualisierte Frauen" gemacht.
 

Wie es mir gefallen hat:


Schon vor dem Lesen besticht das Buch durch sein liebevoll gestaltetes Äußeres wie Inneres. Sanfte Farben und edle Goldelemente auf den Buchdeckeln, die sich auch im Layout wiederfinden, dazu die großformatigen Zitate und Fotografien, die Seiten innerhalb der einzelnen Kapitel schmücken. Das Buch lädt dazu ein, immer wieder darin zu blättern, und strahlt etwas Sanftes und zugleich Kraftvolles aus - ein wahres Schmuckstück!

Auch inhaltlich gibt es in acht Kapiteln viel zu entdecken.
Nach einem Vorwort folgt ein einleitender Themenblock über die Geschichte von Frauen, von biblischen Geschichten bis hin zu Feminismusbewegungen und einer Bestandsaufnahme der Frauen in unserem Land und unseren Kirchen heute. Die weiteren Kapitel behandeln die Themen Karriere, Schönheitsideale, Familie, Ehe, Frauen in kirchlichen Leitungspositionen, ihre Situation in Entwicklungsländern und münden in einem zusammenfassenden Schlusswort.

Die Autorin hat eine sehr begeisternde Art. Zeitweise hatte ich das Gefühl, einer Rednerin zu lauschen. Sie bindet Fakten und Fallbeispiele sehr gut in den Text ein, sodass er sowohl informativ ist als auch unterhaltsam, inspirierend und bewegend. Abgerundet wird das Ganze zusätzlich durch einige Interviews mit verschiedenen Frauen zu den einzelnen Themen.

Sarah Keshtkaran gelingt es im Großen und Ganzen gut, keinen bestimmten „Typ" Frau anzusprechen, sondern verschiedene Lebensentwürfe und Charakterzüge gleichberechtigt nebeneinanderzustellen und verschiedene Perspektiven einzunehmen.
Das Einzige, was ich mir noch gewünscht hätte, wäre eine stärkere Berücksichtigung von Frauen, die vielleicht nicht oder noch nicht den typischen Lebenslauf mit Ehemann, Kindern und Amt in der Kirche aufweisen oder anstreben. 

Nicht ganz schlüssig fand ich, dass an manchen Stellen Bibelverse aus den Paulus-Briefen so ausgelegt werden, dass sie unmittelbar und wörtlich so Gottes Ansicht darstellen. Dabei müsste meines Erachtens mitbedacht werden, dass es sich um Aussagen von einem Mensch an andere in bestimmte Situationen hinein handelt, auch wenn dieser Mensch nach Gottes Willen gehandelt haben mag.

Bis auf Kleinigkeiten, die mich gestört, oder Dinge, die ich mir noch gewünscht hätte, hat mir das Buch wirklich sehr sehr gut gefallen. Es fallen viele wahre und schöne Sätze dazu, wie man seine Gaben einsetzen, seinen Platz finden und seine eigenen Entscheidungen treffen darf und kann, ohne sich selbst zu überfordern. Manches davon ist leider viel leichter gesagt als getan. Es bleibt wohl ein lebenslanger Prozess, die eigene Weiblichkeit zu entdecken und mutig zu leben.
 

(Für wen) Lohnt es sich?


Dieses Buch eignet sich für Frauen jeden Alters (ganz besonders auch für Ehefrauen, Mütter und Mitarbeiterinnen in der Gemeinde), die sich mit christlichen Werten identifizieren können und sich nicht die von der Gesellschaft bereitgestellten Masken überziehen lassen wollen, ohne sie zu hinterfragen. Auch eine wunderschöne Geschenkidee!

In einem Satz:


„Frauen, die keinen Punkt machen, wo Gott ein Komma setzt" ist ein lebensbejahendes, ermutigendes Buch, das dazu anregt, die eigenen Werte und Ziele zu reflektieren, Ballast wie Leistungs- oder Erwartungsdruck abzuwerfen und die Frau zu werden, die man sein möchte und sein sollte.

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an den Verlag! 

Montag, 13. August 2018

Crown of Lies (Truth and Lies 1) - Pepper Winters

 eBook, 432 Seiten
LYX (27. Juli 2018)
ISBN: 9783736307568
Preis: 9,99 €, auch erhältlich
als Broschur für 12,90 €
Band 1 von 2

Worum geht's?


Noelle Charlston führt ein Leben in einem goldenen Käfig. Schon früh übertrug ihr Vater ihr die große Verantwortung, in der Zukunft sein Kaufhausimperium „Belle Elle" zu übernehmen.
Elle ist klug und eine respektierte Führungskraft, aber glücklich ist sie nicht.
Heimlich wünscht sie sich immer noch, eines Tages den Namenlosen wiederzufinden, der sie in der einen Nacht, in der sie einen Ausbruch ins nächtliche New York wagte, aus einer mehr als brenzligen Situation rettete.
Stattdessen tritt Penn in ihr Leben, ein mysteriöser Mann, den ihr Vater zu gern an ihrer Seite sehen würde. Bald spinnt er seine Lügen um sie und ihr ganzes Umfeld. Doch was für ein Mensch steckt wirklich hinter seiner Maske?

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich habe mich auf eine dunkle und doch schillernde Geschichte eingestellt, in der viele dunkle Geheimnisse ans Licht kommen und vielleicht eine bittersüße Liebesgeschichte entsteht.
Besonders neugierig gemacht hat mich der Prolog, der sehr gut konzipiert ist und sofort einen Sog auf den Leser ausübt.
 

Wie es mir gefallen hat:


Der Zwiespalt, in den mich dieses Buch beim Lesen gestürzt hat, hat mich die gesamten 432 Seiten über begleitet. Die Geschichte hatte ihre Stärken, aber auch Punkte, die ich als klare Schwächen wahrgenommen habe.

Bis auf einige Feinheiten in der Übersetzung, die runder hätten gelöst werden können, ist der Schreibstil sehr passend ins Deutsche übertragen worden und entwickelt eine ganz eigene Stimmung.
New York ist zwar kein gerade selten gewähltes Setting, eignet sich für die Geschichte, die sich in der Welt der Reichen und Schönen, aber auch in den Schattenecken der Stadt abspielt, allerdings gut.

Elle schwankt als Charakter zwischen Stärke und Naivität, zwischen Selbstmitleid und dem Ehrgeiz, sich zu nehmen, was das Leben ihr verwehren will. Manchmal traut sie dem Leser nicht zu, Dinge selbst zu sehen oder sich an Details zu erinnern, und wiederholt diese überflüssigerweise.
Immer wieder wird betont, dass sie ihre ganze Jugend über kein Privatleben hatte und keine Freundschaften oder Beziehungen. Es mag sein, dass das nicht gänzlich unrealistisch ist, für mich war es aber zu sehr unterstrichen. So wurde sie zur unbedarften, unberührten Prinzessin, die nun einem Bad Boy in die Hände fällt - ein doch eher langweiliges altes Muster.
Es gibt Autoren und Autorinnen, denen es gelingt, einem das Gefühl zu geben, sie hätten ihre Charaktere ihr ganzes Leben lang begleitet und wüssten alles über sie. Hier kam es mir leider vor, als habe Pepper Winters ihrer Protagonistin hauptsächlich die für den Plot nötigen Eckpunkte verpasst und sie vor allem über ihre Einsamkeit und ihre tragische Führungsrolle definiert.
Gleich zu Beginn der Handlung gibt es zwei größere Zeitsprünge. Dies ist zwar einerseits eine geschickte Lösung, führte aber auch dazu, dass ich zusätzlich den Eindruck hatte, Elles Leben weise Lücken auf, die die Autorin nur notdürftig ausgestopft hat. 

Die Nebencharaktere sind sehr unscheinbar gehalten - vielleicht zum Teil beabsichtigt, um den Spannungen zwischen den Protagonisten keinen Raum streitig zu machen.
Wenigstens die Kollegen, mit denen Elle jeden Tag zu tun hat, hätten jedoch plastischer werden können. Mit Stewie, einem kleinen Jungen, und Larry, einem älteren Herrn, die interessante Nebenrollen spielen, kommt zumindest ein wenig Farbe in die sonst etwas eintönige Geschichte. 

Penn ist zwar ein gut angelegter Protagonist, weil er sehr undurchschaubar bleibt, Dinge mit Leichtigkeit in ein anderes Licht rückt und Seiten an sich selbst komplett verbergen kann, wirklich anfreunden konnte ich mich aber mit ihm nicht.
Oft ist er unnötig harsch und behandelt Elle wie ein Objekt. Einmal droht er sogar, sie umzubringen, womit er es sich mit mir endgültig verdorben hat. Soll das etwa aufregend und knisternd sein?
Was immer Band 2 noch über ihn enthüllen mag - sein Verhalten und seine notorischen Lügen halte ich nicht für entschuldbar.

Der Cliffhanger am Ende kam unerwartet; ich war fälschlicherweise davon ausgegangen, dass der zweite Teil der Dilogie unabhängig funktioniert. Ob ich ihn lesen möchte, weiß ich noch nicht. Ich würde lieber ein vollständiges Bild von der Geschichte um Elle und Penn gewinnen, habe aber gleichzeitig das Gefühl, dass da zum Strecken der Handlung ein Geheimnis bzw. Missverständnis unnötig aufgebauscht worden sein könnte, und will ungern auf ein unbefriedigendes Ende zusteuern.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wer Dark Romance mag und sich nicht von einer teils überspitzten Darstellung von Charakteren und Geschehnissen sowie einem unnötig barschen Verhalten eines Protagonisten abschrecken lässt, für den könnte dieses Buch das Richtige sein. Ich würde es nicht für Jugendliche empfehlen.
Man sollte sich darauf einstellen, dass man im ersten Band noch nicht viel erfährt und daher sinnvollerweise die ganze Dilogie lesen sollte, um etwas von der Geschichte zu haben.

In einem Satz:


„Crown of Lies" punktet durch einen angenehmen Schreibstil und eine düstere, rätselhafte Stimmung, ist jedoch in der Figurengestaltung eher einseitig und der Plot kann teils als überzogen empfunden werden.


Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an den Verlag! 

Samstag, 11. August 2018

Save You - Mona Kasten

 
Broschiert und eBook, 384 Seiten
LYX (25. Mai 2018)
ISBN: 9783736306240
Preis: 12,90 € / 9,99 € eBook
Maxton Hall Trilogie, Band 2

Worum geht's?


Ruby ist wütend, verletzt und verzweifelt. Wie konnte James ihr so wehtun? Am liebsten würde sie ihn aus ihrem Leben streichen wie einen Eintrag aus ihrem Bullet Journal. Doch als sie vom Tod seiner Mutter erfährt, machen sich noch andere Gefühle in ihr breit: Mitleid, Sorge, das Bedürfnis, ihm beizustehen. Und wie soll sie über ihn hinwegkommen, wenn er nicht aufhört, um sie zu kämpfen? Zusammen mit der Freude und Angst, die die Frage in ihr auslöst, ob sie eine Zusage für Oxford erhalten wird, und den Problemen in Lydias und Lins Leben, bei denen sie ihren Freundinnen unbedingt zur Seite stehen möchte, ist das Gefühlschaos vorprogrammiert.

Was mich neugierig gemacht hat:


„Save Me" hatte mir vor allem wegen der Charaktere und der Leichtigkeit, mit der man beim Lesen durch die Seiten fliegt, gut gefallen. Obwohl ich skeptisch war, ob das Hin und Her zwischen Ruby und James nicht etwas nervig werden könnte, war ich gespannt darauf, wie es weitergeht und was Mona Kasten den beiden und auch Lydia, Lin, James' Freunden und Ember noch zumuten würde.

Wie es mir gefallen hat:


Zu meiner Überraschung kommen in dieser Fortsetzung zu denen von Ruby und James zwei neue Perspektiven hinzu: Lydia trägt immer noch die Last ihres großen Geheimnisses mit sich herum. Soll sie es Graham verschweigen? Was passiert, wenn ihr Vater davon erfährt?
Ember hat es geschafft: Endlich nimmt Ruby sie zu einem Event nach Maxton Hall mit. Womit sie nicht gerechnet hat: Dass sie dort jemandem begegnet, der sie sehr sehr neugierig macht.

Da ich Lydia und Ember schon vorher sehr mochte, fand ich es einerseits schön, aus erster Hand mehr von ihnen zu erfahren. Andererseits bin ich kein Fan davon, wenn erst in späteren Bänden noch beliebig Perspektiven hinzugefügt werden und diese dann von den ehemaligen Protagonisten ablenken. Daher hätte ich persönlich es, wie in meiner Rezension zu Band 1 schon angesprochen, toll gefunden, wenn die Reihe um Spin-Offs erweitert worden oder direkt so angelegt worden wäre, dass in jedem Band zwei andere Protagonisten zu Wort kommen und man  durch sie dennoch auf dem Laufenden bleibt, was sich bei den anderen noch entwickelt (also praktisch erster Band über Ruby und James, zweiter über Lydia und Graham und dritter über Ember und ... wird nicht verraten ;) ).
Eine solche Lösung hätte auch verhindert, dass sich zwischen Ruby und James so viele Wiederholungen einschleichen.

Eine von Mona Kastens großen Stärken liegt darin, dass sie ihre Figuren sehr vielschichtig darstellt und sie sich selbst treu bleiben. Sie sind sehr konsequent ausgearbeitet und nie hat man den Eindruck, dass eine Entwicklung sich zu schnell vollzieht.
Was man dem zweiten Band durchaus anmerkt, ist, dass die Einführung in die Welt von Maxton Hall und Oxford abgeschlossen ist, und sich die Handlung nun noch intensiver auf die zwischenmenschlichen Beziehungen fokussiert. Das führt zu leichten Längen.
Der Cliffhanger am Ende bereitet wieder Konfliktstoff für das Finale vor.

Erneut musste ich feststellen, dass im Lektorat und Korrektorat erschreckend viel durchgerutscht ist. Oft fehlen Worte im Satz oder Aussagen, die zwei oder drei Seiten genau so schon einmal gemacht wurden, werden wiederholt. Hier würde ich mir auf jeden Fall Verbesserungen wünschen, gerade bei einem Titel, der so gut verkauft wird. Wie schon bei Band 1 fließt das aber nicht in die Bewertung mit ein.  

Ich möchte den Abschluss der Trilogie auf jeden Fall lesen und bin neugierig darauf, welches Ende die Autorin für die Charaktere, die mir längst ans Herz gewachsen sind, geschrieben hat.

(Für wen) Lohnt es sich?


Man sollte „Save Me" gelesen und gemocht haben. Die Vorkenntnisse aus dem ersten Band sind unbedingt für das Verständnis notwendig.
Ein unterhaltsames Buch mit viel Liebesdrama für Jugendliche ab 15 und junge Erwachsene.

In einem Satz:


„Save You" bildet trotz einiger Wiederholungen und etwas zu viel Hin und Her zwischen Ruby und James einen guten und lesenswerten Mittelteil der Trilogie.

Sonntag, 5. August 2018

Du wolltest es doch - Louise O'Neill

 
Hardcover, 368 Seiten 
Carlsen (25. Juli 2018)
ISBN: 9783551583864
Preis: 18,00€
Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Originaltitel: Asking For It

Worum geht's?


„Sie bricht nicht zusammen", fährt meine Mutter ihn an.
Ich breche nicht zusammen. Ich werde an den Säumen auseinandergerissen und mein Innerstes wird herausgezerrt, bis ich leer bin.
(S. 252)

Emma hat immer alles gegeben, um das Bestmögliche aus sich herauszuholen, sowohl, was ihr Aussehen als auch ihren Beliebtheitsstatus angeht. Doch sie muss die bittere Erfahrung machen, dass durch einen einzigen Moment, durch eine Entscheidung, die mutig und verwegen sein sollte, alles ins Gegenteil umschlagen kann.
Nach einer Party finden sie ihre Eltern mit zerrissenem Kleid und von der Sonne verbrannt in ihrem Vorgarten. Was ist passiert? Emma erinnert sich nur noch dunkel an Paul, mit dem sie im Schlafzimmer von Seans Eltern gelandet ist und an die Pillen, die er ihr angeboten hat. Auch daran, dass Dylan und Fitzi auftauchten und sie noch zusammen anderswo weiterfeiern wollten. Doch dann?
Als die Bilder im Netz auftauchen, ist die Lage für alle klar: Diese Emma O'Donovan - war ja klar, dass der das passieren würde. Sie hat es ja drauf angelegt. Sie wollte es doch.

Was mich neugierig gemacht hat:


Das Buch wurde auf dem Bloggertreffen auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt und uns dort sehr ans Herz gelegt.
Ich hatte vor Kurzem „Caroline & West" von Ruthie Knox aus dem LYX-Verlag gelesen, das zwar nicht dasselbe, aber mit Revenge Porn doch ein um einige Ecken verwandtes Thema behandelt.
Unabhängig davon  lese ich gern Romane mit komplexen, auch gern mal kantig-schwierigen Protagonisten und war mir ziemlich sicher, in Emma eine solche zu finden.
 

Wie es mir gefallen hat:


Von „gefallen" oder „nicht gefallen" kann man bei einem solchen Buch eigentlich gar nicht sprechen.
Es ist keine schöne Geschichte zum Abschalten, sondern will Resonanz erzeugen, will erschüttern, aufrütteln, zum Nachdenken bringen und zwingen, Wut erzeugen, ent- und zugleich ermutigen.
Und all das gelingt ihm auf sehr eindrückliche Weise.

Louise O'Neill hat sich bewusst für eine Protagonistin entschieden, die keine Sympathieträgerin ist und nicht die Absicht hat, eine Art Prototyp darzustellen, dem man einen Stempel aufdrücken kann oder darf.
Mir persönlich hat Emma schon vor dem wirklichen Einstieg ins Geschehen leidgetan. Weil sie Prioritäten gesetzt hat, die immer nur auf ihre Wirkung auf andere abzielen sollten. Weil die Beziehung zu ihren besten Freundinnen zu so großen Teilen aus Konkurrenzdenken bestand. Weil zu ihren Eltern so wenig echte Nähe spürbar war.
Emma ist aus meinen Augen eine junge Frau, die, wie jeder Mensch, ein Kind ihres Umfelds war - und genau das, könnte man sagen, wird ihr zum Verhängnis. 

Die Umsetzung der Geschichte ist beeindruckend. Allein die Art des Erzählens vermittelt, wie etwas in Emma bricht, das nicht wieder zusammengesetzt werden kann. Mit aller Macht versucht sie sich von ihrem alten Ich zu trennen, was zum totalen Rückzug führt.
Ihre Gedanken, insbesondere die, die sie gar nicht haben will, sind stets in Klammern gesetzt, was ich als sehr gelungenes Stilmittel empfunden habe. 
Das Buch zu lesen drückt nieder, es tut weh und lässt die Ohnmacht greifbar werden, die Emma empfindet. Dass kaum Raum für Hoffnung und Emma und dem Leser nichts erspart bleibt, macht die Geschichte umso authentischer und augenöffnender.

Eine notwendige und gute Abrundung wird durch das Nachwort der Autorin sowie einem zusätzlichen Nachwort zur deutschen Ausgabe von Daniela Chmelik vorgenommen.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wer nach einem ernsten, schonungslos, tiefgründigen und wichtigen Buch zum Thema Victim Blaming und Slut Shaming sucht, für den führt kein Weg an „Du wolltest es doch" vorbei.
Da Emmas Depression und Gebrochenheit und auch die Vergewaltigung mit allen Konsequenzen offen und detailliert thematisiert werden, ist die Altersempfehlung ab 16 Jahren angemessen.

In einem Satz:


„Du wolltest es doch" ist in gewissem Sinne ein ernüchterndes Buch, aber gerade darin liegt seine unglaubliche Schlagkraft, die hoffentlich bei vielen Lesern einen starken Nachhall haben wird.

 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag!