Freitag, 20. Mai 2016

Neuzugänge April & Mai

Ich und meine gigantische Frühjahrsglückssträhne

Es war einmal eine Bloggerin, die hatte viele Bücher.
2015 hielt sie sich ein bisschen zurück, was Neuzugänge anging, um sich ganz ihrem wundervollen, voller versteckter Schätze vor sich hin wispernden SuB zu widmen.
Dann kam 2016 ...
Und die Bloggerin traf das große Los :)

Alles begann mit meinem Monatsgewinn bei Was liest du? im März. Ehrlich gesagt bin ich immer noch ganz sprachlos, wenn ich den riesigen Wunschlistenbücherberg, den ich gewonnen habe, so betrachte :O


Und dann kam eins zum anderen - ein gigantischer Blogtourgewinn hier, ein Schnäppchen da. Höchste Zeit, meine Neuzugänge zu präsentieren!  :)

Hier zuerst mal einige meiner "Was liest du"-Gewinne:



Ich hab euch jeweils die Seiten mit mehr Infos zu den Büchern verlinkt, falls ihr das eine oder andere noch nicht kennen solltet; da hätten wir

  • "Das Licht von Aurora", Band 1 & 2, von Anna Jarzab - standen ganz oben auf meiner Liste :)
  • "Dark Wonderland", Band 1 & 2, von A.G. Howard, eine Übersetzung, die ich schon ganz lange endlich mal lesen wollte; im Herbst erscheint ja auch schon Band 3 auf Deutsch.
  • "Die Luna-Chroniken", Band 3 & 4, von Marissa Meyer - jetzt hab ich sie komplett *freu*
  • "Deep Blue Eternity" von Natasha Boyd - klingt, wie ich finde, echt spannend, obwohl es vermutlich auch echt kitschig wird :D
  • "Eine Feder für den Lord" von Kate Breslin, ein Buch, das ich euch nur ans Herz legen kann und das ich, nachdem ich es Korrektur lesen durfte, unbedingt auch im Regal stehen haben wollte.
  • "Caroline & West", Band 1 & 2, von Ruthie Knox - schon sehr viel Gutes davon gehört und sehr gespannt drauf!
  • "Nur ein Tag" von Gayle Forman,
  • "Die Erbin" von Simona Ahrnstedt

Dann habe ich gestern ein ganz besonderes Paket von der Post abgeholt. Ich hatte bei der Blogtour zu Carina Müllers "Hope & Despair" teilgenommen und Losglück gehabt. Dass ich ein signiertes Buch und Goodies bekommen würde, hat mich ja so schon sehr gefreut, aber mit diesem umfangreichen Gewinn hätte ich trotzdem nicht gerechnet. Mit Brief, Süßigkeiten, Vanille-Lotion (ich liebe Vanille!!!), signierten Lesezeichen und allem, was ihr auf dem Foto noch sehen könnt :)
Ein riesiges Dankeschön an die Autorin!


Weiter geht es mit einem Mix aus gewonnenen, ertauschten und Rezi-Exemplaren:

  • "Monday Club - Der zweite Verrat" von Krystyna Kuhn, Band 1 hatte ich mir ja auf der FBM gekauft und signieren lassen.
  • "Unrivaled" von Alyson Noël - darüber gehen die Meinungen ja sehr auseinander & ich bin mal gespannt, wie es mir gefallen wird. 4 Perspektiven klingt in jedem Fall verlockend :)
  • "Dove Arising - Im Herzen des Feindes" von Karen Bao - davon habe ich seltsamerweise noch kaum was gehört oder gelesen. Dabei klingt es echt vielversprechen, wie ich finde!
  • "The 100", Band 1 & 2, von Morgan Kass - obwohl ich die ersten beiden Staffeln der Serie bereits gesehen habe, reizt mich die Buchversion jetzt auch und ich bin gespannt auf die Unterschiede.
  • "Atlantia" von Allie Condie - "Die Auswahl" habe ich zwar über den ersten Band hinaus nie weiter verfolgt, aber hier möchte ich es gern noch mal mit der Autorin versuchen.

Und ... nein, wir sind immer noch nicht am Ende :D
  • "Pandora - Wovon träumst du?" von Eva Siegmund - lese ich gerade in einer Leserunde, bei der die Autorin dabei ist :)
  • "Wenn wir fallen" von Jennifer Benkau, bereits rezensiert 
  • "The Perfectionists" von Sara Shepard - da ich PLL als Buch nicht weiter verfolge (ist irgendwie witzlos, wenn man die Auflösungen der Serie schon kennt), die Autorin aber mag und es hier nicht so unendlich viele Bände gibt, habe ich mal zugeschlagen :)
  • "Sternengewitter" von Kim Culbertson gab es bei den Taschenbuchwochen der Mayerschen günstig - ich überlege schon, ob ich demnächst nicht mal eine Aktion "Befrei den SuB von allen Sommerbüchern" starte, würde sich definitiv lohnen :D
  • "Solange du bleibst" von Jessica Winter hab ich supergünstig ersteigert, Band 1 kommt nachher noch weiter unten ;)
  • "Love and Confess" von Colleen Hoover hatte ich eigentlich gekauft, um noch etwas von der Autorin gelesen zu haben, bevor sie nach Frankfurt kommt - aber dann kam sie ja leider gar nicht. Trotzdem habe ich es schon gelesen, geliebt & die Rezension folgt in Kürze.
  • "Songs of Revolution" von Emma Trevayne klingt von der Grundidee - eine Dystopie, in der Musik verboten ist - super und ich konnte es auf Tauschticket ergattern.
  • "Panic - Wer Angst hat, ist raus" von Lauren Oliver, von der ich "Wenn du stirbst ..." schon sehr gelungen fand, gab es ebenfalls bei TT (fehlt auf dem Foto)
Zum Schluss noch drei ganz besonders tolle Gewinne, die ersten beiden im Rahmen von Blogtouren, das dritte bei einem Gewinnspiel von Heyne (da durfte ich der Autorin außerdem noch eine Frage stellen und bin schon sehr gespannt auf ihre Antwort) und ALLE DREI SIGNIERT <3
Und die Glückssträhne scheint weiter anzuhalten. Gerade heute habe ich noch "Maybe Someday", signiert von Colleen Hoover, gewonnen :O

Tjaaaa, was könnte eine Bibliophile glücklicher machen als Bücher?
So gesehen bin ich vermutlich gerade eine der glücklichsten Buchbloggerinnen der Welt.

Kennt ihr schon das eine oder andere oder möchtet etwas auch unbedingt noch lesen?
Habt ihr Tipps, was ich besonders dringend lesen sollte?

Liebe Grüße!
Evelyn

Mittwoch, 18. Mai 2016

Wenn wir fallen - Jennifer Benkau

Rezension zu "Wenn wir fallen"
von Jennifer Benkau

Broschiert, 448 Seiten
 cbj (25. April 2016)
ISBN-13: 978-3570173206
Band 1 von 1
 

Worum geht's?


Schlimm genug, dass Liz ständig von diesem fremden Jungen träumt! Im Schlaf trifft sie ihn immer wieder, doch wenn sie aufwacht, muss sie feststellen, dass sie im wahren Leben ohne diesen verwegenen Freund ist. Sie kann nicht einmal mit jemandem darüber reden, ohne die Gefahr, für verrückt erklärt zu werden.
Doch dann steht sie ihm plötzlich gegenüber - und das bei einem bewaffneten Überfall! Was, wenn ihr Traumjunge in Wirklichkeit ein gefährliches Gangmitglied ist?

Was mich neugierig gemacht hat:


Als ich gesehen habe, dass es zu Jennifer Benkaus neuestem Werk wieder eine Leserunde geben würde, habe ich mich gleich angemeldet. Ich bin seit "Dark Canopy" ein Fan, habe "Dark Destiny" und "Marmorkuss" ebenfalls im Rahmen von LR mit der Autorin lesen dürfen und habe "Wenn wir fallen" nun ganz frech "Himmelsfern" vorgezogen, das noch auf meinem SuB wartet, aber definitiv auch noch gelesen wird!

Wie es mir gefallen hat:


Obwohl dieses Buch mit einigen schwierigen Themen jongliert, mit denen (glücklicherweise) sicher nicht jeder Leser schon persönlich in Berührung gekommen ist, ist man von Anfang an ganz dicht dabei und kann sich in die Situationen einfühlen.
Erzählt wird personal abwechselnd aus Liz' und Louis' Perspektive. Das macht es sehr spannend und abwechslungsreich, sorgt an manchen Stellen aber auch dafür, dass man - durch die Probleme, die zwischen den beiden stehen - die jeweils andere Figur an einigen Stellen etwas distanzierter wahrnimmt und sich wünscht, zu erfahren, was gerade in ihr vorgeht.

Beide Hauptfiguren machen im Laufe des Buches eine starke und realistische Entwicklung durch. Man merkt richtig, wie Liz - die zwar ein lebensfrohes und talentiertes Mädchen ist, aber auch einen schlimmen Verlust erlitten hat und ihr Licht unter den Scheffel stellt, wenn es um ihre selbstgenähten Hüte, Taschen und Kleidungsstücke geht - und Louis - der aus finanziell schlechten Verhältnissen stammt, ohne Vater aufgewachsen ist und mit den Problemen seiner Mutter zu kämpfen hat - ein großes Stück über sich selbst hinauswachsen.

Die Liebesgeschichte ist hier irgendwie beides zugleich, wirkt sowohl echt und nah als auch brüchig und distanziert. Letzteres wohl deshalb, weil sich trotz der schönen Momente immer wieder die Ganggeschichten und alle damit verbundenen Lügen dazwischendrängen. Man fragt sich, wie das alles gut ausgehen soll, und - ohne zu viel zu verraten - wird dann von einem sehr glaubhaften Ende überrascht.

Perfekt in die Geschichte eingebunden sind Liz' Träume, die sich immer an die jeweiligen Situationen anpassen, sich steigern, dramatischer oder düsterer oder hoffnungsvoller werden. Dieses Element hat mir super gefallen; schade fand ich nur, dass es dann gegen Ende aus dem Blick gerät.

Alles in allem hat mich "Wenn wir fallen" überzeugt und vergebe gute vier Sterne.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wem schon andere Bücher der Autorin gefallen haben, der wird auch von "Wenn wir fallen" nicht enttäuscht sein, sollte sich aber auf eine Geschichte einstellen, die nur einen sehr leichten fantastischen Touch hat.
Das Buch lohnt sich auf jeden Fall, ich würde sagen, ab ca. 14 Jahren, wenn man realistische Liebesgeschichten, in denen nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, mag.
 

In einem Satz:


"Wenn wir fallen" ist wieder ein sehr gelungenes Buch von Jennifer Benkau mit einer konlfliktreichen und glaubwürdigen Geschichte.

Samstag, 14. Mai 2016

Anwärter für die Wunschliste 2016 zum Zweiten

Und ich dachte, ich hätte meine Favoriten alle im letzten Post untergebracht - dabei hätte ich es doch besser wissen müssen :D
Ich will euch nicht vorenthalten, was ich gerade noch alles an Neuerscheinungen aufgestöbert habe; vielleicht ist ja auch hier das ein oder andere dabei, was euch ebenso neugierig macht wie mich.

Die Neuerscheinungen aus dem Hause Ravensburger hatte ich bis jetzt - abgesehen von der Fortsetzung von "The School for Good and Evil" irgendwie noch gar nicht richtig auf dem Schirm.
Dabei hören diese hier sich wirklich super an:

"Keep Me Save" von Sarah Alderson (August):

Jeder hat vom „Cooper-Massaker“ gehört. Einzige Überlebende: ein 15-jähriges Mädchen. Auch drei Jahre später lebt Nic Preston in ständiger Angst, dass die Mörder ihrer Familie zurückkommen. Als ihr schlimmster Albtraum wahr wird, beginnt für Nic eine halsbrecherische Flucht an der Seite des genialen Hackers und notorischen Bad Boys Finn Carter. Vom ersten Moment an knistert es gewaltig zwischen Nic und Finn, aber beide haben gute Gründe, ihre Gefühle zu verbergen …



"The Innocents" von Lili Peloquin (Band 1 im Juni und Band 2 dann schon im August) - ich liebäugel ja schon länger mit "Sweet Lies", das von der Autorin bereits auf Deutsch erschienen ist - kennt das zufällig schon jemand?:


Kennt ihr das Gefühl, wenn endlich eine Übersetzung erscheint, auf die ihr schon fast nicht mehr zu hoffen gewagt hattet? (Und ja, man könnte natürlich auch auf Englisch lesen - kööööönnte :D)
Gerade geht es mir so mit "To all the boys I've loved before" von Jenny Han.
Da Titel und Cover beibehalten wurden, fällt auf den ersten Blick gar nicht auf, das es die deutsche Version ist. Es erscheint schon im Juli beim Carl Hanser Verlag:

Lara Jeans Liebesleben verlief bisher eher unauffällig. Nicht, dass es ihr an Herz oder Phantasie mangelte. Im Gegenteil, Liebeskummer hatte sie schon oft, und unsterblich verliebt war sie auch schon. Einmal sogar in den Freund ihrer großen Schwester. Klar, dass sie das keinem anvertrauen kann. Außer ihrer Hutschachtel. Denn um sich ihrer Gefühle klar zu werden, schreibt Lara Jean jedes Mal einen Abschieds-Liebesbrief, in dem sie so richtig ihr Herz ausschüttet, und legt ihn dort hinein. Diese fünf Briefe sind ein streng gehütetes Geheimnis. Bis zu dem Tag, an dem auf mysteriöse Weise jeder Brief seinen Empfänger erreicht und Lara Jeans rein imaginäres Liebesleben völlig außer Kontrolle gerät …

Freitag, 13. Mai 2016

Neu entdeckt - Anwärter für die Wunschliste 2016


Mittlerweile kann man sich ja schon durch eine ganze Reihe Verlagsvorschauen für den Herbst wühlen und die Neuerscheinungsvorstellungen tummeln sich nur so.

In den letzten Tagen habe ich auch das eine oder andere entdeckt, was es in diesem Jahr definitiv auf meine Wunschliste schaffen wird.


Von Top-Titeln wie "Siren" und dem letzten Selection-Band von Kiera Cass oder der neuen All-Age-Reihe von Cecelia Ahern und heißersehnten Fortsetzungen wie der von "Das Juwel" von Amy Ewing, "Elias und Laia" von Sabaa Tahir, "Witch Hunter" von Virginia Boecker oder "Dark Wonderland" von A.G. Howard habt ihr bestimmt schon gelesen oder gehört - und falls nicht, hab ich sie euch jeweils verlinkt ;)


Irgendwie scheinen 2016 helle Cover in Mode zu sein, merke ich gerade :D

Ich möchte euch gern noch ein paar Titel vorstellen, die mein Interesse geweckt haben, und die mir noch nicht in so vielen Neuerscheinungsvorstellungen begegnet sind. Vielleicht ist ja noch etwas dabei, dass ihr noch nicht entdeckt habt :)


Im Juni erscheint ein Buch, auf das ich sehr gespannt bin, obwohl mir das Cover etwas zu rosa-mädchenhaft ist - "Heart of Ivy - Geliebter Feind" von Amy Engel. Und darum geht's: 

Nach einem verheerenden Krieg hat sich das Leben aller verändert: Die Mädchen der Verlierer sind auf ewig dazu verdammt, die Söhne der Gewinner zu heiraten. Nur eine kann für Gerechtigkeit sorgen: Ivy Westfall. Doch dazu muss sie Bishop Lattimer töten, Sohn des Präsidenten – und ihr Bräutigam … Bishop ist jedoch nicht wie gedacht, sondern der einzige Mensch, dem sie wirklich vertrauen kann. Prompt verliebt sich Ivy und steht vor einer folgenschweren Entscheidung.


  
Wir springen in den August - ein Monat, der wohl sehr bücherreich werden wird :) 

Manche Menschen werden mit einer magischen Begabung geboren, die ihnen besondere Kräfte verleiht. Safiya kann Lüge von Wahrheit unterscheiden, ihre Freundin Iseult sieht Gedanken und Gefühle. Die beiden wollen frei sein und niemandem dienen. Doch als sie einen folgenschweren Fehler begehen und der Krieg immer näher rückt, müssen Safi und Iseult sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Doch die größte Gefahr trägt Safi in sich: ihre Wahrmagie ist extrem selten und manche würden alles tun, um sie in ihre Gewalt zu bringen …  

Dienstag, 10. Mai 2016

Killing Butterflies - M. Anjelais

Rezension zu "Killing Butterflies"
von M. Anjelais

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Chicken House (21. Oktober 2014)
ISBN-13: 978-3551520715

Worum geht's?

Und ich merkte, dass ich diesen Jungen noch einmal sehen wollte, ehe er starb, dass ich ihn trotz allem, was er mir angetan hatte, noch ein letztes Mal sprechen wollte. Doch der Mensch, der mich verletzt hatte, und der großartige Junge waren ein und dieselbe Person, ein Paradox, genau wie die Gefühle, die sich in meiner Brust und Kehle breitmachten. Und das Nächste, woran ich dachte, war der Plan, der Lebensplan, den es gab und der nicht erfüllt war, und der Kloß in meinem Hals schwoll noch weiter an. (S. 64) 
Zwischen Sphinx und Cadence besteht seit ihrer Kindheit eine widersprüchliche Verbindung - sie sind die besten Freunde, und Sphinx bewundert den charismatischen Sohn der besten Freundin ihrer Mutter, doch sie steht auch im Schatten seiner vielen Talente. Und manchmal muss man geradezu Angst vor ihm haben. Eines Tages passiert es: Cadence verletzt sie. Bald darauf verschwinden er und seine Mutter aus Sphinx' Leben. Bis Jahre später ein Anruf kommt. Cadence ist todkrank - und sein einziger Wunsch ist, Sphinx noch einmal zu sehen ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Ab und zu lese ich ganz gern mal realistische Jugendbücher und hier haben mich die Stichworte "Identitätssuche" und "Manipulation" hellhörig gemacht. Zwei gegensätzliche Menschen, deren Mütter schon vor ihrer Geburt über ihre gemeinsame Zukunft entschieden haben - das klang nach einem spannenden Konflikt, und ich war froh, mal wieder etwas Interessantes gefunden zu haben, mit dem keine neue Reihe begonnen wird.

Wie es mir gefallen hat:


"Killing Butterflies" war in vielerlei Hinsicht anders als erwartet. Gerechnet hatte ich mit einer mehr oder weniger komplizierten Coming-of-Age-Story, die Unterschiede zwischen Menschen und den Druck durch Erwartungen von außen thematisiert. Das eigentliche Thema hat mich dann relativ unvorbereitet erwischt: Soziopathie. Da ich mich noch nie zuvor näher damit befasst habe, hat mich das aber gleich sehr neugierig gemacht.

"Ich möchte einfach bloß für dich da sein", wiederholte ich und mein Blick wurde von seinen Augen in Bann gezogen. Es waren so sonderbare Augen. Es war, als ob sie aus drei Schichten bestünden: die erste eine Eisschicht, die zweite das normale Blau, das so sehr an Leigh erinnerte, und dann die dritte, eine flackernde Flamme, die außer Reichweite in seinem Kopf tanzte. Und diese Flamme wollte ich erreichen, sie verstehen. (S. 174 f.)

Der Reiz dieser Geschichte besteht für mich vor allem in Cadence' Krankheitsbild. Da er so weltfremd und manchmal auf eine kindliche Weise hilflos wirkt, unterschätzt man schnell, wie hochintelligent er ist. Immer wieder kommt man ins Grübeln: Wie mag Cadence empfinden? Welche Absichten hat er, was durchschaut er, was nicht?
Aus den Reaktionen der Menschen in seinem Umfeld geht deutlich hervor, dass auch diese sich ständig mit solchen Fragen konfrontiert sehen und kaum wissen, wie sie mit ihm umgehen sollen.

Ich schaute auf meine Handfläche, auf die dünnen Fäden, die plötzlich das Einzige waren, was meine Haut zusammenhielt, und ich fühlte mich schwach. Zerbrechlich. Und sterblich. Wenn du von einem auf den anderen Tag lebst und dich bloß wegduckst und allem ausweichst, was dir das Leben ins Gesicht schleudert, als stecktest du in einer extremen Art von kosmischen Völkerballspiel, dann merkst du gar nicht, dass du irgendwann flasch hinfallen könntest und womöglich nie wieder aufstehst. (S. 242 f.)

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Sphinx, was einen zweiten sehr schwierigen Charakter in die Geschichte bringt, durch dessen Augen wir die Vorgänge beobachten.
Sphinx ist ganz klar auf der Suche nach sich selbst, glaubt, Dinge über sich zu wissen und muss feststellen, dass sie vielleicht doch nicht in Stein gemeißelt sind. Der Plan ihrer und Cadence' Mutter gibt ihr einen gewissen Halt, auch wenn er abwegig ist.
Mir ist es sehr schwer gefallen, mich in Sphinx hineinzufühlen. Ihre seltsame Verbundenheit zu Cadence, der sie doch jederzeit verletzen kann, ist sehr komplex und schwer zu verstehen.
Auch im Sprachstil der Geschichte schlägt sich dies nieder - obwohl die Worte nicht hochtrabend gewählt sind, hat man das Gefühl, hinter den Formulierungen noch eine andere Ebene zu spüren, Banalitäten gewinnen ein Gewicht, das man nicht recht einschätzen kann.
Zu Beginn, als Sphinx aus ihrer Kindheit erzählt, dachte ich noch, es würde irgendwann einen Sprung in eine "aktivere" Erzählperspektive geben, doch ihr distanzierter Ton wird beibehalten.

Zum Ende hin baut sich eine merkwürdig düstere Spannung auf, und ich habe gemerkt, wie ich beim Lesen schneller geworden bin, wissen wollte, ob das scheinbar Unvermeidliche passieren würde.
So ist dieses Buch für mich insgesamt zu einem Widerspruch geworden, den ich so noch nicht erlebt habe: es übt eine seltsame Faszination auf den Leser aus, hält ihn aber zugleich in einer fassungslosen Beobachterrolle fest.

(Für wen) Lohnt es sich?


Ich denke, es lohnt sich für alle ab ca. 16, die gern realistische Jugendbücher mögen, in denen keine Heile-Welt-Mentalität herrscht. Außerdem sollte man sich auf einen etwas eigenwilligen Erzählstil einlassen können.
 

In einem Satz:


"Killing Butterflies" erzählt eine Geschichte mit Ecken und Kanten, die erschüttert, den Leser in sich hineinsaugt, aber in einigen Punkten auch ratlos und mit einem beklemmenden Gefühl zurücklässt.

Mittwoch, 4. Mai 2016

Die Vernichteten - Ursula Poznanski

Rezension zu "Die Vernichteten"
von Ursula Poznanski

Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Loewe (21. Juli 2014)
ISBN-13: 978-3785575482
Band 3 von 3

 

Worum geht's?


Ich knie mich ins Gras, direkt vor die gelbe Blume. Ein winzig kleines Leben, ein unfassbar großes Wunder. 
Nein, ich kann die Dinge nicht einfach laufen lassen, als gingen sie mich nichts an. Und ich werde kein Leben verschenken, das ich retten kann.
(S. 243 f.)

Inzwischen weiß Ria, warum sie und die fünf anderen Studenten beseitigt werden sollten. Um zu verhindern, dass weitere Unschuldige durch den Sphärenbund verfolgt werden, müsste sie den Clans ihre einzige Waffe gegen die "Lieblinge" nehmen. Doch was, wenn sie damit einen schrecklichen Fehler begeht?

Was mich neugierig gemacht hat:


Mit "Die Vernichteten" bin ich endlich wieder einmal dazu gekommen, eine Trilogie zu beenden. Die ersten beiden Bände hatten mir trotz kleinerer Kritikpunkte schon gut gefallen und ich musste unbedingt wissen, worauf das Ganze denn nun hinauslaufen würde.

Wie es mir gefallen hat:


Bei Reihen habe ich eigentlich meistens einen Lieblingsband - oder auch mehrere -; auf jeden Fall gibt es oft stärkere und etwas schwächere Teile (letztere fast immer in der Mitte).
Bei Ursula Poznanskis Trilogie ist das allerdings überhaupt nicht der Fall. Für mich halten alle drei Bände ein nahezu gleiches Niveau. Höhepunkt bleibt für mich rückblickend die Auflösung in Band 2, aber abgesehen davon verläuft der Plot sehr ... ich nenne es mal "gleichmäßig".

Was mich an kleineren Dingen schon zu Beginn gestört hat, zieht sich leider auch bis zum Finale durch.
Das sind zum einen die etwas zäheren Passagen zwischendrin (die habe ich hier im letzten Band noch einmal besonders stark bemerkt - immer wenn die Charaktere unterwegs waren und es nur kleine, eher unbedeutende Zwischenfälle gab, wenn tagelang nur von Beobachtungsposten aus beschrieben wurde oder Ria mal wieder müde und erschöpft war). Diese Passagen machen die Geschichte allerdings realistisch. Im echten Leben erscheint die Zielperson auch nicht in der ersten halben Stunde einer Observierung, niemand kann pausenlos durchpowern usw. Aber beim Lesen kann es dadurch ab und zu fast mal ein klein wenig langweilig werden.

Zum anderen war mein Kritikpunkt schon bei Band 1, dass die Figuren oft auf wenige oder gar ein einziges, bestimmtes Merkmal reduziert werden. Ich würde sagen, dass sich das im Laufe der Reihe ein bisschen gebessert hat. Dennoch habe ich immer noch das Gefühl, als Leser relativ weit von ihnen entfernt zu sein und nur Ausschnitte ihres Wesens kennengelernt zu haben.
Über Ria hab ich mich zeitweise mal wieder aufgeregt. Gerade gegen Ende hat sie sich in einer Sache - über die ich leider nicht mehr sagen kann, ohne zu spoilern - für mich wirklich unnachvollziehbar verhalten. Es entsteht so ein "Vielleicht doch? - Nee, doch nicht"-Moment, der nicht unbedingt hätte sein müssen.
Ich bin auch ehrlich gesagt kein Fan von ihrer Liebesgeschichte mit Sandor - der wirkt dadurch irgendwie viel schwächer als noch in Band 1 bzw. 2.
Besonders schade fand ich auch, dass Dantorian nur noch in vier/fünf Sätzen nebenbei vorkam und in eine eher trottelige Rolle gedrängt wurde.

Am Ende fügt sich viel zusammen, zu viel auf der einen, zu wenig auf der anderen Seite. Für meinen Geschmack waren es ein paar Zufälle zu viel, die dann doch etwas zu unwahrscheinlich erschienen, dafür aber ein paar kleiner Auflösungen zu wenig (z.B. wurde zwischendurch mal festgestellt, dass nicht klar ist, warum die Sphären überhaupt zusätzliche Kinder brauchten, geklärt wurde es aber meines Wissens nach nicht).

Schön fand ich, dass wir endlich etwas über Rias wirkliche Herkunft erfahren und es wieder ein paar einschneidende Wendungen in der Hintergrundgeschichte gibt. So unvorbereitet erwischen wie das "Dornengeheimnis" konnten diese mich allerdings nicht.
 

(Für wen) Lohnt es sich?


In diesem Fall eine einfache Antwort: Für alle, die die beiden Vorbände schon kennen und mochten.
Da die Teile inhaltlich nahtlos aneinander anknüpfen, sollte man definitiv mit Band 1 beginnen.
Ich würde die Reihe ab ca. 14 Jahren empfehlen.

In einem Satz:

 

"Die Vernichteten" ist ein überzeugender Trilogie-Abschluss für alle Fans von Ursula Poznanski, auch wenn ihre manchmal etwas ausschweifende Erzählweise Geschmacksache ist.


Montag, 2. Mai 2016

Schneeflüstern - Marlena Anders

Buchvorstellung:
"Schneeflüstern - Versuche zu lieben mit einem Herzen aus Eis" von Marlena Anders

© Forever Ullstein
eBook, 340 Seiten
ISBN-13 9783958180772
Verlag: Forever (12. Februar 2016)

Worum geht's?


Skye hat Glück im Unglück gehabt. Als sie im kalten Eis gefunden wurde, ohne Erinnerung an ihr bisheriges Leben, wurde sie im Schloss von Nelefe aufgenommen. Im Sturm hat sie das Herz von Prinz Zahr, der nach dem Tod seines Vaters nun den Thron bestiegen hat, erobert.
Durch ihre einzigartige Gabe, ihren Körper in Schneeflocken auflösen zu können, ist sie die perfekte Spionin. Doch bei einem von Zahrs Aufträgen begegnet sie jemandem, der alles auf den Kopf stellt. Die Frage ihrer Herkunft schiebt sich wieder in den Vordergrund, während sich eine Verschwörung gegen den König von Nelefe anbahnt. Plötzlich steht Skye vor der Wahl: Darf sie Zahr verraten, um sein Leben zu schützen?

Was mich neugierig gemacht hat:


Romantasy-Geschichten mit märchenhaftem Touch haben es eigentlich immer ziemlich leicht, mich neugierig zu machen. Ich war gespannt auf die Hintergrundwelt und darauf, wie das Dilemma, das bereits im Klappentext angedeutet wird, gelöst werden würde.
Als es das eBook dann zum Einführungspreis gab, habe ich gleich zugeschlagen. Außerdem war unser Blog auch bei der Tour zum Buch dabei. Wenn ihr Lust habt, ein bisschen mehr über Skyes Dilemma zu erfahren, könnt ihr meinen Beitrag dazu hier nachlesen.

Wie es mir gefallen hat:


Eigentlich wollte ich diese Rezi ja wenigstens noch im April schaffen, da es da zumindest ab und zu noch schneien kann, aber ich denke, dass die Geschichte trotz der eisigen Kulisse auch in andere Jahreszeiten passt :)

"Schneeflüstern" ist ein Buch, das mich - und das ist nicht unbedingt negativ gemeint - verwirrt hat.
Es gab einige Dinge, die mich beim Lesen total gestört haben, aber gleichzeitig hat die Geschichte einen richtigen Sog auf mich ausgeübt, sodass ich gespannt drangeblieben bin.

Eine fantastische Welt voller Geheimnisse

Besonders gut gefallen hat mir der Einstieg in die magische Welt, die Marlena Anders entworfen hat. Die Königreiche, der atmosphärische Lichtersee und die Weahen als ganz eigene Fantasy-Wesen sind sehr liebevoll und detailliert gestaltet. Neben dieser schillernden Kulisse an sich mag ich es auch immer sehr, wenn die Protagonisten sich im meist ja sehr intrigenreichen Umfeld der höheren Schicht befinden.

Was die Geschichte unvorhersehbar und geheimnisvoll macht, sind die undurchsichtigen Motive der Figuren. Man kann sich nie sicher sein, welche wahre Identität sich hinter den Gesichtern verbirgt und wird von der einen oder anderen Wendung sehr überrascht.

Etwas anderes, als der Klappentext verheißt

Der Klappentext wird der Geschichte nicht wirklich gerecht - das hat der Verlag wohl ein bisschen vermurkst. Man erwartet, dass Skye in Gefangenschaft gerät und Zahrs Leben aus der Ferne schützen muss, in Wahrheit aber ist sie die ganze Zeit über frei (zumindest physisch) und befindet sich bei ihm im Schloss. Das finde ich persönlich sogar spannender, hatte aber erst etwas ganz anderes erwartet.

Ein paar kleine Minuspunkte 

Ein bisschen schwer getan habe ich mich mit Skye als Person, die doch sehr unnahbar ist mit ihrer schnippischen Art. Manchmal konnte ich ihre Denkweise nur schwer nachvollziehen (z.B. denke ich nicht, dass man aus Stolz keine Hilfe suchen sollte, wenn ein Leben auf dem Spiel steht).

Ich würde sagen, dass die Dialoge nicht ganz so gut gelungen sind wie der Rest. Sie wirken an einigen Stellen ein bisschen überflüssig und verstärken besonders im Mittelteil den Eindruck, dass die Dinge sich ein wenig im Kreis drehen. Skye befindet sich im Schloss, man erlebt Abendessen um Abendessen und ein Gespräch mit Prinz Najur, dem fremden Besucher, nach dem anderen, gewinnt aber keine neuen Erkenntnisse. Auch Formulierungen wiederholen sich häufiger wie z.B. "Ist das so?" - diese ironische Frage wird immer wieder gestellt.

Die Szenen enden oft sehr abrupt, sodass die Handlung manchmal etwas sprunghaft erscheint. Gespräche, die in der übersprungenen, nicht erzählten Zeit geführt wurden, werden dann nachgelagert wiedergegeben, was mich immer ein bisschen hat stolpern lassen - hier hätte es mir besser gefallen, wenn ihr Inhalt kurz zusammengefasst worden wäre oder das Gespräch dann tatsächlich "live" stattgefunden hätte.

Leider gab es auffällig viele Tippfehler, manchmal verdrehte Sätze u.ä. Das finde ich schade - da hätte beim Lektorat bzw. Korrektorat konzentrierter gearbeitet werden müssen.

Das Ende kam ohne Frage mit einem großen Knall, ist aber sehr offen gehalten. Einige Antworten, mit denen man fest gerechnet hat, bleiben aus, sodass man ein wenig ratlos zurückbleibt.

(Für wen) Lohnt es sich?


Die Geschichte lohnt sich, auch wenn es in der Umsetzung ein paar Schwächen gibt. Ich denke, dass es schon fast ein All-Age-Buch ist, vielleicht aber besonders Jugendlichen ab ca. 15 und jungen Erwachsenen gefällt.
 

In einem Satz:

 

Trotz einiger handwerklicher Kritikpunkte und einer etwas schwierigen Protagonistin bezaubert "Schneeflüstern" mit vielen neuen Ideen und bringt immer wieder überraschende Wendungen mit sich, sodass man bis zum Ende neugierig bleibt.