Montag, 24. April 2017

Caraval - Stephanie Garber

  Rezension zu "Caraval - Es ist nur ein Spiel ..."
von Stephanie Garber

Broschiert, 400 Seiten 
 ivi Verlag (20. März 2017)
ISBN-13: 978-3492704168
Preis: 14,99 €
Band 1 von 2

Worum geht's?


"Dieses Spiel ist fast wie ein Mensch. Wenn du es wirklich richtig spielen willst, dann musst du mehr über seine Vergangenheit lernen."
"Ich kenne seine Vergangenheit", sagte Scarlett. "Meine Großmutter hat mir Geschichten darüber erzählt, seit ich ein kleines Mädchen war." (S. 196)
Scarlett Dragna träumt schon lange davon, einmal Caraval besuchen zu dürfen - ein magisches Spiel in einer Welt, in der die Schausteller alles daran setzen, den Spielern jede Unterscheidungsfähigkeit von Realität und Illusion zu rauben. Doch ausgerechnet kurz vor ihrer Hochzeit mit einem fremden Grafen erhält Scarlett endlich die Möglichkeit. Für sie ist es ausgeschlossen, der Einladung zu folgen, doch ihre Schwester Donatella und der junge Seemann Julian entführen sie und bringen sie auf die geheimnisvolle Insel Master Legends, dem Herrn von Caraval.
Das Spiel beginnt - und Scarlett erkennt schnell, dass es längst nicht so zauberhaft ist, wie sie es sich erträumt hat ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich mag sehr gern Fantasy, die nicht mit den üblichen verdächtigen Welten und Wesen gefüllt ist, sondern ganz eigene Ideen entwickelt. Bei "Caraval" hatte ich da sofort ein gutes Gefühl.
Es mag im Moment auf dem Markt nicht nur ein Buch über ein bedrohliches Spiel geben, aber hier besteht der Reiz vor allem darin, dass man nie wissen kann, was echt ist und wo man selbst dem Zauber von Caraval erliegt und getäuscht wird. Das Magische, Skurrile an dieser Geschichte hat mich dazu gebracht, sie unbedingt lesen zu wollen. Außerdem fand ich es vielversprechend, dass es hier im Kern um zwei Schwestern geht.

Bei diesem Buch hätte ich mir auch sehr gut ein wunderschön gestaltetes Hardcover vorstellen können. Das hätte besser gepasst und außerdem wäre der Rücken nicht so empfindlich gewesen.

Wie es mir gefallen hat:


Fantasievoll, orginell, atmosphärisch - drei Schlagworte, die "Caraval" sehr gut beschreiben.
Eine Protagonistin, die Gefühle in Farben wahrnimmt, und eine magische Welt, in der es fiel zu entdecken und zu enträtseln gibt, sorgen für ein Leseerlebnis mit vielen Sinneseindrücken.
Schon der Einstieg, der über eine Reihe von Briefen erfolgt, ist mal etwas anderes und hat mein Interesse sofort geweckt.

"Caraval" lebt von seiner Kulisse. Es hat etwas von der Verrücktheit und dem Zauber von "Alice im Wunderland" - und auch von dessen eher düsteren Stimmung. Das hat meinen Geschmack auf jeden Fall getroffen und wird sicher auch andere Leser, die diese Art von Geschichten mögen, begeistern.
Die vielen verschiedenen Stränge und Hinweise üben einen Sog aus, und je weiter man liest, desto weniger kann man das Buch für eine Pause beiseitelegen.

Einen kleinen Abzug gebe ich dem Buch für die Charaktergestaltung. Obwohl man Scarlett aus personaler Perspektive begleitet, bleibt sie ein bisschen hölzern und oft zu naiv. Ihre Gedanken werden nicht unmittelbar "gezeigt", sondern oft nur beschrieben, was eine gewisse Distanz zu ihr aufbaut. Obwohl sie weiß, dass sie in Caraval ihren eigenen Augen nicht trauen darf, verlässt sie sich oft auf das, was ihr im ersten Moment als echt erscheint.
Auch bei anderen Figuren wie Julian oder Donatella hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht.
Die Liebesgeschichte hätte es in meinen Augen tatsächlich nicht unbedingt gebraucht - so läuft sie eher nebenher und konnte mich nicht so richtig mitreißen.

Das Buch hält viele Überraschungsmomente bereit. Da jedoch manche wieder zurückgenommen werden, weil sich Auflösungen als Trugschlüsse erweisen, war ich allerdings irgendwann an dem Punkt, wo ich erst mal gar nichts mehr geglaubt habe, was mir enthüllt wurde. Dieses Misstrauen hat dann dafür gesorgt, dass auch wahre Dinge mir letzten Endes ein wenig unwirklich erschienen sind. In manchen Fällen war die Wahrheit zudem viel weniger bedrohlich als die Illusion, sodass die Spannung ein bisschen abgenommen hat - wenn etwas Schlimmes passiert ist, konnte man immer erahnen, dass die Lage vielleicht doch nicht so ernst ist, wie es aussieht.

Der Epilog stimmt auf eine Fortsetzung ein und wirft neue Fragen auf, aber davon abgesehen kann man "Caraval - Es ist nur ein Spiel ..." auch gut für sich lesen, da Scarletts Geschichte abgeschlossen wird. 

(Für wen) Lohnt es sich?


"Caraval" ist ein Buch für alle, die auf der Suche nach außergewöhnliche Fantasy mit schillerndem Setting sind, bei der der Pfad zwischen Realität und Illusion sehr schmal verläuft.
Die Protagonistin Scarlett ist 17 Jahre alt; ich finde aber, dass man das Buch durchaus als All-Ager sehen kann (auch wenn typische Jugendromanthemen wie Selbstfindung und erste Liebe zumindest am Rande eine Rolle spielen).

In einem Satz:


"Caraval" ist in jeder Hinsicht ein magisch einfallsreiches Buch, in dessen Welt man wunderbar abtauchen kann und aufpassen muss, sich nicht zu verirren.

   

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an 



Dienstag, 4. April 2017

Infernale 2 - Sophie Jordan

Rezension zu "Infernale - Rhapsodie in Schwarz"
von Sophie Jordan

Hardcover, 384 Seiten 
Loewe Verlag (13. März 2017)
ISBN-13: 978-3785583692
Preis: 18,95 €
Band 2 von 2

 

Worum geht's?


"Du bist eine, die viel zu streng zu sich selbst ist, die definitiv aufhören sollte, etwas auf das zu geben, was andere über sie sagen ... Und ganz besonders sollte sie aufhören, so viel auf das Ergebnis einer Laboranalyse zu geben. Sie muss aufhören, zu glauben, dass so ein Test bestimmen kann, wer sie ist." (S. 216 f.)
Davy ist zu dem geworden, was die Welt in ihr gesehen hat, seit bei ihr das Mördergen HTS festgestellt wurde: zu jemandem, der einem Menschen das Leben genommen hat. Obwohl sie durch ihre Tat Seans Leben gerettet hat, lastet die Schuld schwer auf ihr.
Die Flucht nach Mexiko in eines der Flüchtlingslager misslingt - Davy wird von ihren Freunden getrennt und ist nun auf sich selbst gestellt. Das denkt sie zumindest, auch wenn Caden, der Anführer einer Widerstandsgruppe, alles tut, um ihr zu zeigen, dass sie alles andere als allein ist ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Der erste Band (hier geht's zu meiner Rezi) war ein wirklich beeindruckender Auftakt, rund um Themen wie Selbstbestimmung, Vorurteile, Angst vor Gewalt, Terror, Kriminalität und die Stempel, die Menschen einander aufdrücken. 
Ich war sehr gespannt, wie Sophie Jordan nach dem Showdown gegen Ende ihre Geschichte fortführen würde. Da der Erscheinungstermin im Deutschen um ein Jahr verschoben wurde, musste ich mich dann erst mal in Geduld üben. Jetzt war es endlich so weit und ich konnte, wie schon bei Band 1, das Finale in einer Leserunde entdecken.

Wie es mir gefallen hat:


Ein Reinfall. Selten denke ich das, wenn ich ein Buch nach dem Lesen zuschlage, aber Sophie Jordan hat es in meinen Augen diesmal leider wirklich vermasselt. 

Zu Beginn fällt es schwer, wieder ins Geschehen einzusteigen, da nicht wirklich Erinnerungshilfen gegeben werden. Zudem ist die Stimmung sehr drückend und die Handlung geht nur zäh voran. Das Warten darauf, dass die Freunde endlich den Grenzübertritt in Angriff nehmen, ist zermürbend. 
Davys Verhalten - Kampf mit Schuldgefühlen, totale Isolation und Distanz von ihrem Freund - hat mich sehr an den zweiten Band von "Die Bestimmung" erinnert, wo Tris sich wegen einer ähnlichen Tat sehr zurückzieht und mit sich ringt. 

Sobald die erste Spannung aufkommt, lässt sich wieder erahnen, dass die Autorin sehr wohl weiß, wie man schreibt - die Szenen sind gut beschrieben und nehmen einen mit. Leider bleibt das nicht lange so und der Plot verliert sich bald in typischen Handlungsverläufen. Schon wird Davy von ihrem Helden in strahlender Rüstung gerettet. Von da an lebt sie beim Widerstand, wo der Alltag so vor sich hinplätschert. Als es dann irgendwann endlich raus geht, währt die Hoffnung, dass die Handlung noch einmal an Fahrt aufnimmt, nicht lang.

Mit Caden bekommt man es in Band 2 mit einem neuen männlichen Hauptcharakter zu tun. Er selbst ist sehr sympathisch, das Knistern zwischen ihm und Davy habe ich allerdings als erzwungen und klischeehaft wahrgenommen. Noch dazu kam, dass Cadens Interesse an Davy mit ihrer neuen Unausstehlichkeit nicht wirklich nachvollziehbar war.
Um das zu erzählen, was zwischen Davy und Caden passiert, hätte man auch einfach einen realistischen Young-Adult-Roman schreiben können mit einem Mädchen, das viel verloren hat und jetzt keine Nähe mehr zulassen will, und einem Anführertypen, der sie langsam wieder ins Leben zurückführt. Leider verdrängt es hier die spannenden Hintergründe um das HTS-Gen. Obwohl Davy sich inzwischen so sehr über das Mördergen definiert, lassen die Entwicklungen sie vollkommen kalt.

So wie die Liebesgeschichte hier einfach zu viel des Guten ist, ist es auch mit den vielen praktischen Zufällen, durch die Davy immer wieder noch die bedrohlichsten Situationen überlebt. Hinzu kommen konstruierte Motive von Gegnern - oder solche, die gar nicht aufgedeckt werden.

Sehr schade ist, dass Sean, Gil und Sabine - die drei Freunde, die man schon aus dem ersten Band kennt -, in Band 2 fast vollkommen unter den Tisch fallen. Plötzlich spielen sie nicht mehr wirklich eine Rolle. Es wird so dargestellt, als wäre ihre Freundschaft Davy nichts wert gewesen.

Wie schon in Band 1 grenzen Informationsschnipsel rund um die politischen Vorgänge im Hintergrund und um Personen aus Davys früherem Umfeld die Kapitel voneinander ab. Dies war auch in Band 2 geschickt gelöst und konnte ein wenig Abwechslung in die Geschichte bringen. Dennoch ist rund um den eigentlichen Kern der Geschichte viel Potenzial verschenkt worden. Die Wainwright-Behörde wird von der bedrohlichen, unkontrollierbaren Gegenmacht zum  Lackaffenclub, die wichtigsten Fragen um ihre Entstehung und Motive bleiben unbeantwortet. Auch Mount Haven fällt hintenüber. Das Thema Hochbegabung verläuft sich einfach im Sande.

Insgesamt hat die Geschichte traurigerweise an allem verloren, was sie so genial gemacht hat: ihre Eigenheit gegenüber anderen Büchern des Genres, der tolle Spannungsaufbau, die gute Balance zwischen Davys Schicksal und den politischen Hintergründen und die real spürbare Bedrohung.

(Für wen) Lohnt es sich?


Diese Fortsetzung lohnt sich leider nicht wirklich. Da der erste Band aber leider recht offen endet, werden sich die meisten Fans wohl trotzdem an die "Rhapsodie in Schwarz" (der Titel erschließt sich übrigens nicht wirklich, auch wenn er schön klingt) wagen. 
An dem insgesamt eher schlechten Stimmungsbild der vorhandenen Rezensionen lese ich ab, dass ich mit meinen enttäuschten Erwartungen nicht allein bin.

In einem Satz:


"Infernale - Rhapsodie in Schwarz" ist in sehr vielen Punkten eine große Enttäuschung - die faszinierenden Hintergründe werden zugunsten einer klischeehaften Liebesgeschichte und einer negativen Entwicklung der Protagonistin hin zu einer sich selbst bemitleidenden, unsympathischen Nörglerin verdrängt und bis auf den Schreibstil bleibt an dem Buch kaum etwas Gutes.

   

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an den LOEWE Verlag!
 
 

Sonntag, 2. April 2017

Daniela Ohms/Winterfeld

"Daniela Ohms/Winterfeld", 21 x 29,7 cm, Polychromos auf Bristolkarton, 2017

Hallo zusammen :)

Von meiner Seite gibt es in diesem Jahr keinen eigenen Messebericht, sondern lediglich einen kleinen Zusatz zu Evelyns ausführlichem Bericht über unser Messewochenende.

In diesem Jahr habe ich mich daran gewagt, Daniela Ohms (auch bekannt unter dem Pseudonym "Daniela Winterfeld") zu zeichnen. Leider fehlte mir das Braun für ihre Haarfarbe, daher habe ich kurzerhand dann zu etwas kräftigeren Farbtönen gegriffen ;)
Evelyn hat vor gut vier Jahren an einer Leserunde zu "Der geheime Name" teilgenommen - HIER könnt ihr zu ihrer Rezi gelangen.
Ich lese den Roman momentan (bin auf S. 450) und bin begeistert!


Es war super schön, Daniela zu treffen und ich glaube, sie hat sich auch gefreut (obwohl mein Portrait ihr nicht hundertpro ähnlich sieht :D) :)





Alles Liebe,
Miriam

Samstag, 1. April 2017

Leipziger Buchmesse 2017

Mitten im weltbesten Verlagspraktikum, das ich gerade machen darf, hatte ich auch dieses Jahr die Möglichkeit zusammen mit Miri nach Leipzig zur Messe zu fahren. Wir waren Samstag und Sonntag dort.
Zum Glück haben wir schon beim letzten Mal eine sehr gemütliche Pension mit netten Gastgebern entdeckt, die auch diesmal noch frei war :)

Hier nun ein paar Eindrücke von unseren diesjährigen Messeerlebnissen: 

Samstag, 25.03.16


Unser erster Programmpunkt war der Bloggerempfang von Carlsen und Thienemann-Esslinger. Leider haben wir uns ein kleines bisschen verspätet, weil wider Erwarten unsere Tickets noch nicht aktiviert waren. Glücklicherweise hatten wir aber noch nichts verpasst. 

 



Es gab interessante Interviews mit Laura Kneidl, Björn Springorum, Rena Fischer und Tanja Voosen zu ihren neuen Büchern und Möglichkeit, sich diese signieren zu lassen. Außerdem wurden ein paar Geheimtipps aus den Herbstprogrammen der beiden Verlage vorgestellt und wir Blogger sollten im Rahmen eines Quiz unser Wissen über die Carlsen- und Thienemanntitel unter Beweis stellen.

 





Ein Highlight waren natürlich auch die grandiosen Cupcakes mit den Buchcovern und der tolle kleine Blogplaner, den sich alle mitnehmen durften und der bis zur FBM Platz für Blognotizen bietet.
 
Die Verlage haben wirklich keine Kosten und Mühen für diesen Empfang gescheut!




Da die Lesung zu "Der Club" von Takis Würger leider ausgefallen ist, haben Miri und ich dann erst mal eine Mittagspause gemacht, bevor wir frisch und fröhlich beim Treffen mit den Ink Rebels waren. Wie ihr seht, war dort einiges los:


Auch wenn ich noch nicht alle ihre Bücher gelesen habe, kenne ich doch zumindest von jeder Ink-Rebellin schon mindestens eines. Drei der betreffenden Bücher hatte ich auch zum Signieren dabei, während Miri ein wundervolles Porträt von Daniela Ohms im Gepäck hatte (dazu folgt noch ein eigener Post von ihr).
Tolle Goodies gab es auch noch :)




Wir haben uns noch ein Lektoreninterview zum Thema "Lektorat & Selfpublishing" angehört, es gab eine Lesung zu der "Your Style"-Reihe, die damals eine der Sonderausschreibungen bei Oetinger34 war, und einen Vortrag über das Schreiben von Exposés am neobooks-Stand.
Zum Schluss war noch das vorablesen-Treffen, wo Marah Woolf gelesen und Fragen beantwortet hat und Goodiebags ausgegeben wurden.


Sonntag, 26.03.16

 

Am Sonntag wollten wir eigentlich um 9 Uhr zum Messegottesdienst für Aussteller und Presse (immerhin hatten wir Pressetickets), wurden aber aus irgendeinem Grund nicht reingelassen :(

Im Laufe des Tages waren wir noch bei verschiedenen Lesungen, zu denen es jetzt noch ein paar Bilder gibt - die Bücher findet ihr jeweils verlinkt dabei, wenn ihr mal reinschauen möchtet:

"Hüter der fünf Leben" von Nica Stevens
"Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens" von Juliana Kálnay

 
"Die Treppe" von Fabienne Sita

"Camp 21 - Grenzenlos gefangen" von Rainer Wekwerth

"Sommernachtsfunkeln" von Beatrix Gurian &
 "18, pleite und planlos, aber immerhin sehen wir gut dabei aus" von Bettina Brömme
Zum Schluss noch meine beiden Neuzugänge von der Messe:




Es war wieder eine sehr schöne Messe und ich freue mich aufs nächste Mal!
Wart ihr auch in Leipzig? Was waren eure Messehighlights?

Mittwoch, 29. März 2017

Keep on Dreaming - Kira Minttu

  Rezension zu "Keep on Dreaming"
von Kira Minttu

Taschenbuch, 292 Seiten 
ink rebels (1. Dezember 2016)
ISBN-13: 978-3958692787
Band 1 einer Reihe (aber auch als Standalone lesbar)

Worum geht's?


Katinka ist sechzehn und ihr Musikblog, bei dem auch ihre Freunde mitarbeiten, könnte kaum besser laufen. Sie darf viele Alben rezensieren und Interviews mit Bandmitgliedern führen. So traumhaft das klingt - einfach ist es nicht immer. Nur allzu oft fängt Katinka sich blöde Kommentare ein, weil sie für ein Groupie gehalten wird, das den Blog nur als Alibi benutzt. Ob es etwas nutzt, wenn sie ihren besten Freund Jako als ihren festen Freund ausgibt?
Doch dann trifft sie auf James McMillan, den Frontmann der Band "Keep on Dreaming" und plötzlich ist sie sich gar nicht mehr so sicher, ob der glauben soll, dass sie vergeben ist ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Nachdem ich "Wenn ich dich nicht erfunden hätte" von Julia Dibbern (Klick zur Rezi) gelesen hatte und dadurch auf die Ink Rebels aufmerksam geworden war, ist mir "Keep on Dreaming" ins Auge gefallen. Es klang nach einem süßen, vielleicht auch bittersüßen, Jugendbuch mit viel Gefühlschaos, und auch, wenn ich bei meinen Lesevorlieben ansonsten eher weniger mit Bands/Rockstars etc. am Hut habe, dachte ich, dass ein bisschen Abwechslung ja nicht schaden kann, und habe mich gern in Katinkas Welt begeben.

Wie es mir gefallen hat:


Ein Jugendbuch, das in Frankfurt spielt - damit war für mich schon ein erster Pluspunkt gewonnen. Die vielen Highschool-Romane (auch von deutschen Autoren), die den Markt fluten, haben es mir nicht so wirklich angetan, und so war ich hier beim Setting gleich dabei. (Wenn man Schauplätze sogar kennt, ist es immer gleich noch mal so schön).
Katinka hat eine sehr gut lesbare und humorvolle Erzählstimme, auf die ich mich auch dann konzentrieren konnte, wenn ich in der Bahn unterwegs und es um mich herum mal etwas lauter war. Der Leser lernt ihren Freundeskreis und ihre Familie kennen und merkt richtig, wie Katinka für ihren Blog brennt. Teilweise hätte ich mir noch ein bisschen tiefere Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt gewünscht. Nach meinem Empfinden reflektiert sie relativ wenig über ihre Gefühle und wirkt dadurch, gerade auch in der Liebesgeschichte, ein bisschen passiv - was allerdings auch daran liegen mag, dass sie selbst nicht so genau weiß, was sie eigentlich will.
Über ihre Freunde hätte ich gern noch mehr erfahren, aber dazu wird es zum Glück in den Folgebänden noch die Chance geben (als Nächstes in "Me, without words", wo Katinkas beste Freundin Juli zu Wort kommen wird *freu*). 

Die beiden männlichen Hauptfiguren sind sehr spannend angelegt - auf der einen Seite der beste Freund seit Kindheitstagen, Jako, der sehr zuverlässig, hilfsbereit und bodenständig ist, auf der anderen James McMillan, ein typischer Macho und ein bisschen scheinwerferlichtverwöhnt, aber auch ein ganz normaler junger Mann, der die Musik liebt und eine romantische Ader hat.
Zumal Jako über mehrere Kapitel im Mittelteil nicht persönlich anwesend ist, konnte ich ihn nicht ganz so gut einschätzen und mir ans Herz wachsen lassen, wie ich mir das gewünscht hätte, aber auch hier können weitere Bände sicher Abhilfe schaffen.

Am Ende ging alles gefühlt sehr schnell über die Bühne. Katinkas letztendliche Entscheidung und der Weg dahin sind sehr realistisch umgesetzt, aber für mich fehlte noch das gewisse Etwas, da es insgesamt genau so ablief, wie ich das vor dem Lesen des Buches vermutet hatte. 

(Für wen) Lohnt es sich?


Ich glaube, die Altersempfehlung 14-17 Jahre trifft es hier ganz gut. Man sollte realistische Jugendromane mit typischen Teeniethemen mögen (vor allem Schwärmereien, Gefühlschaos etc.) und sich auch für das Musik-/Bandthema interessieren.

In einem Satz:


"Keep on Dreaming" ist eine unterhaltsame Liebesgeschichte für Jugendliche, die zwar keine großen Überraschungen mit sich bringt, aber ein paar Wohlfühl-Lesestunden beschert und immer wieder für Schmunzelmomente sorgt.

   

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an die Autorin Kira Minttu von den Ink Rebels!

Sonntag, 12. März 2017

Fräulein Wundervoll - Elena Schulte

Rezension zu "Fräulein Wundervoll -
Durch Gottes Liebe werden, wer ich bin"
von Elena Schulte


Hardcover, 184 Seiten 
 SCM R. Brockhaus (13. Januar 2017)
ISBN-13: 978-3417268089
Mehr Infos & Leseprobe

Worum geht's?

Ich hatte Angst, dass mein Sein nicht wertvoll genug ist, wenn mein Tun wegfällt. (S. 90)
Zwischen Aufgaben, Rollen, Erwartungen, zwischen Antreibern und Ängsten vor dem Scheitern von Lebensplänen kann man sich schnell verlieren. Im Treibsand des Alltags ist es nicht immer leicht, auseinanderzuhalten, was guttut und was nicht, was nötig ist und was nicht.
Elena Schulte begibt sich auf die Suche nach dem Ich, das Gott von Anfang an im Sinn hatte. Mit vielen Überlegungen und Anregungen lädt sie dazu ein, sich darauf einzulassen, dass der eigene Lebenstisch ganz neu gedeckt werden kann.

Was mich neugierig gemacht hat:


Wer bin ich, wer will ich sein und welchen Plan gibt es für mein Leben? Ist der Weg vorgezeichnet oder können auch verschiedene Pfade zum Ziel führen? Diese Fragen treiben wohl Menschen in jedem Alter und in jeder Lebenssituation um.
Gute Gedanken zum Identitätsfinden und Glückssuchen - das ist, was ich mir von diesem Buch erhofft habe. Besonders der Untertitel und die Gestaltung haben mich angesprochen und mir das Gefühl gegeben, dass dieses Buch danach rief, von mir gelesen zu werden.

Wie es mir gefallen hat:


Schon von außen betrachtet ist "Fräulein Wundervoll" ein Schmuckstück. Die Goldschrift des Titels macht wirklich etwas her und das Cover ist im Inneren zur Abteilung der einzelnen Kapitel immer wieder aufgegriffen.
Auch im Inneren gibt es viel Wertvolles zu entdecken.

Bereits das Vorwort und die Fragen, die darin angerissen werden, haben mich darin bestärkt, dass die Impulse dieses Buches auf jeden Fall spannend werden.
Der Erzählstil ist gleichzeitig locker, schwungvoll, aber auch nachdenklich - man kann Elena Schultes Ausführungen sehr gut folgen.

Schwerpunkte des Buches sind der Blick auf das eigene Alltagsleben und seine Gestaltung, Erwartungsdruck durch sich selbst und andere, Rollen, die man spielt und was sie mit einem machen können und der Mut zu Veränderungen und Neuanfängen. All das wird verbunden mit Gottes Zusagen und seiner Absicht, als er den Menschen zu seinem Ebenbild schuf.

Die Autorin hangelt sich an ihrer eigenen Lebensgeschichte entlang und teilt ihre Erfahrungswerte auf ehrliche, offene und mutmachende Weise mit dem Leser. Da ihre Lebenssituation (verheiratete, berufstätige Mutter) sich doch sehr von meiner unterscheidet, konnte ich mich nicht immer in ihre Lage hineindenken, doch die Kerngedanken sind übergesprungen.
An vielen Stellen gibt es Einschübe mit Fragen oder Gedankenexperimenten für den Leser, die einen abholen und einbinden. Dennoch gibt es auch längere Passagen, die eher Tatsachenbeschreibungen darstellen und ein klein weniger mehr Praxisbezug vermissen lassen.
Highlights des Buches sind aus meiner Sicht 
- Kapitel 2, das sich mit den Erwartungen, Rollen und Aufgaben und ihrem Einfluss auf unsere Identität auseinandersetzt.
- ein sehr interessanter Exkurs in die Transaktionsanalyse im (sonst sehr theoretischen Kapitel 3)
- die Gedanken und Impulse rund um den inneren Interessenkonflikt zwischen Hoffnung auf Neues und mangelndem Selbstvertrauen, diesem wirklich gegenüberzutreten sowie der Abschnitt zum Thema Neid (Kapitel 4)
- die Auseinandersetzung mit der Angst vor dem, was (nicht) kommt in Kapitel 5 - hier wird fundiert aufgezeigt, wie schnell man Gott mit menschlichen Maßstäben einschätzt und wie wenig man ihm eigentlich wirklich zutraut

Was mich überrascht hat, ist, dass zwischendurch besonders Menschen angesprochen haben, die bisher noch nicht oder kaum mit dem christlichen Glauben in Berührung gekommen sind. Ich frage mich, ob diese sich überhaupt ans Lesen dieses Buches wagen würden.

Auch wenn ich in kleineren Punkten nicht ganz bei der Autorin war, habe ich insgesamt viel mitnehmen können.

(Für wen) Lohnt es sich?


Das Buch richtet sich an alle Frauen, die auf der Suche nach dem Mehr, nach dem Selbst, nach dem eigenen Sein sind und die sich danach sehnen, anzukommen.
Das Buch ist stark christlich geprägt, Glaubensvorkenntnisse sind aber keine Voraussetzung. Auch Menschen, die bisher nichts oder wenig mit Gott am Hut haben, werden angesprochen und eingeladen.

In einem Satz:


"Fräulein Wundervoll" ist ein Stück Lebenserfahrung, eine Versicherung, dass Gott da ist, ein Wegweiser zu einem Leben, in dem man sein darf, ohne etwas leisten zu müssen, und eine lohnenswerte und bereichernde Auseinandersetzung am eigenen Lebenstisch.

  
Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an SCM R. Brockhaus!

Freitag, 10. März 2017

Soulmates

"Soulmates", 29,7 x 21 cm, Polychromos auf Hahnemühle-Zeichenpapier, 2017




























Unsere Seelen sind verbunden
über eine haarfeine Linie
einen taudicken Faden
ein reißfestes Seil

Unser Herz schlägt im selben Takt
Unser Blut rauscht in derselben Geschwindigkeit
Unsere Gedanken fließen in denselben Bahnen

Wir sind untrennbar
unteilbar
eins

Donnerstag, 23. Februar 2017

Das Ziel im Visier

"Jyn Erso", 40 x 60 cm, Acryl auf Bristolkarton, 2017

Hallo zusammen,

heute gibt's nochmal ein gemaltes Bild von mir zu sehen. Da Malen immer so zeitintensiv ist, komme ich nicht so wahnsinnig häufig dazu, aber als ich den Auftrag bekam (danke, Robert!), Felicity Jones in ihrer Rolle der Jyn Erso ("Rogue One - A Star Wars Story) umzusetzen und das Referenzfoto sah, war mir direkt klar: Sie muss mit satten Farben gemalt werden ;) 

Samstag, 18. Februar 2017

"Liebe ist wie Drachensteigen" - Ashley Herring Blake

Rezension zu "Liebe ist wie Drachensteigen"
von Ashley Herring Blake


Hardcover, 336 Seiten 
Magellan (18. Januar 2017)
ISBN-13: 978-3734850240
Preis: 18,00 €
Originaltitel: "Suffer Love"
Standalone 



Worum geht's?

Ich kann nicht einfach zurück an diesen Ort. Wenn etwas einmal zerbricht, kann man es nie mehr wieder so zusammensetzen, wie es war. Es wird immer Risse geben und Klebstoffspuren und raue Oberflächen. (S. 96)

Hadley ist immer noch wütend. Die Affäre ihres Vaters hat ihre Familie entzweit, die Stimmung zu Hause ist unerträglich und Hadley flüchtet sich in jede jungstechnische Ablenkung, die sich ihr bietet.
Sams Verhältnis zu seinen Eltern ist auf Grade unter Null heruntergekühlt. Neu in der Stadt und an der Schule bekommt er ausgerechnet Hadley als Partnerin für ein Shakespeare-Projekt zugeteilt.
Zwischen den beiden knüpft sich sofort ein zartes Band - doch wird es reißfest genug sein, um den Ärger und die Probleme in ihren Familien zu überstehen?

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich hatte bisher noch gar kein Buch aus dem Magellan Verlag gelesen, obwohl einige auf meiner Wunschliste stehen. Als zu dieser Neuerscheinung eine Leserunde angeboten wurde, musste ich mich gleich bewerben, weil "Liebe ist wie Drachensteigen" eine emotionale Geschichte versprach und mich der Perspektivwechsel zwischen Hadley und Sam schon in der Leseprobe sofort überzeugt hat.
Mir gefällt das Cover, weil es dezent, aber trotzdem stark, süß, hell, verspielt und einfach hübsch ist - das Herz mit den Rissen wirkt empfindlich und zerbrechlich. Es passt sehr gut zum Buch.

Wie es mir gefallen hat:


Die Geschichte steigt mitten im Geschehen ein, und schon nach den ersten Seiten haben Hadley und Sam mich für sich einnehmen können. Der Erzählton ist sehr gelungen - beide Perspektiven sind sehr authentisch geschrieben, vermitteln die Gefühle der Figuren auf lebhafte Weise und haben genau die richtige Mischung aus Drama und Humor. Das Buch ist sehr dialoglastig, aber mir persönlich hat das gut gefallen, weil es dadurch sehr flüssig zu lesen ist und in den Gesprächen viel zum Ausdruck kommt.

Bis auf eine Enthüllung, die mich gegen Ende überraschen konnte, hält die Autorin die Spannung um die Geheimnisse, die sie aufbaut, nicht sehr lange. An der einen oder anderen Stelle hätte sie die Leser vielleicht noch eiskälter erwischen können, wenn sie die Auflösung noch etwas hinausgezögert hätte.

Die Liebesgeschichte ist sehr gut umgesetzt, auch wenn das gemeinsame Schulprojekt zu Beginn ein wenig klischeehaft daherkommt. Es wird nichts überstürzt, aber die Chemie zwischen den Charakteren stimmt, und das spürt man.
 "Jeder wünscht sich ein Happy End, Sam, auch wenn man es vielleicht für unmöglich hält."
Er sieht mich an und lässt sein Buch sinken. "
Ist es denn so unmöglich?"
(S. 77)
Es gibt viele schöne Begegnungen, in denen sich die Gefühle langsam entfalten, während die Schatten im Hintergrund lauern. Man erlebt mit, wie Hadley und Sam einander in einer schwierigen Zeit ihres Lebens Halt geben und sich dabei beide weiterentwickeln. Nur die kleine Essensschlacht zwischendurch fand ich überzogen - so etwas hat für mich nichts Witziges oder gar Romantisches.

Eine weitere Stärke des Buches sind die Nebencharaktere. Sowohl Hadleys beste Freundin Kat als auch Sams Schwester Livy und sein bester Freund Ajay bringen Schwung in die Geschichte und wachsen einem schnell ans Herz.
Nur die Hadleys und Sams Eltern habe ich nicht in allen Punkten verstehen können, und ihr Verhalten hat mich manchmal stutzig gemacht.

Das Ende ist sehr gelungen, nicht unglaubwürdig kitschig, aber auch nicht viel zu offen oder abrupt.
Es wäre schön gewesen, wenn die Drachenthematik noch einmal etwas stärker aufgegriffen worden wäre, aber auch so habe ich das Buch zufrieden zuschlagen können.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wer schöne, einfühlsam erzählte Liebesgeschichten über Jugendliche mag, ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Die ernste Thematik um das Fremdgehen von Hadleys Vater zieht sich durch die ganze Geschichte und sorgt für viel Familiendrama. Hadleys Art, damit umzugehen, entspricht sicher nicht jedem Typ Mensch, ist aber gut umgesetzt.

 

In einem Satz:


"Liebe ist wie Drachensteigen" ist eine in zwei authentischen Perspektiven erzählte Liebes- und Familiengeschichte, die mehr auf Gespräche als auf Spannung setzt und herzerwärmend zeigt, wie Zerbrochenes langsam von der Hoffnung auf Neubeginn zusammengefügt wird.


 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an den Magellan Verlag!

Samstag, 11. Februar 2017

Can You Take Me There?

"Marz Ferrer/Can You Take Me There?", 21 x 29,7 cm, Bleistift auf Bristolkarton, 2017

 Hallo zusammen,

 
diese Zeichnung zeigt die Sängerin Marz Ferrer und ist bereit in den freien Tagen über Weihnachten entstanden - irgendwie habe ich es total versäumt, etliche Bilder hochzuladen, unter anderem auch noch einigen Kram aus dem letzten Jahr...
Marz Ferrers Musik habe ich vor einiger Zeit für mich entdeckt und kann sie wärmstens weiterempfehlen, allerdings wird sie wohl nicht für jeden etwas sein - sagen wir, der Stil ist etwas speziell.
Aber überzeugt euch HIER gern selbst ;)


Ich freue mich sehr (!) über Kommentare jeglicher Art!

Eine wunderbare neue Woche wünscht
Miriam

Mittwoch, 8. Februar 2017

Wenn ich dich nicht erfunden hätte - Julia Dibbern

  Rezension zu "Wenn ich dich nicht erfunden hätte"
von Julia Dibbern



Taschenbuch, 354 Seiten
 ink rebels (17. Januar 2017)
ISBN-13: 978-3958692794
Preis: 12,90 € / eBook: 3,99 €
Standalone

Worum geht's?


Jetzt kann das Leben so richtig losgehen! Leo ist neu in Hamburg, um ihr Studium anzufangen. Allerdings hat sie sich das mit der ersten eigenen Wohnung etwas anders vorgestellt - ohne Ekelfaktor und gemeingefährliche Nachbarn.
Als sie Loris begegnet, stellt sich ihre Welt auf den Kopf - er ist die Hauptfigur aus ihren selbst geschriebenen Geschichten! Wie kann das möglich sein? Doch allzu schnell erkennt Leo, dass sie doch nicht alles über ihn weiß und es Dinge gibt, die sich mit aller Macht zwischen sie stellen ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Neugierig war ich vor allem auf Leos Liebe zum Schreiben und auf die Konflikte, die entstehen würden, wenn sie ihrem "Charakter" im echten Leben über den Weg läuft.
Ich hatte das Glück, bei einer tollen Leserunde mit der Autorin dabei sein zu dürfen, und es wird defintiv nicht mein letztes Buch von ihr und den ink rebels gewesen sein.

Wie es mir gefallen hat:


"Wenn ich dich nicht erfunden hätte" ist anders als erwartet und zwar auf eine positive Art und Weise. 
Eigentlich lässt das Cover die so gar nicht leichte Stimmung des Buches schon gut erahnen; trotzdem können die ersten Assoziationen zu Titel und Geschichte einen ein wenig in die Irre leiten. Ich persönlich dachte, es gehe vor allem ums Schreiben und darum, wie die Protagonistin einem ihrer Charaktere im echten Leben begegnet und sich mit der quasi Gestalt angenommenen Idee auseinandersetzen muss - und dass sich im Verlauf dann vielleicht ihr Buchprojekt und sie selbst weiterentwickeln. Trotz des Hinweises im Klappentext auf Loris' "dunkle Seiten" war ich erst mal von einer eher fröhlichen Geschichte mit viel Gefühlschaos, aber Happyend-Garantie (á la die Liebe besiegt die düstere Vergangenheit) ausgegangen.
Das wäre vermutlich auch kein schlechtes Buch gewesen, aber es ist nicht, womit man es hier zu tun bekommt. "Wenn ich dich nicht erfunden hätte" ist realistisch, mitunter hart und traurig, eine Berg- und Talfahrt (mit vielen tiefen Talstrecken).
Die meiste Zeit während des Lesens war ich hin- und hergerissen zwischen der Faszination, wie Julia Dibbern es schafft, Leos und Loris' Leben so scharf zu beobachten, und dem Widerwillen gegenüber der Tatsache, dass solche Geschichten sich wirklich ereignen, da draußen in unserer Welt.

Leo ist schwierig, aber oder gerade deswegen menschlich. Sie hat schwache Momente, naive Momente, unbedacht blinde Momente und von alldem nicht wenig. Sie redet sich viel ein, redet sich viel schön, redet sich viel zurecht. Es fällt schwer, sich in ihre Lage hineinzuversetzen, aber vielleicht soll man auch gerade das nicht tun. Vielleicht soll man vielmehr zusehen, hoffen und wütend werden und wieder hoffen.
Die Geschichte wird aus personaler Sicht von Leo aus erzählt und wechselt für kürzere Passagen zu Loris. Auch er ist als Figur sehr gut gelungen und seine Einstellung und Art werden sehr überzeugend vermittelt.

Unter den Nebencharakteren finden sich einige sehr sympathische Figuren wie z.B. zwei polnische Handwerker oder Leos beste Freundin Miriam. Andere Personen dagegen hätte ich gern noch etwas näher kennengelernt, darunter Leos Kommilitonin Sina oder Loris' Freund Rafael.

Dass das Schreiben nur am Rande vorkommt, finde ich ein bisschen schade. Dafür, dass Leo schon so lange heimlich Geschichten erfunden hat, hätte ich erwartet, dass das mehr zum Tragen kommt und sie vielleicht zumindest hintergründig durch all die Wirrungen hindurch begleitet. Kleine Auszüge aus ihren Geschichten an den Kapitelanfängen oder etwas Ähnliches hätten aus meiner Sicht gut gepasst.

Mir gefällt gut, wie unvorhersehbar die Geschichte ist. Man weiß nicht, was als Nächstes passiert, ob Leo Fehler an Fehler reihen und gegen die Wand fahren oder die Kurve bekommen wird.
Bis zum Ende bleibt im Hintergrund immer das Rätsel, warum Loris aus Leos Geschichten entsprungen ist. Hier möchte ich natürlich nichts vorwegnehmen, kann aber sagen, dass es ein sehr glaubhaftes und rundes Ende ist.


(Für wen) Lohnt es sich?


Es lohnt sich für all diejenigen, die hier nicht die millionenste seichte Liebesgeschichte erwarten, sondern auch mit einer Handlung umgehen können, die nicht plüschig und rosa ist.
Ich finde, die perfekte Zielgruppe sind junge Erwachsene zwischen 18 und Mitte/Ende 20, aber auch Jugendliche ab ca. 14, die auch mit "erwachseneren" Themen und Szenen nicht überfordert sind, spricht es an.

 

In einem Satz:


"Wenn ich dich nicht erfunden hätte" ist keine süße Geschichte, sondern eine mit Kanten, eine, die nichts beschönigt, einem nichts schenkt und gerade dadurch so überzeugend wird.


 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an die Ink Rebels und die Autorin! (klickt euch mal rein - die Homepages lohnen sich ;)

Sonntag, 5. Februar 2017

Ich wollte nur, dass du noch weißt - Emily Trunko

Rezension zu
"Ich wollte nur, dass du noch weißt ... - Nie verschickte Briefe"
von Emily Trunko und Lisa Congdon

Hardcover, 192 Seiten 
 Loewe (13. Februar 2017)
ISBN-13: 978-3785586082
Preis: 14,95 €

Worum geht's?


Emily Trunko, eine amerikanische Teenagerin, hätte niemals mit so viel Rückmeldung gerechnet, als sie begann, auf ihrem Tumblr-Blog "Dear My Blank" ihre unverschickten Briefe zu veröffentlichen. Unzählige Menschen schickten ihr eigene Briefe aus allen Lebens- und Gefühlslagen zu, und sie begann sie zu sammeln.
In diesem Buch sind einige dieser Briefe abgedruckt und lebensfroh in Szene gesetzt.

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich kann von mir nicht unbedingt behaupten, dass ich eine große Briefschreiberin wäre, aber wie die meisten Menschen kenne ich das Gefühl gut, Dinge nicht auszusprechen zu wagen. Auch das Gefühl, dass meine Gedanken klarer und geordneter werden, wenn ich sie zu Papier bringe, ist mir nicht fremd. Obwohl ich also von Emily Trunkos tumblog noch nichts gehört hatte, hat das Buch sofort meine Aufmerksamkeit erregt.
Der Titel "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." ist wirklich schön gewählt - er könnte aus so einem nie verschickten Brief stammen und fasst das, was all diese Botschaften gemeinsam haben, auf sehr passende Weise zusammen.

Wie es mir gefallen hat:


Dieses Buch ist von außen und von innen ein Kunstwerk. Schon bevor man es auch nur aufschlägt, macht die aufwändige und liebevolle Gestaltung richtig neugierig.  Der Einband ist sehr stabil, hat abgerundete Ecken und liegt gut in der Hand; er ist farbenfroh und mit kleinen schimmernden Highlights versehen. Schön finde ich auch, dass es ein Lesebändchen gibt - das ist in letzter Zeit gefühlt relativ selten geworden.
Das Buch strahlt irgendwie die Intensität all der Geschichten aus, die sich zwischen seinen Deckeln verbergen.

Was sich im Inneren befindet, ist eine Zusammenstellung von Gefühlen, Gedanken und teils simplen, teils poetischen Worten in wundervollem Gewand. Die Texte sind von Lisa Congdon bunt und ansprechend mit zum jeweiligen Text passenden Symbolen illustriert worden, das Lettering stammt von typealive.

Nach einem kleinen Vorwort von Emily Trunko, die berichtet, wie sie zu ihrem Blog kam, was er für Konsequenzen mit sich zog und zum Riesenerfolg wurde, kann man sich direkt in die Briefe vertiefen. Da alle maximal zwei Seiten lang sind und sich auch immer wieder nur ganz kurze Botschaften dazwischen befinden, ist es ein bisschen wie mit Chips - man möchte immer noch einen und noch einen und hat im Nu das ganze Buch durchgeblättert.

Die Briefe sind nach verschiedenen Kategorien sortiert: Auf die Sammlungen zu "Liebes Ich" und "Liebe Welt" folgen große Schlagworte - Liebe, Freunde, Familie, Herzschmerz, Unerwiderte Liebe, Verrat, Verlust und zum Schluss Dankesbriefe.
Da hier so viele verschiedene Menschen Einblicke in ihr Leben geben, werden die Briefe natürlich jeden Leser in unterschiedlichem Maße ansprechen. Einige werden einen direkt ins Herz treffen, in einigen wird man sich selbst wiederfinden, andere werden einen rühren oder einen aber auch gar nicht ansprechen. Die Fantasie geht auch auf Wanderschaft und man malt sich aus, was für ein Mensch der jeweilige Verfasser sein und in welchen Kontext sein Brief gehören könnte. 

Manche Briefe sind anonym mit Initialen, manche mit Vornamen, einige auch einfach an das eigene Ich, den eigenen Körper, die Welt oder alle Menschen gerichtet, die das im Brief Geschilderte auch kennen. Es gibt lange Nachrichten, die wie ein Gefühlsausbruch sind, und solche, die nur aus einem einzigen Satz bestehen und auf die das genauso zutrifft.
In jeder Kategorie finden sich die verschiedensten Aspekte der jeweiligen Beziehungsebene wieder.
Ganz am Ende gibt es noch Hinweise, wie man einen eigenen Brief einsenden kann.

(Für wen) Lohnt es sich?


In diesem Buch bedeutet sicher nicht jeder Brief für jeden Leser das Gleiche, aber für jeden Leser wird es Briefe geben, die etwas für ihn bedeuten, die ihn betreffen und von Menschen geschrieben sind, deren Erfahrungen er teilen kann.
Es mögen Briefe dabei sein, mit den man nicht viel anfangen kann oder bei denen man sich fragt, warum ihr Empfänger sie nicht bekommen hat und was an ihrem Inhalt so schwierig zu sagen war - besonders die schönen, in denen dieser Person anvertraut wird, wie wichtig sie dem Verfasser ist. Vielleicht fragt man sich auch, ob wirklich alle Briefe echt sind oder nicht auch Menschen absichtlich welche für Emilys Blog verfasst haben, um dort aufzutauchen.
Insgesamt aber wird man aber auf jeden Fall einige Gedanken für sich persönlich mitnehmen können und voller Neugier, Mitgefühl und Verbundenheit die Briefe durchstöbern.
 

In einem Satz:


"Ich wollte nur, dass du noch weißt" ist echt, direkt aus dem Leben mit seinen Höhen und Tiefen, fremd und vertraut und voller wahrer Geschichten.

 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an Vorablesen und den Loewe Verlag!

Mittwoch, 1. Februar 2017

Landleben

"Landleben", Acryl und diverse Lacke auf Scheunentor, 5 x 3 m, 2016


















Hallo zusammen,

über den Studienbeginn und meine unfreiwillige Internetpause (zumindest in meiner Wohnung) habe ich tatsächlich vergessen, die Fotos von meinem dritten bemalten Scheunentor hochzuladen - Schande auf mein Haupt. Sorry!
Gestern habe ich sogar einen ehemaligen Post von mir wiedergefunden, in dem ich angekündigt hatte, euch das Projekt vorzustellen... Ich sollte mal in meinem Kopf aufräumen. Dringend.
Jedenfalls hier jetzt sehr verspätet die Bilder.
HIER geht's zum bereits bemalten Tor (ein Fendt, vielleicht erinnert ihr euch) ;)
Ich hoffe, euch gefällt's! Dieses Jahr stehen weitere Tore an, wenn alles gut geht.

Ich glaube, es waren diesmal um die 40 Stunden Arbeitszeit.

Noch eine schöne Woche!
Miriam

Sonntag, 29. Januar 2017

Lena in Love 2 - Sina Müller

Rezension zu "Lena in Love - Sprich mit mir"
von Sina Müller


eBook, 295 Seiten
Selfpublishing (17. November 2016)

Preis: 3,99 € 
Band 2

Worum geht's?


Seit Lena sich für Noah entschieden und ihn gleich wieder verloren hat, sind drei Monate vergangen. Obwohl er ihr das Herz gebrochen hat, kann sie ihn nicht vergessen.
Als sie sich wiederbegegnen und Noah endlich das Missverständnis aufklären kann, braucht es Zeit und Geduld, um Vertrauen zueinander aufzubauen.Während Lena weiter um ihre Zukunft als Tänzerin kämpfen muss, nähern sie sich wieder an, und es scheint alles endlich doch noch gut zu werden für die beiden - doch dann passiert etwas, das ihre Gefühle füreinander erneut hart auf die Probe stellt ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Wenn ihr meine Rezension zu Band 1 schon kennt, wisst ihr, dass ich im Rahmen der Blogtour die beiden bisher erschienenen Bände der "Lena in Love"-Reihe lesen durfte (HIER geht es zu meinem Beitrag zum Thema "Lebensträume und -ziele").
Sie haben ein bisschen Abwechslung in meinen fantasylastigen Lesekonsum gebracht :)

Wie es mir gefallen hat:


Lena glaubt, dass Noah sie nur benutzen wollte, um seinem Bruder eins auszuwischen. Seit dem missglückten Ende ihrer Geburtstagsfeier ist sie ihm aus dem Weg gegangen.
Mich hat es überrascht, dass das Buch mit einem Zeitabstand von drei Monaten wieder in die Geschichte einsteigt - ich hatte vermutet, dass es nahtlos weitergehen würde. Ich fand es ein wenig schade, dass man so Lenas endgültige Trennung von Luca sowie den Beginn dessen neuer Beziehung nicht selbst beim Lesen mitverfolgen konnte.

Für mich als Leserin war es fast schon quälend, mit ansehen zu müssen, wie Lena sich in ihrem Kummer vergräbt, obwohl es bei dem Ganzen im Grunde um ein Missverständnis ging. Sie schließt Noah aus und es dauert, bis sie sich ihm gegenüber öffnen kann. Hier braucht es etwas Geduld. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass ein Problem, das gar nicht wirklich bestand, die Geschichte beherrschte.

Das Thema Tanzen hat in diesem Band mehr Szenen bekommen als im Auftakt der Reihe. Diese waren sehr schön geschrieben und haben gezeigt, warum es Lena so viel bedeutet und wie sehr sie darin auch ihre Gefühle zum Ausdruck bringt.

Die Liebesgeschichte zwischen Noah und Lena hat in diesem Band erstmals die Chance, ihr Potenzial voll auszuschöpfen und tut das auch. Es gibt viele schöne Begegnungen und Gespräche, die berührend und emotional geschrieben sind.

Insgesamt hat Sina Müller mit "Lena in Love - Sprich mit mir" einen runden zweiten Teil geliefert, der sich wieder sehr schön lesen lässt.
Das Ende würde im Prinzip auch schon als Gesamtabschluss gut funktionieren, ist stimmig und weder zu traurig noch zu kitschig.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wie schon Band 1 würde ich das Buch für Jugendliche ab ca. 14 Jahren empfehlen. Man sollte vor sehr viel Gefühlschaos, Liebeskummer und Dramatik nicht zurückschrecken, kurz gesagt emotionale Geschichten mögen.
Den ersten Band sollte man meiner Meinung nach gelesen haben, weil man sonst zwar der Handlung folgen kann, aber hinsichtlich der Figurenentwicklung Wissenslücken bestehen könnten.
 

In einem Satz:


"Lena in Love - Sprich mit mir" ist eine würdige Fortsetzung der Reihe, in der das Tanzen mehr Raum bekommt und Lenas und Noahs Gefühlswelt erneut sehr einfühlsam dargestellt wird.


 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Blogtour an die Autorin und die CP-Ideenwelt!

Mittwoch, 11. Januar 2017

Die einzig wahre FOXES

"Foxes", 21 x 29,7 cm, Bleistift auf Bristolboard, 2016

 Hallo liebe Leser,

ich bin mal wieder etwas verspätet dran mit dem Bilder-Hochladen.
Diese Zeichnung hier habe ich zu Weihnachten an mein Schwesterherz verschenkt. Zu sehen ist die Sängerin Foxes; wer sie nicht kennt, sollte mal auf ihrer Website vorbeischauen!
Ich weiß nicht so recht, ob ich meine Posts irgendwie interessanter machen könnte? Ich kann gar nicht einschätzen, wie viele Leute sie sich wohl so anschauen...
Schaut ihr euch irgendwas von meinen Sachen besonders gern an? Porträts oder freiere Zeichnungen? Kritzelkram? Experimente?

Bald ist Wochenende!
Bis dahin gutes Durchhalten :)

- Miriam


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