Donnerstag, 13. Februar 2014

Bitterzart - Gabrielle Zevin

Rezension zu "Bitterzart" von Gabrielle Zevin

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (25. April 2013)
ISBN-13: 978-3841421302
Originaltitel: Birthright 1: All these things that I've done

Inhalt


Die sechzehnjährige Anya Balanchine hat es als Tochter eines ermordeten Mafia-Bosses, der illegal mit Schokolade handelte (wir schreiben das Jahr 2083: in New York ist Schokolade verboten, andere Güter wie Wasser sind knapp) nicht immer leicht.
Sie muss sich um ihre Geschwister und ihre kranke Großmutter kümmern und bemüht sich nach Kräften, sie aus den Geschäften des Balanchine-Clans herauszuhalten.
Dann kommt Win an ihre Schule, nach sämtlichen Tragödien in ihrem Liebesleben der erste Junge, auf den Anya sich einlassen könnte. Wäre da nicht das Problem, dass sein Vater als Staatsanwalt auf der gegnerischen Seite steht...

Meine Meinung

 

Es kommt eigentlich selten vor, dass ich mehrere Bücher nebeneinander her lese oder eines weglege, um es irgendwann später wieder zur Hand zu nehmen. Mit "Bitterzart" allerdings hatte ich auf einer langen Autofahrt begonnen und am Zielort dann doch etwas anderes vorgezogen. So ist es dazu gekommen, dass ich das Buch quasi in einem Zeitraum von August 2013 bis Januar 2014 gelesen habe.
Nach der langen Pause brauchte ich natürlich ein paar Seiten, um mich wieder in das Geschehen hineinzufinden, aber dann habe ich bis zum Ende durchgehalten.

Ich könnte jetzt ein bisschen gemein sein und sagen, dass es nicht unbedingt für das Buch spricht, dass es mich nicht derart fesseln konnte, dass ich es in einem Rutsch durchlesen musste. Was mich auch sofort zu meinem größten Kritikpunkt führt: der Spannung.
Es gab für mich in diesem Buch leider keine Wow-Momente oder unvorhersehbare Ereignisse.
Ich könnte auch nicht behaupten, dass ich irgendeine Lieblingsstelle hätte.
Leider bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass von der ganzen Geschichte sehr wenig hängen bleiben wird.

Was mir sehr gefehlt hat, war das Auftauchen der dystopischen Elemente. Dieses Buch müsste nicht als Dystopie ausgegeben werden. In der Zusammenfassung klingt es doch sehr danach, aber im Buch selbst ist es meiner Meinung nach eher nebensächlich, inwiefern die Situation dystopisch ist. Man erfährt sehr wenig über entsprechende Hintergründe. Dass es in der Zukunft angesiedelt ist, hätte ich ohne den Klappentext wahrscheinlich gar nicht mitbekommen.

Das alles soll allerdings nicht heißen, dass "Bitterzart" durch und durch schlecht ist. Auf eine eigenwillige Weise ist es... nun ja, besonders.
Das liegt vor allem an der Protagonistin, die aus der Ich-Perspektive erzählt. Anya habe ich als Mädchen voller Widersprüche, mit vielen Ecken und Kanten und einem einfach eigenwilligen Charakter empfunden.
Auch wenn ich nicht direkt in ihre Gefühlswelt abgetaucht bin, wie man es bei manchen Büchern erlebt, war es doch unterhaltsam, mich mit ihrem Leben auseinanderzusetzen. Vieles wirkte auf mich irgendwie so skurril, dass es schon wieder richtig originell war.

Nebencharaktere wie Natty oder Scarlett sorgten für die Prise Salz in der Suppe. Auch Anyas Bruder Leo passte wunderbar in das Ganze hinein.
Win hingegen, den man ja eigentlich ebenfalls als Hauptperson sehen müsste, kam mir leider eher wie ein Statist vor. Er hat nicht wirklich Gestalt angenommen und seine Gefühle für Anya konnte ich ihm daher auch nicht so ganz abkaufen. Die Liebesgeschichte steht meiner Meinung nach auch nicht im Vordergrund.

Wenn es also weder die dystopische Seite noch die Liebesgeschichte ist, die "Bitterzart" ausmacht, so bleibt tatsächlich nur die Außergewöhnlichkeit des Plots und der Hauptperson. Aber das ist durchaus ein Punkt, der die ein oder andere Schwäche herausreißen kann.

Es wäre zwar bestimmt interessant zu sehen, was die Autorin sich für die Fortsetzung hat einfallen lassen, aber bei der Flut an Trilogien und Reihen muss man halt Entscheidungen treffen und daher denke ich nicht, dass ich die Folgebände lesen werde.

Fazit

 

Kurzum: "Bitterzart" ist eine Nummer für sich.
Das Buch hat mich weder gefesselt noch emotional bewegt, aber ich würde nicht sagen, dass es mir gar nicht gefallen hat.
Leichte Kost für zwischendurch und auf jeden Fall etwas, das man so noch nicht kennt.

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