Mittwoch, 8. Februar 2017

Wenn ich dich nicht erfunden hätte - Julia Dibbern

  Rezension zu "Wenn ich dich nicht erfunden hätte"
von Julia Dibbern



Taschenbuch, 354 Seiten
 ink rebels (17. Januar 2017)
ISBN-13: 978-3958692794
Preis: 12,90 € / eBook: 3,99 €
Standalone

Worum geht's?


Jetzt kann das Leben so richtig losgehen! Leo ist neu in Hamburg, um ihr Studium anzufangen. Allerdings hat sie sich das mit der ersten eigenen Wohnung etwas anders vorgestellt - ohne Ekelfaktor und gemeingefährliche Nachbarn.
Als sie Loris begegnet, stellt sich ihre Welt auf den Kopf - er ist die Hauptfigur aus ihren selbst geschriebenen Geschichten! Wie kann das möglich sein? Doch allzu schnell erkennt Leo, dass sie doch nicht alles über ihn weiß und es Dinge gibt, die sich mit aller Macht zwischen sie stellen ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Neugierig war ich vor allem auf Leos Liebe zum Schreiben und auf die Konflikte, die entstehen würden, wenn sie ihrem "Charakter" im echten Leben über den Weg läuft.
Ich hatte das Glück, bei einer tollen Leserunde mit der Autorin dabei sein zu dürfen, und es wird defintiv nicht mein letztes Buch von ihr und den ink rebels gewesen sein.

Wie es mir gefallen hat:


"Wenn ich dich nicht erfunden hätte" ist anders als erwartet und zwar auf eine positive Art und Weise. 
Eigentlich lässt das Cover die so gar nicht leichte Stimmung des Buches schon gut erahnen; trotzdem können die ersten Assoziationen zu Titel und Geschichte einen ein wenig in die Irre leiten. Ich persönlich dachte, es gehe vor allem ums Schreiben und darum, wie die Protagonistin einem ihrer Charaktere im echten Leben begegnet und sich mit der quasi Gestalt angenommenen Idee auseinandersetzen muss - und dass sich im Verlauf dann vielleicht ihr Buchprojekt und sie selbst weiterentwickeln. Trotz des Hinweises im Klappentext auf Loris' "dunkle Seiten" war ich erst mal von einer eher fröhlichen Geschichte mit viel Gefühlschaos, aber Happyend-Garantie (á la die Liebe besiegt die düstere Vergangenheit) ausgegangen.
Das wäre vermutlich auch kein schlechtes Buch gewesen, aber es ist nicht, womit man es hier zu tun bekommt. "Wenn ich dich nicht erfunden hätte" ist realistisch, mitunter hart und traurig, eine Berg- und Talfahrt (mit vielen tiefen Talstrecken).
Die meiste Zeit während des Lesens war ich hin- und hergerissen zwischen der Faszination, wie Julia Dibbern es schafft, Leos und Loris' Leben so scharf zu beobachten, und dem Widerwillen gegenüber der Tatsache, dass solche Geschichten sich wirklich ereignen, da draußen in unserer Welt.

Leo ist schwierig, aber oder gerade deswegen menschlich. Sie hat schwache Momente, naive Momente, unbedacht blinde Momente und von alldem nicht wenig. Sie redet sich viel ein, redet sich viel schön, redet sich viel zurecht. Es fällt schwer, sich in ihre Lage hineinzuversetzen, aber vielleicht soll man auch gerade das nicht tun. Vielleicht soll man vielmehr zusehen, hoffen und wütend werden und wieder hoffen.
Die Geschichte wird aus personaler Sicht von Leo aus erzählt und wechselt für kürzere Passagen zu Loris. Auch er ist als Figur sehr gut gelungen und seine Einstellung und Art werden sehr überzeugend vermittelt.

Unter den Nebencharakteren finden sich einige sehr sympathische Figuren wie z.B. zwei polnische Handwerker oder Leos beste Freundin Miriam. Andere Personen dagegen hätte ich gern noch etwas näher kennengelernt, darunter Leos Kommilitonin Sina oder Loris' Freund Rafael.

Dass das Schreiben nur am Rande vorkommt, finde ich ein bisschen schade. Dafür, dass Leo schon so lange heimlich Geschichten erfunden hat, hätte ich erwartet, dass das mehr zum Tragen kommt und sie vielleicht zumindest hintergründig durch all die Wirrungen hindurch begleitet. Kleine Auszüge aus ihren Geschichten an den Kapitelanfängen oder etwas Ähnliches hätten aus meiner Sicht gut gepasst.

Mir gefällt gut, wie unvorhersehbar die Geschichte ist. Man weiß nicht, was als Nächstes passiert, ob Leo Fehler an Fehler reihen und gegen die Wand fahren oder die Kurve bekommen wird.
Bis zum Ende bleibt im Hintergrund immer das Rätsel, warum Loris aus Leos Geschichten entsprungen ist. Hier möchte ich natürlich nichts vorwegnehmen, kann aber sagen, dass es ein sehr glaubhaftes und rundes Ende ist.


(Für wen) Lohnt es sich?


Es lohnt sich für all diejenigen, die hier nicht die millionenste seichte Liebesgeschichte erwarten, sondern auch mit einer Handlung umgehen können, die nicht plüschig und rosa ist.
Ich finde, die perfekte Zielgruppe sind junge Erwachsene zwischen 18 und Mitte/Ende 20, aber auch Jugendliche ab ca. 14, die auch mit "erwachseneren" Themen und Szenen nicht überfordert sind, spricht es an.

 

In einem Satz:


"Wenn ich dich nicht erfunden hätte" ist keine süße Geschichte, sondern eine mit Kanten, eine, die nichts beschönigt, einem nichts schenkt und gerade dadurch so überzeugend wird.


 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an die Ink Rebels und die Autorin! (klickt euch mal rein - die Homepages lohnen sich ;)

Sonntag, 5. Februar 2017

Ich wollte nur, dass du noch weißt - Emily Trunko

Rezension zu
"Ich wollte nur, dass du noch weißt ... - Nie verschickte Briefe"
von Emily Trunko und Lisa Congdon

Hardcover, 192 Seiten 
 Loewe (13. Februar 2017)
ISBN-13: 978-3785586082
Preis: 14,95 €

Worum geht's?


Emily Trunko, eine amerikanische Teenagerin, hätte niemals mit so viel Rückmeldung gerechnet, als sie begann, auf ihrem Tumblr-Blog "Dear My Blank" ihre unverschickten Briefe zu veröffentlichen. Unzählige Menschen schickten ihr eigene Briefe aus allen Lebens- und Gefühlslagen zu, und sie begann sie zu sammeln.
In diesem Buch sind einige dieser Briefe abgedruckt und lebensfroh in Szene gesetzt.

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich kann von mir nicht unbedingt behaupten, dass ich eine große Briefschreiberin wäre, aber wie die meisten Menschen kenne ich das Gefühl gut, Dinge nicht auszusprechen zu wagen. Auch das Gefühl, dass meine Gedanken klarer und geordneter werden, wenn ich sie zu Papier bringe, ist mir nicht fremd. Obwohl ich also von Emily Trunkos tumblog noch nichts gehört hatte, hat das Buch sofort meine Aufmerksamkeit erregt.
Der Titel "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." ist wirklich schön gewählt - er könnte aus so einem nie verschickten Brief stammen und fasst das, was all diese Botschaften gemeinsam haben, auf sehr passende Weise zusammen.

Wie es mir gefallen hat:


Dieses Buch ist von außen und von innen ein Kunstwerk. Schon bevor man es auch nur aufschlägt, macht die aufwändige und liebevolle Gestaltung richtig neugierig.  Der Einband ist sehr stabil, hat abgerundete Ecken und liegt gut in der Hand; er ist farbenfroh und mit kleinen schimmernden Highlights versehen. Schön finde ich auch, dass es ein Lesebändchen gibt - das ist in letzter Zeit gefühlt relativ selten geworden.
Das Buch strahlt irgendwie die Intensität all der Geschichten aus, die sich zwischen seinen Deckeln verbergen.

Was sich im Inneren befindet, ist eine Zusammenstellung von Gefühlen, Gedanken und teils simplen, teils poetischen Worten in wundervollem Gewand. Die Texte sind von Lisa Congdon bunt und ansprechend mit zum jeweiligen Text passenden Symbolen illustriert worden, das Lettering stammt von typealive.

Nach einem kleinen Vorwort von Emily Trunko, die berichtet, wie sie zu ihrem Blog kam, was er für Konsequenzen mit sich zog und zum Riesenerfolg wurde, kann man sich direkt in die Briefe vertiefen. Da alle maximal zwei Seiten lang sind und sich auch immer wieder nur ganz kurze Botschaften dazwischen befinden, ist es ein bisschen wie mit Chips - man möchte immer noch einen und noch einen und hat im Nu das ganze Buch durchgeblättert.

Die Briefe sind nach verschiedenen Kategorien sortiert: Auf die Sammlungen zu "Liebes Ich" und "Liebe Welt" folgen große Schlagworte - Liebe, Freunde, Familie, Herzschmerz, Unerwiderte Liebe, Verrat, Verlust und zum Schluss Dankesbriefe.
Da hier so viele verschiedene Menschen Einblicke in ihr Leben geben, werden die Briefe natürlich jeden Leser in unterschiedlichem Maße ansprechen. Einige werden einen direkt ins Herz treffen, in einigen wird man sich selbst wiederfinden, andere werden einen rühren oder einen aber auch gar nicht ansprechen. Die Fantasie geht auch auf Wanderschaft und man malt sich aus, was für ein Mensch der jeweilige Verfasser sein und in welchen Kontext sein Brief gehören könnte. 

Manche Briefe sind anonym mit Initialen, manche mit Vornamen, einige auch einfach an das eigene Ich, den eigenen Körper, die Welt oder alle Menschen gerichtet, die das im Brief Geschilderte auch kennen. Es gibt lange Nachrichten, die wie ein Gefühlsausbruch sind, und solche, die nur aus einem einzigen Satz bestehen und auf die das genauso zutrifft.
In jeder Kategorie finden sich die verschiedensten Aspekte der jeweiligen Beziehungsebene wieder.
Ganz am Ende gibt es noch Hinweise, wie man einen eigenen Brief einsenden kann.

(Für wen) Lohnt es sich?


In diesem Buch bedeutet sicher nicht jeder Brief für jeden Leser das Gleiche, aber für jeden Leser wird es Briefe geben, die etwas für ihn bedeuten, die ihn betreffen und von Menschen geschrieben sind, deren Erfahrungen er teilen kann.
Es mögen Briefe dabei sein, mit den man nicht viel anfangen kann oder bei denen man sich fragt, warum ihr Empfänger sie nicht bekommen hat und was an ihrem Inhalt so schwierig zu sagen war - besonders die schönen, in denen dieser Person anvertraut wird, wie wichtig sie dem Verfasser ist. Vielleicht fragt man sich auch, ob wirklich alle Briefe echt sind oder nicht auch Menschen absichtlich welche für Emilys Blog verfasst haben, um dort aufzutauchen.
Insgesamt aber wird man aber auf jeden Fall einige Gedanken für sich persönlich mitnehmen können und voller Neugier, Mitgefühl und Verbundenheit die Briefe durchstöbern.
 

In einem Satz:


"Ich wollte nur, dass du noch weißt" ist echt, direkt aus dem Leben mit seinen Höhen und Tiefen, fremd und vertraut und voller wahrer Geschichten.

 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an Vorablesen und den Loewe Verlag!

Mittwoch, 1. Februar 2017

Landleben

"Landleben", Acryl und diverse Lacke auf Scheunentor, 5 x 3 m, 2016


















Hallo zusammen,

über den Studienbeginn und meine unfreiwillige Internetpause (zumindest in meiner Wohnung) habe ich tatsächlich vergessen, die Fotos von meinem dritten bemalten Scheunentor hochzuladen - Schande auf mein Haupt. Sorry!
Gestern habe ich sogar einen ehemaligen Post von mir wiedergefunden, in dem ich angekündigt hatte, euch das Projekt vorzustellen... Ich sollte mal in meinem Kopf aufräumen. Dringend.
Jedenfalls hier jetzt sehr verspätet die Bilder.
HIER geht's zum bereits bemalten Tor (ein Fendt, vielleicht erinnert ihr euch) ;)
Ich hoffe, euch gefällt's! Dieses Jahr stehen weitere Tore an, wenn alles gut geht.

Ich glaube, es waren diesmal um die 40 Stunden Arbeitszeit.

Noch eine schöne Woche!
Miriam

Sonntag, 29. Januar 2017

Lena in Love 2 - Sina Müller

Rezension zu "Lena in Love - Sprich mit mir"
von Sina Müller


eBook, 295 Seiten
Selfpublishing (17. November 2016)

Preis: 3,99 € 
Band 2

Worum geht's?


Seit Lena sich für Noah entschieden und ihn gleich wieder verloren hat, sind drei Monate vergangen. Obwohl er ihr das Herz gebrochen hat, kann sie ihn nicht vergessen.
Als sie sich wiederbegegnen und Noah endlich das Missverständnis aufklären kann, braucht es Zeit und Geduld, um Vertrauen zueinander aufzubauen.Während Lena weiter um ihre Zukunft als Tänzerin kämpfen muss, nähern sie sich wieder an, und es scheint alles endlich doch noch gut zu werden für die beiden - doch dann passiert etwas, das ihre Gefühle füreinander erneut hart auf die Probe stellt ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Wenn ihr meine Rezension zu Band 1 schon kennt, wisst ihr, dass ich im Rahmen der Blogtour die beiden bisher erschienenen Bände der "Lena in Love"-Reihe lesen durfte (HIER geht es zu meinem Beitrag zum Thema "Lebensträume und -ziele").
Sie haben ein bisschen Abwechslung in meinen fantasylastigen Lesekonsum gebracht :)

Wie es mir gefallen hat:


Lena glaubt, dass Noah sie nur benutzen wollte, um seinem Bruder eins auszuwischen. Seit dem missglückten Ende ihrer Geburtstagsfeier ist sie ihm aus dem Weg gegangen.
Mich hat es überrascht, dass das Buch mit einem Zeitabstand von drei Monaten wieder in die Geschichte einsteigt - ich hatte vermutet, dass es nahtlos weitergehen würde. Ich fand es ein wenig schade, dass man so Lenas endgültige Trennung von Luca sowie den Beginn dessen neuer Beziehung nicht selbst beim Lesen mitverfolgen konnte.

Für mich als Leserin war es fast schon quälend, mit ansehen zu müssen, wie Lena sich in ihrem Kummer vergräbt, obwohl es bei dem Ganzen im Grunde um ein Missverständnis ging. Sie schließt Noah aus und es dauert, bis sie sich ihm gegenüber öffnen kann. Hier braucht es etwas Geduld. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass ein Problem, das gar nicht wirklich bestand, die Geschichte beherrschte.

Das Thema Tanzen hat in diesem Band mehr Szenen bekommen als im Auftakt der Reihe. Diese waren sehr schön geschrieben und haben gezeigt, warum es Lena so viel bedeutet und wie sehr sie darin auch ihre Gefühle zum Ausdruck bringt.

Die Liebesgeschichte zwischen Noah und Lena hat in diesem Band erstmals die Chance, ihr Potenzial voll auszuschöpfen und tut das auch. Es gibt viele schöne Begegnungen und Gespräche, die berührend und emotional geschrieben sind.

Insgesamt hat Sina Müller mit "Lena in Love - Sprich mit mir" einen runden zweiten Teil geliefert, der sich wieder sehr schön lesen lässt.
Das Ende würde im Prinzip auch schon als Gesamtabschluss gut funktionieren, ist stimmig und weder zu traurig noch zu kitschig.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wie schon Band 1 würde ich das Buch für Jugendliche ab ca. 14 Jahren empfehlen. Man sollte vor sehr viel Gefühlschaos, Liebeskummer und Dramatik nicht zurückschrecken, kurz gesagt emotionale Geschichten mögen.
Den ersten Band sollte man meiner Meinung nach gelesen haben, weil man sonst zwar der Handlung folgen kann, aber hinsichtlich der Figurenentwicklung Wissenslücken bestehen könnten.
 

In einem Satz:


"Lena in Love - Sprich mit mir" ist eine würdige Fortsetzung der Reihe, in der das Tanzen mehr Raum bekommt und Lenas und Noahs Gefühlswelt erneut sehr einfühlsam dargestellt wird.


 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Blogtour an die Autorin und die CP-Ideenwelt!

Mittwoch, 11. Januar 2017

Die einzig wahre FOXES

"Foxes", 21 x 29,7 cm, Bleistift auf Bristolboard, 2016

 Hallo liebe Leser,

ich bin mal wieder etwas verspätet dran mit dem Bilder-Hochladen.
Diese Zeichnung hier habe ich zu Weihnachten an mein Schwesterherz verschenkt. Zu sehen ist die Sängerin Foxes; wer sie nicht kennt, sollte mal auf ihrer Website vorbeischauen!
Ich weiß nicht so recht, ob ich meine Posts irgendwie interessanter machen könnte? Ich kann gar nicht einschätzen, wie viele Leute sie sich wohl so anschauen...
Schaut ihr euch irgendwas von meinen Sachen besonders gern an? Porträts oder freiere Zeichnungen? Kritzelkram? Experimente?

Bald ist Wochenende!
Bis dahin gutes Durchhalten :)

- Miriam


Freitag, 6. Januar 2017

Elias und Laia 2 - Sabaa Tahir

Rezension zu
"Elias und Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht"
von Sabaa Tahir

 Hardcover, 512 Seiten 
Bastei Lübbe (one by Lübbe), 11. November 2016
ISBN-13: 978-3846600382
Preis: 17,00 €
Originaltitel: A Torch Against the Night
Band 2

Mehr Infos & Bestellmöglichkeit

Worum geht's?


Elias war eine Maske, nun ist er ein Gejagter. Nicht nur seine Mutter, die Kommandantin von Schwarzkliff, trachtet ihm nach dem Leben, auch der Imperator hat seinen Blutgreif auf ihn angesetzt - Elias' beste Freundin Helena.

Laia ist es gelungen, Elias vor der Hinrichtung zu bewahren und ihn für die Rettungsaktion zu gewinnen, ihren Bruder aus dem Gefängnis in Kauf zu befreien. Auf der Reise dorthin entdeckt sie an sich selbst eine neue, beunruhigende, aber auch mächtige Fähigkeit.

Helena hat viel verloren und noch immer viel zu verlieren. Als rechte Hand des Imperators steht sie unter dessen Befehl und soll eine Mission ausführen, die ihr unmöglich erscheint: Elias töten.

Was mich neugierig gemacht hat:


Der erste Band von "Elias und Laia" war 2015 mein Jahreshighlight und demnach war "Eine Fackel im Dunkel der Nacht" eine mehr als heiß ersehnte Fortsetzung, die ich unbedingt lesen wollte.

Wie es mir gefallen hat:


Es ist immer schwer, an ein geniales Buch anzuknüpfen. "Die Herrschaft der Masken" hatte mich unglaublich fasziniert, und ich habe den zweiten Band mit gemischten Gefühlen beendet.
In einigen Punkten hat Sabaa Tahir sich noch mal übertroffen, in anderen war ich ein wenig enttäuscht von den Entwicklungen.

Ich konnte gut wieder in die nahtlos fortgeführte Handlung hineinfinden, mich aber nicht an alle Details erinnern und hätte an der einen oder anderen Stelle einen kleinen Rückblick brauchen können.

Eine der größten Stärken der Geschichte ist die unterschwellige Bedrohung, die niemals ganz verschwindet, die Spannung und das Wissen, dass die Autorin ihre Charaktere niemals schont und sie immer wieder große Opfer bringen lässt. Dieser Linie bleibt auch Band 2 treu - wieder muss man mitbangen, mitleiden und auch Abschied nehmen.

Die Hintergrundwelt bleibt so schillernd wie atmosphärisch, so detailliert wie erbarmungslos. Da unsere Protagonisten viel unterwegs sind, lernen wir in diesem Teil ganz neue Schauplätze kennen wie die Oasenstadt Nur oder Kauf, das düstere, todbringende Gefängnis, in dem Laias Bruder inhaftiert ist.

Was die Charaktere angeht, findet eine gewisse Verschiebung statt.
Helena bekommt ihre eigene Ich-Perspektive, was mich sehr gefreut hat. Ihre Geschichte wird dadurch noch vielschichtiger, weil man Einblicke in ihre Gefühlswelt bekommt.
Dafür war Laia für mich nicht so greifbar wie noch im ersten Band - vielleicht eben gerade dadurch, dass Helena nun gegen sie als Figur stärker wirkt. Laia ist ein wenig passiv geworden und man hat das Gefühl, dass sie leicht in den Hinterhalt zu locken ist und sich etwas hängen lässt.

Nicht so gut gefallen haben mir die neuen Fantasyelemente: Laia entwickelt eine Fähigkeit, die in meinen Augen irgendwie nicht so gut zur Atmosphäre des Buches passt, und Elias verbringt viel Zeit in der Zwischenstatt, wo er toten Seelen begegnet, die nicht weiterziehen können. Letzteres ging mir persönlich zu sehr in Richtung Mystery und wäre als Handlungsstrang nicht zwingend gebraucht worden.
Generell habe ich das Gefühl, dass die Geschichte sich in viele unterschiedliche Stränge aufgesplittet hat und man aufpassen muss, dass einem nichts entgeht. Da sind die Dschinns und der Nachtbringer, die Vergangenheit von Laias Eltern im Widerstand, die verzwickte Beziehung zwischen Helena und Elias, Darins Bedeutung für die Kundigen und sein geheimes Wissen, die Zwischenstatt und alles, was sich dort mit der Seelenfängerin abspielt, die Intrigen der Kommandantin, Marcus' Schachzüge, die Auguren, ... - in jedem Fall eine komplexe Reihe.

Obwohl einzelne Aspekte diesmal meinen Geschmack nicht so getroffen haben, wie Band 1 es geschafft hat, ist auch der zweite Teil ein beeindruckender Roman, den ich gern gelesen habe.

(Für wen) Lohnt es sich?


Für alle, die Band 1 mochten, ist dieses Buch natürlich ein Muss. Ich denke nach wie vor, dass es frühestens ab 14 Jahren geeignet ist.
Den Auftakt der Reihe sollte man gelesen haben, um der Handlung folgen zu können.
 

In einem Satz:


Mit "Elias und Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht" legte Sabaa Tahir eine würdige Fortsetzung vor, die Helenas Geschichte mit in den Fokus nimmt, voller unerwarteter Wendungen steckt und trotz kleinerer Kritikpunkte in ihren Bann ziehen kann.

 

Herzlichen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Montag, 2. Januar 2017

Lena in Love 1 - Sina Müller

Rezension zu "Lena in Love - Tanz mit mir"
von Sina Müller


eBook, Taschenbuch, 304 Seiten
Selfpublishing, Books on Demand (9. November 2015)

ISBN-13: 978-3738655193
Preis: 3,99 € (bzw. Print 11,90 €)
Band 1

Worum geht's?


Lena ist sechzehn und muss noch ein Jahr Schule durchstehen, bevor sie endlich ihren großen Traum verwirklichen kann: eine Tanzausbildung an der Motion Dance Academy.
Nachdem ihr letzter Freund Ben sie nur ausgenutzt hat, hat Lena das Gefühl, nun endlich den Richtigen gefunden zu haben, als sie Noah begegnet. Doch dann meldet er sich einfach nicht mehr. Als sie ihn unerwartet wiedersieht und zur Rede stellen will, stellt sich heraus, dass sie gar nicht Noah vor sich hat - sondern seinen Zwillingsbruder! Und das ist erst der Anfang des Gefühlschaos ...

Was mich neugierig gemacht hat:



Ich hatte die Reihe schon öfter mal beim Bücherstöbern online gesehen, mir aber nicht näher angeschaut, weil Tanzen gar nicht so mein Thema ist und ich ja sonst mehr im Fantasy- und Dystopienbereich unterwegs bin. Als dann aber Blogger für eine Tour zu den ersten beiden Bänden gesucht wurden, wollte ich echt gern dabei sein - meinen Beitrag zum Thema "Lebensträume und -ziele" könnt ihr HIER noch nachlesen.
Lustigerweise kenne ich Sina Müller noch von einem Schreibwettbewerb, bei dem wir beide in der Kategorie Expertenpreis gewonnen hatten :)

Wie es mir gefallen hat:


Gleich zu Beginn muss ich zugeben: zu der Protagonstin Lena habe ich ein etwas zwiespältiges Verhältnis entwickelt. Sie hat auf mich einen etwas leichtlebigen Eindruck gemacht. Sie macht sich nicht viele Gedanken, lebt im Moment, lässt schleifen, was ihr keinen Spaß macht, und reflektiert selten, was ihr Verhalten für Folgen haben kann. Ich glaube, sie wäre jemand, mit dem ich mich im wahren Leben nicht unbedingt gut verstehen würde. Allerdings ist sie natürlich gerade mit ihrer impulsiven Wesensart ein sehr gut ausgearbeiteter Charakter.

Was mich überrascht hat, war, dass so wenige Szenen tatsächlich direkt mit Lenas großer Leidenschaft für das Tanzen zu tun hatten. Ich kann mir vorstellen, dass jemand, der sich für dieses Thema interessiert, in dem Punkt ein wenig enttäuscht sein könnte. Mir selbst hat das aber nichts ausgemacht, da ich mich in dem Bereich sowieso nicht so gut auskenne und lieber die Gedanken und Gefühle von Figuren mitverfolge, auf denen hier definitiv der Schwerpunkt liegt.
Verwirrt war ich darüber, dass Lena selbst immer über ihre "Tanzerei" geredet hat - das ist in meinen Ohren ein eher abfälliger Begriff.

Neben Lena als Erzählerin gibt es noch eine weitere Ich-Perspektive, die von Noah. Seine Kapitel habe ich immer noch einen Ticken lieber gelesen, da ich ein Faible für komplizierte, ein bisschen tragische Charaktere haben, und genau das ist er. Noah hat viele Seiten - er ist draufgängerisch, aber auch verletzlich, selbstbewusst, aber auch voller Zweifel an sich.

Was Noahs Bruder Luca betrifft, hätte ich mir noch ein bisschen tieferes Konfliktpotenzial gewünscht. Das klingt vielleicht seltsam, da der Konflikt, dass Lena zwischen die Zwillinge gerät, ja schon an sich sehr stark ist. Luca ist aber so gestaltet, dass man ihm als Leser immer irgendwie mit einem eher unguten Gefühl gegenübersteht. Spannender wäre es für mich gewesen, wenn er wirklich auch ein richtiger Sympathieträger wäre und besser mit Lena harmoniert hätte. Das hätte ihr Dilemma auf jeden Fall verstärkt und für mehr Unvorhersehbarkeit gesorgt.

Alles in allem hatte ich ein paar kurzweilige Lesestunden und mag den Schreibstil von Sina Müller sehr. Ich bin froh, dass Band 2 schon erschienen ist, da das Buch mitten in einem Konflikt endet, und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird und wie die Figuren sich noch entwickeln.

(Für wen) Lohnt es sich?


Ich würde das Buch für Jugendliche ab ca. 14 Jahren empfehlen, die gerne verwickelte Liebesgeschichten mit viel Herzschmerz und Dramatik mögen und Lust haben, das ganze aus zwei unterschiedlichen Perspektiven zu lesen.
 

In einem Satz:


"Lena in Love - Tanz mit mir" ist ein unterhaltsamer Reihenauftakt, in dem das Tanzen etwas in den Hintergrund, die Liebesgeschichte aber umso mehr in den Fokus rückt.




 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar für die Blogtour an die Autorin und die CP-Ideenwelt!