Mittwoch, 9. September 2015

Das Juwel - Amy Ewing

Rezension zu "Das Juwel - Die Gabe"
von Amy Ewing

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: FISCHER FJB (20. August 2015)
ISBN-13: 978-3841421043
Originaltitel: The Jewel
Band 1 von 3   

Worum geht's?


"Irgendetwas muss unternommen werden", antwortet er leise. "So ein Leben hat niemand verdient. Niemand hat es verdient, aller Entscheidungen beraubt zu werden."
(S. 299)

Violet ist kein gewöhnliches Mädchen. Ihre Fähigkeit, Dinge zu verändern und wachsen zu lassen, hat ihrem ärmlichen Leben im sogenannten "Sumpf" ein Ende gemacht. Doch der Preis, den sie dafür zahlen soll, ist hoch: Sie musste ihre Familie verlassen und soll nun einer fremden Frau ein Kind schenken. 
So prunkvoll und berauschend das Leben im Juwel auch sein kann - Violet erkennt schnell, dass bei alldem etwas viel zu kurz kommt: ihr eigenes Herz.

Was mich neugierig gemacht hat:


Das Buch habe ich schon entdeckt, als es nur auf Englisch zu haben war, und bis zur Übersetzung im Auge behalten. Das Cover erregt natürlich Aufmerksamkeit (sogar das Kleid des Mädchens ist mit echtem Glitzer besetzt), aber auch die Zusammenfassung versprach etwas Besonderes, eine Dystopie, die aus der Masse heraussticht. 
Den Untertitel hätte ich allerdings weggelassen - die zwei Nomen wirken ein bisschen zu protzig und nichtssagend zusammen.

Wie es mir gefallen hat:


"Das Juwel" hat mich in den meisten Punkten nicht enttäuscht.

Schlägt man das Buch auf, bekommt man auf den ersten beiden Seiten schon einiges an Informationen über die Welt der Geschichte präsentiert. Ich würde aber davon abraten, sich direkt damit zu befassen - im Verlauf des Buches wird alles ausreichend erklärt. Beschäftigt man sich schon vor dem Lesen mit den Abbildungen wird man leicht erschlagen ;)

Wir haben mit Violet eine sympathische Ich-Erzählerin. Man spürt, wie zerrissen sie ist, weil man ihr in ihrem Leben nie eine Wahl gelassen hat. Ihre Familie ist ihr unglaublich wichtig und sie sehnt sich danach, wieder bei ihnen zu sein und ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu dürfen.
 
Meine Meinung zu den Nebencharakteren ist durchwachsen.
Ich mochte Violets beste Freundin Raven sehr; teils hat mich ihr Schicksal mehr berührt und gesorgt als Violets.
Die reichen Damen im Juwel, z.B. die Fürstin oder die Herzoginnen, fand ich sehr überzeugend dargestellt - verwöhnt, gedankenlos, intrigant und doch auf gewisse Wiese verletzlich.
 
Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, die sich aber erst recht spät entwickelt. Damit bin ich ehrlich gesagt etwas unzufrieden. Es ging alles viel zu schnell, Violet stürzt sich da Hals über Kopf rein, und auch wenn ich sowohl den entsprechenden männlichen Charakter als auch sie für sich mag, ist für mich da irgendwie nicht die richtige Chemie rübergekommen. Ein bisschen zu melodramatisch alles.
 
Die Grundidee ist orginiell und mir so noch in keiner Form begegnet; allerdings hat sie auch etwas Verstörendes an sich. Das Thema, um das sich alles dreht, hätte ich jedenfalls trotz Andeutungen im Klappentext so nicht erwartet. 

Am Ende gibt es wie so oft einen großen Cliffhanger.

(Für wen) Lohnt es sich?


Ich würde sagen, das Buch eignet sich vor allem für Leserinnen ab 15/16. Wer etwas ganz Neues am Dystopienhimmel lesen möchte, sollte sich umgehend ins "Juwel" begeben :)
 

In einem Satz:

"Das Juwel - Die Gabe" ist der Auftakt einer Trilogie, die ich definitiv weiterverfolgen werde, denn auch wenn die Liebesgeschichte mich bis jetzt nicht überzeugen kann, ist die Thematik des Buches doch so neuartig und interessant, dass ich wissen möchte, wie die Autorin das Potenzial weiter ausschöpft.

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