Freitag, 28. Juli 2017

Die Fabelmacht-Chroniken 1 - Kathrin Lange

  Rezension zu
"Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen"
von Kathrin Lange


Hardcover, 416 Seiten
Arena (19. Juni 2017)
ISBN-13: 978-3401603391
Band 1 der "Fabelmacht-Chroniken"

Worum geht's?


"All diese Welten können wir erreichen, indem wir ein Buch aufschlagen, aber diese eine, in der wir selbst nur eine Geschichte sind, nicht."
"Ja", sagte er leise. "Ja, vielleicht." (S. 304)
Mila ist siebzehn und hat genug davon, bemuttert zu werden. Sie weiß ja nicht einmal, was damals geschehen ist, als ihr Vater und ihr Bruder ums Leben kamen, und ihre Mutter Helena spricht nicht darüber. Um Abstand zu gewinnen, flieht sie zu einer Freundin nach Paris. Doch kaum hat ihr Zug den Bahnhof erreicht, setzen sich Dinge in Bewegung, von denen sie nichts geahnt hat: Die Geschichten, die sie schreibt, beginnen Wirklichkeit zu werden. Plötzlich steht ihr Nicholas gegenüber, den sie schon seit Jahren von den Abenteuern in ihrem Notizbuch kennt. Und wie es scheint, ist Mila nicht die Einzige, die über ihn und sich geschrieben hat ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Hier war es vor allem das Thema, das mich gleich in seinen Bann gezogen hat. Wenn man selbst Geschichten schreibt, stellt man sich natürlich gern mal vor, wie es wäre, wenn Dinge und Figuren aus der fiktiven auf einmal in die reale Welt, mitten ins eigene Leben gelangen würden. 
Die Idee, dass es Fabelmächtige gibt, die die Gabe besitzen, Geschichten wahr werden zu lassen, hat mir gut gefallen. Dazu eine Liebesgeschichte und viele Geheimnisse - sehr vielversprechend!
Das Cover ist sehr liebevoll auf die Geschichte abgestimmt. Man merkt, dass es bei der Gestaltung wirklich darum ging, dem Inhalt gerecht zu werden.

Dieses Gefühl, von dem er sprach, hatte sie oft. Die Wirklichkeit, ihr echtes Leben, kam ihr neben den Dingen, die sie schrieb, fast immer blass und seltsam flach vor. Manchmal fragte sie sich sogar, ob es nicht vielleicht die Geschichten waren, die die wahre Wirklichkeit darstellten. Ob sie in Wahrheit schlief, wenn sie nicht schrieb. (S. 216)

Wie es mir gefallen hat:


Von der ersten Seite an ist man mittendrin: Man begleitet Mila auf dem Weg nach Paris und ist schon dort angekommen. Man muss aufmerksam lesen und erst mal viele Personen und Hinweise einordnen. Was dabei ein bisschen zu kurz kommt, ist Milas bisheriges Leben. Ich hätte mir gewünscht, sie ein bisschen besser kennenzulernen, um dann mitzuerleben, was die Geschehnisse für sie bedeuten und wie das Ganze sie beeinflusst.

Mit Nicholas ist es mir ähnlich ergangen. Ich finde es toll, dass die Perspektive sich manchmal auf ihn richtet (und ihm übrigen auch auf einige weitere Charaktere), weil das noch mehr Abwechslung und Spannung in die Geschichte bringt. Doch er bleibt etwas zu sehr auf den perfekten Jungen mit dem tragischen Hintergrund beschränkt, der Mila schützen will, indem er ihr nicht sagt, wo sie da eigentlich reingeraten ist. Die Liebesgeschichte konnte so noch nicht ganz überzeugen, zumal beide Figuren mir zu fremd geblieben sind und die gemeinsame Basis nicht deutlich genug vermittelt werden konnte.
Gut ist aber, dass Mila sich nicht so ohne weiteres beschützen lassen will - davon hat sie dank ihrer Mutter definitiv genug.

Ein besonderes Händchen hat die Autorin für Nebencharaktere - der wagemutige und irgendwie doch sensible Eric, die kreative, lebenssprühende Isabelle oder der hilfsbereite Buchhändler Maréchal haben es mir besonders angetan und für viele wunderbare Szenen gesorgt. Oft habe ich hier weniger Distanz zu den Figuren gespürt als bei den eigentlichen Protagonisten.

Was mich immer mal wieder ein wenig aufgeregt bis verärgert hat, sind Milas Reaktionen. Sie wirkt häufig sehr gefasst angesichts des Chaos' um sie herum, hinterfragt kaum etwas und stellt selten die richtigen Fragen (oder es kommen Ausreden wie "Jetzt war nicht der richtige Moment" oder "Sie war gerade zu müde, um weiter darüber nachzudenken"). So werden Dinge, die den Leser brennend interessieren, aufgeschoben, ohne dass ein wirklicher Grund dafür besteht.

Eine Stadt wie Paris für ein Jugendbuch in Szene zu setzen, ist nicht ganz einfach - es ist einfach ein sehr beliebter Schauplatz, mit dem auch viele Klischees verbunden sind.
Kathrin Lange gelingt es hier aber, die Stadt wirklich lebendig werden zu lassen.
Zusammen mit der sich dort entfaltenden Fabelmacht und ihren ganz eigenen Gesetzen ergibt sich ein schillerndes Gesamtbild, das sich sehen lassen kann.

Das Ende ist großartig und einfühlsam geschrieben und macht Lust auf mehr. Obwohl eine Geschichte (scheinbar?!) endet, bleiben noch viele Rätsel zu lösen.

(Für wen) Lohnt es sich?


"Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen" ist ein unterhaltsames, fantasievolles Jugendbuch für die Kernzielgruppe ab 14. Auch die älteren Leser des Genres kommen auf ihre Kosten.
Wer Geschichten liebt, sollte sich das Buch nicht entgehen lassen, denn die Liebe zum geschriebenen Wort sprüht hier förmlich aus den Zeilen.

In einem Satz:


Der Auftakt der "Fabelmacht-Chroniken" punktet mit einer zauberhaften, gut entfalteten Grundidee, liebevoll beschriebenen Schauplätzen und sympathischen Nebenfiguren - nur was die Gestaltung der Protagonisten und der Liebesgeschichte angeht, erscheint einiges noch steigerbar.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar für die Leserunde an den Verlag!

Montag, 10. Juli 2017

Des Nachts

"Des Nachts", 50 x 70 cm, Acryl auf Leinwand, 2017
Des Nachts kommt es zuweilen vor, dass der Schlaf auf sich warten lässt, die Dunkelheit mich zu ersticken versucht und der Lärm in meinem Kopf sich sturmartig Raum verschafft.

Des Nachts kommt es zuweilen vor, dass klamme Finger nach mir greifen, Stimmen meinen Namen rufen, mich rastlose Motten gleich unbeantworteten Fragen umschwirren und ich mir selbst beim Tappen durch die Finsternis zusehe.

Des Nachts kommt es zuweilen vor, dass mich die Schlaflosigkeit für schuldig erklärt, ohne dass ich ahnen kann wofür, ohne dass mir die Möglichkeit eingeräumt wird, mich zu rechtfertigen, und der Mond bleibt nichts weiter als ein unparteiisches, ausdrucksloses Gesicht, obwohl er mehr weiß als ich.

Des Nachts kommt es zuweilen vor, dass ich mich mit mir selbst allein gelassen fühle, mich dem Strudel meiner Furcht überlasse, den Orkan nicht zu bezwingen weiß und mich damit in eigene Ketten lege.

Samstag, 8. Juli 2017

Nothing Like Us - Kim Nina Ocker

eBook, 530 Seiten
Lyx (6. Juli 2017)
ISBN: 978-3-7363-0565-6
Preis: 6,99 €
Upper-East-Side-Reihe, Band 1

 

Worum geht's?


Lena (20) hofft sich ihrem großen Berufstraum einen Schritt näher: Ihr Praktikum in der Küche des WEST Hotel & Residences in New York soll ihr die ersten Türen öffnen.
Dass sie dann erst mal gar nicht in der Küche eingesetzt wird, sondern fegen und Wäschekammern aufräumen soll, passt ihr gar nicht. Kein Wunder, dass sie keinen Nerv für den allem Anschein nach ziemlich faulen, wenn auch attraktiven Praktikanten hat, mit dem sie zusammenarbeiten soll.
Was sie nicht weiß: In Wahrheit ist es niemand anderes als Sander Nicolas West, der Sohn des Hotelbesitzers, den sie da herumkommandiert. Und der findet das so amüsant und erfrischend, dass er sie nicht über die Verwechslung aufklärt. Schon bald kommen die beiden sich näher. Doch wird sie ihm jemals verzeihen können, wenn sie es herausfindet? Und wie könnten ihre Träume jemals zu seiner Zukunft passen?

Was mich neugierig gemacht hat:


Meine Neugier hat hier zuerst das Setting mit dem Luxushotel geweckt, zu dem auch das Cover mit dem edlen Türschild sehr gut passt. Obwohl es eigentlich sehr schlicht und thematisch naheliegend ist, fand ich es gleich sehr ansprechend und wollte wissen, worum es hier wohl gehen würde.
Der Titel lässt zwar darauf schließen, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt, hebt sich aber davon abgesehen nicht wirklich von der breiten Masse ab und kommt damit ein bisschen willkürlich und fast schon nichtssagend daher. Über den Hinweis auf das Genre hinaus vermittelt er nicht das Besondere an der Geschichte.

Wie es mir gefallen hat:


"Nothing Like Us" lässt mich ein wenig zwiespältig zurück. In einigen Punkten ist es sehr gut umgesetzt, in anderen dagegen ausbaufähig. Die positiven und negativen Aspekte halten sich die Waage und führen insgesamt zu einem Gesamtbild aus verschiedenen, einander entgegenstehenden Eindrücken.

Würde ich mein Gefühl beim Lesen in einem Kurvendiagramm darstellen, würde die Linie weit oben starten, dann mit einer leichten Abwärtstendenz verlaufen, im letzten Drittel ihren Tiefpunkt erreichen und zum Ende hin wieder stark ansteigen.
Der Anfangsteil mit dem Praktikumsbeginn und Lenas und Sanders Kennenlernen ist besonders gut gelungen und das zuckersüß arrangierte Ende hat mich wieder ein wenig mit den kleinen Schwächen und Längen auf dem Weg dahin versöhnen können.

In gewisser Weise ist die Grundsituation, dass Lena nicht über Sanders Identität Bescheid weiß, der Leser sich aber darüber im Klaren ist, ein Problem der Geschichte.
Zwar besteht ein bestimmtes Maß an Spannung darin, mitzuverfolgen, wie Sander die Enthüllung hinauszögert und man doch weiß, dass Lena irgendwann dahinterkommen wird. Doch dies wird zu sehr ausgereizt. Es dauert lang, bis es endlich zur Konfrontation kommt. Im Verhältnis verdaut Lena das Ganze dann unerwartet schnell.
Auch weitere Konflikte im Verlauf ziehen sich etwas zu sehr in die Länge, sodass der doch recht große Umfang des Buches ruhig ein bisschen hätte gestrafft werden dürfen.

Der Perspektivwechsel zwischen Ich-Erzählerin Lena und Ich-Erzähler Sander ist gut umgesetzt, wobei der Part Letzterens gerne noch ein bisschen stärker hätte ausfallen können.
Die Art des Erzählens ist sehr nah an den Figuren und selbst in dramatischen Situationen noch humorvoll und selbstironisch.
Besonders über Lena hätte ich gerne noch das eine oder andere aus ihrem Leben vor New York erfahren - es kommt schon fast so rüber, als hätte sie alle Zelte abgebrochen und bis auf Pflichttelefonate mit ihrer Mutter keinen Kontakt mehr nach Deutschland. 

Die Liebesgeschichte entwickelt sich im Großen und Ganzen gut; nur einzelne Elemente haben mich gestört (wie z.B. Sätze à la "Ich glaube, ich verliebe mich gerade", nachdem die beiden schon zusammen waren - sollte das nicht passieren, bevor man etwas miteinander anfängt?)
Was auch ein bisschen auffällig war, ist, dass Sander ständig überall zufällig auftaucht, obwohl das in einer Stadt wie New York ja doch eher unwahrscheinlich ist. 

Manchmal entstehen kleine Irritationen durch die Sprache - zumal die Dialoge natürlich Deutsch sind, in Wirklichkeit aber auf Englisch stattfinden. So habe ich mich z.B. darüber gewundert, dass manchmal von der "Sie"-Anrede die Rede war, die es im Amerikanischen ja gar nicht gibt.
Was mir sprachlich wiederholt aufgefallen ist, ist außerdem, dass Verben falsch kombiniert worden sind (z.B. "in mein Zimmer gestürmt und mich (...) gezwungen hatte", "meine Taschen abgestellt und verschwunden war", "an dem Sander im Club aufgetaucht und mich ins Hotel gebracht hatte") - das aber nur am Rande.

Insgesamt gab es also sowohl Momente, in denen ich das Buch toll fand, als auch solche, in denen ich ein wenig genervt war.
Ich bin jedenfalls gespannt, worum es wohl in der Fortsetzung gehen wird, und werde die Upper-East-Side-Reihe mal im Auge behalten.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wer Liebesgeschichten mit viel Gefühlswirrwarr und Hin und her mag und die altbewährte Problematik von Schichtunterschieden, bekommt hier eine kurzweilige Geschichte geboten.
Man sollte aber auf viel Hin und Her vorbereitet sein und auch ein bisschen Geduld dafür aufbringen können, wenn Konflikte nicht unbedingt begründet ein wenig in die Länge gezogen werden.

In einem Satz:


"Nothing Like Us" ist gut geschrieben, sehr unterhaltsam und trotz ein paar Klischees und Längen ein empfehlenswerter Liebesroman.


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag und an Vorablesen!

Samstag, 1. Juli 2017

Nemesis - Anna Banks

  Rezension zu "Nemesis - Geliebter Feind"
von Anna Banks

Softcover, 432 Seiten
cbt (13. Juni 2017)
ISBN-13: 978-3570311424
Preis: 12,99 €
Band 1 von 2

Worum geht's?


Sepora hat ihren Tod vorgetäuscht und ist geflohen. Als einzige Schmiedin des wertvollen Elementes Spektorium in ihrem Reich ist sie für ihren Vater, den König, zu einer mächtigen Waffe geworden, die sie ihm nur nehmen kann, indem sie verschwindet.
Ihr Plan, im benachbarten Theoria im Geheimen unter den Niedriggeborenen zu leben, scheitert, als sie gefangen genommen und von einem Prinzen an niemand geringeren verschenkt wird als an dessen Bruder Tarik - den Pharao von Theoria. Der junge Herrscher ist ganz anders als erwartet, doch kann sie ihm vertrauen? Oder ist sie nur von einer Falle in die nächste gestolpert?

Was mich neugierig gemacht hat:


Auch wenn ich noch nicht die ganze Reihe gelesen habe, ist mir der Auftakt zu der "Blue Secrets"-Reihe von Anna Banks positiv als unterhaltsam und humorvoll in Erinnerung geblieben, sodass ich bei ihrem Namen auf dieser Neuerscheinung gleich aufmerksam geworden bin.

Das deutsche Cover finde ich sehr gelungen, zumal es sich vorbildlich wirklich mal an die Beschreibungen der Protagonistin im Buch hält - bis hin zu ihrer Kleidung!

Auch die Geschichte bringt vieles mit, was sie für mich sofort zu einem Must-Read gemacht hat: fantastische Reiche, Königsfamilien und ihre Konflikte, eine Prinzessin, die ihre wahre Identität verbirgt und am Hof ihres Feindes landet, um sich gegen ihren Willen in ihn zu verlieben - eine vielversprechende Ausgangslage für ein geniales Buch!

Wie es mir gefallen hat:


Verschiedene Königreiche mit Eigenheiten und Hintergrundgeschichte, Flugschlangen, Wasserwesen, die menschenähnlich sind und doch eine ganz eigene Lebensweise haben, Pyramiden, fremde Elemente mit besonderen Kräften, eine mysteriöse Seuche und eine Heilerschule - das sind nur einige der besonderen Bestandteile von "Nemesis".
Je weiter ich gelesen habe, desto mehr konnten mich die vielen detailliert ausgearbeiteten Ideen der Autorin faszinieren, auch wenn ich zu Beginn ein wenig Zeit gebraucht habe, um den vielen Informationen folgen und in ihre Welt einordnen zu können. 

Natürlich ist das Ganze garniert mit einer Liebesgeschichte, die ja schon in Titel und Klappentext stark als Aufhänger dient. 
Ich habe es als sehr angenehm empfunden, dass dieser romantische Aspekt hier durchaus gleichberechtigt mit den politischen und persönlichen Konflikten behandelt wird. Dennoch sind die Gefühle zwischen Sepora und Tarik für meinen Geschmack einen Hauch zu nüchtern dargestellt - immer wenn es zu entscheidenden Szenen zwischen den beiden kommt, werden kaum emotionale Reaktionen aufgegriffen. 

Der Wechsel zwischen Sepora als Ich-Erzählerin und Tarik (3. Person Präsens) hat mir gut gefallen, auch wenn besonders die letzteres Erzählweise ein wenig ungewohnt ist. Wenn über Dinge in der Vergangenheit gesprochen wird, wird fälschlicherweise Präteritum oder Plusquamperfekt verwendet statt dem eigentlich korrekten Perfekt, was mich hin und wieder ein bisschen gestört hat.
Sepora und Tarik sind sehr interessante Figuren, und dass beide einander aufgrund ihrer Rollen immer wieder Wahrheiten vorenthalten müssen, hält die Spannung. Tariks Gabe, Lügen zu erkennen, steigert diese nur noch und ist ein weiteres gelungenes Puzzleteil im Gesamtbild.

Bis auf ein paar kleinere Fragen, die offen bleiben oder auf logische Lücken hindeuten (z.B warum das so fortschrittliche Theoria auf seinem Basar noch Menschenhandel duldet oder warum Sepora noch nicht enttarnt wird, als man sie mit Spektorium auffindet), verläuft die Handlung geradlinig und überzeugend. 

(Für wen) Lohnt es sich?


Zu diesem Buch sollte man greifen, wenn man gern in fremde, exotische Fantasyreiche eintaucht und sich dort vor allem in der Oberschicht herumtreiben möchte.
Wer sich eine reine Romanze erhofft, wird enttäuscht werden, zumal die Hintergründe und die Konflikte zwischen den Reichen hier viel Raum einnehmen und mit Liebe zum Detail erzählt werden.

In einem Satz:


"Nemesis - Geliebter Feind" ist ein gut durchdachter, handlungsstarker und fantasievoller YA-Roman mit wenig Luft nach oben für den zweiten Band.


Herzlichen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars an den Verlag!

Freitag, 30. Juni 2017

Halbjahresstatistik 2017

Ist das wirklich wahr? Schon ist der Juni auch wieder zuende.
Gerade noch rechtzeitig habe ich bemerkt, dass es somit Zeit für meine Halbjahresstatistik wird, nun schon die fünfte in der Geschichte von "Dreaming till Midnight" (!)

Seit Januar habe ich 19 Bücher gelesen; was sehr nah an meine Zahl von 2015 herankommt - letztes Jahr waren es mit 25 zu diesem Zeitpunkt schon eine Handvoll mehr. 
Mit dem Rezensieren war ich dieses Jahr bisher nicht ganz so fleißig wie sonst:  
14 Rezensionen haben das Licht der Blogwelt erblickt.

Diese Bücher sind für 2017 bisher meine Top 5 (die Reihenfolge ist jetzt nicht in Stein gemeißelt - die Bücher sind einfach diesmal auch unglaublich unterschiedlich und kaum vergleichbar!):

Platz 5: Wenn ich dich nicht erfunden hätte, Julia Dibbern

Keine süße Geschichte, sondern eine mit Kanten, eine, die nichts beschönigt, einem nichts schenkt und gerade dadurch so überzeugend wird. Zur Rezension

 Platz 4: Caraval, Stephanie Garber

In jeder Hinsicht ein magisch einfallsreiches Buch, in dessen Welt man wunderbar abtauchen kann und aufpassen muss, sich nicht zu verirren - Wunderland reloaded, live und in Farbe! Zur Rezension

Platz 3: Was es ist, Julia Willmann
 
Kein leichtes Buch für nebenbei, sondern eine kunstvoll erzählte, tiefgehende, zeitweise bedrückende Geschichte, die einen drängt, sich intensiv mit ihr auseinanderzusetzen, um ihre Lebensweisheit für sich entdecken zu können. Zur Rezension

Platz 2: Jolas Briefe, Lisa Wingate 

"Jolas Briefe" berührt, es inspiriert und thematisiert die Themen Gottvertrauen, Nächstenliebe und Selbstfindung auf unaufdringliche, authentische Weise. Zur Rezension

Platz 1: The School for Good and Evil - Es kann nur eine geben, Soman Chainani

Ehrlich, Leute, dieses Buch ist der HAMMER! Ich war mir erst ein bisschen unsicher, was da wohl auf mich zukommen würde, da es ja eher ein Kinderbuch ist, aber es hat mich auch mit meinen 23 Jahren total begeistern können. 

Super viel Witz, Einfallsreichtum und Genialität; gefühlt jedes Märchenklischee wird auf die Schippe genommen, und noch dazu ist die Story wunderschön :)
Die Rezi dazu kommt noch.


Besonders gut gefallen haben mir außerdem:

Der größte Flop, den ich in diesem Halbjahr dabei hatte, war für mich "Infernale - Rhapsodie in Schwarz" (Band 2) von Sophie Jordan.
Die faszinierenden Hintergründe werden zugunsten einer klischeehaften Liebesgeschichte und einer negativen Entwicklung der Protagonistin hin zu einer sich selbst bemitleidenden, unsympathischen Nörglerin verdrängt und bis auf den Schreibstil bleibt an dem Buch kaum etwas Gutes.

Daneben hat mich leider auch das Dilogiefinale "Rache und Rosenblüte" ein wenig enttäuscht, aber nicht halb so sehr.



Dieses Jahr waren es 7 Leserunden, bei denen ich mitgemacht habe (und damit drei mehr als letztes Jahr) - neben bereits erwähnten Büchern habe ich besonders die zu "Liebe ist wie Drachensteigen" von Ashley Herring Blake genossen.
Blogtourbeiträge hat es bei uns dieses Jahr noch nicht gegeben.

Mein SuB hat natürlich neues Futter bekommen, wobei ich es tatsächlich geschafft habe, unter dem Vorjahr (mit unglaublichen 56 Prints) zu bleiben.
In den ersten sechs Monaten von 2017 gab es für mich 47 Print- und 10 eBook-Neuzugänge.

Die Print-Bücher verteilen sich so:


  •  7 Buchgewinne
  • 15 ertauschte Bücher
  • 13 Rezensionsexemplare (inkl. Leserundenbüchern)
  • 5 Buchkäufe 
  • 7 Geschenke
Mit dabei sind ganz viele Titel, auf die ich mich schon unglaublich freue, z.B. "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" von Ulla Scheler, "Das Juwel - die weiße Rose" von Amy Ewing, "Das Reich der sieben Höfe" von Sarah J. Maas, "Wie Treibholz am Strand" von Gina Holmes, "Pearl" von Julie Heiland und und und ...

 
Wie war euer erstes Lesehalbjahr 2017? Und auf welche Neuerscheinungen dieses Jahr freut ihr euch besonders?

Donnerstag, 15. Juni 2017

Uni-Skizzen


































Zeichnen hilft, den Tag zu überstehen. Aber manchmal frustiert es auch.

Ein schönen Feiertag!
- Miriam

Montag, 12. Juni 2017

Keep me safe - Sarah Alderson


Softcover, 384 Seiten 
Ravensburger Buchverlag (24. August 2016)
ISBN-13: 978-3473584932
Preis: 9,99 €

Originaltitel: Conspiracy Girl
Standalone

Worum geht's?


Nic Preston hat in den letzten Jahren viel durchgemacht. Seit dem Mord an ihrer Mutter und ihrer Stiefschwester trainiert sie Kampfsport, hat ihre Wohnung durch eine der besten Sicherheitsfirmen ausstatten lassen und vertraut niemandem mehr. Als sie trotz all ihrer Vorkehrungen aufgespürt wird, muss sie ausgerechnet bei dem Jungen Schutz suchen, der damals im Prozess für die Gegenseite ausgesagt hat.

Finn Carter ist ein Hackergenie, und auch wenn aus seiner Karriere beim FBI nichts geworden ist, schlägt er sich gut durchs Leben - bis eine Freundin und frühere Kollegin ihm die Verantwortung für Nic aufs Auge drückt und Finn alle Hände voll zu tun hat, sein Herz nicht zu verlieren. Denn er weiß aus Erfahrung, dass das  niemals gut ausgehen kann ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Auch wenn ich persönlich nicht unbedingt ein Fan von englischen Titel für deutsche Ausgaben bin und auch nicht von sehnsüchtigen Pärchengesichtern auf dem Cover, hat mich "Keep me safe" auf den zweiten Blick ganz schön neugierig gemacht. Zwei Ich-Perspektiven, Action und Thrill mit einer Liebesgeschichte und ein paar große Geheimnissen? Das klingt doch nach einer guten Mischung, oder?

Wie es mir gefallen hat:


Auch wenn ich ein paar kleinere Kritikpunkte haben, aufgrund derer mich "Keep me safe" nicht restlos überzeugen konnte, hat mir das Buch insgesamt gut gefallen.
Besonders begeistert bin ich von dem Perspektivwechsel der Ich-Erzähler Nic und Finn, der wirklich gut gelungen ist. Beide haben eine sehr eigene Stimme; es wird bisweilen emotional, aber es gibt auch immer wieder etwas zum Schmunzeln.

Die Hintergrundhandlung bleibt spannend, da Nic und Finn lange im Dunkeln tappen, wer da hinter Nic her ist - und warum. Die Auflösung war interessant und es ging um ein Thema, das mir so bisher im Jugendbuch noch nicht begegnet ist (mehr möchte ich hier aber nicht verraten).
Zusätzlich gibt es ein paar Geheimnisse aus Finns Vergangenheit, die zwar eher nebenbei aufgelöst werden, aber durch die vielen Andeutungen bis dahin doch neugierig machen.

Die Liebesgeschichte nimmt für meinen Geschmack etwas zu sehr überhand und hinter Nics Konflikt, dass sie niemandem mehr trauen kann, und Finns Konflikt, dass er Nic nicht zu nah an sich heranlassen darf, geht die eigentliche Handlung zeitweise ein bisschen verloren. Es ergeben sich auch ein paar Augenrollmomente, wie z.B. eine Kussszene, nachdem Nic angeschossen worden ist.
Stellenweise war ich ein wenig verwirrt, weil ich mal den Eindruck hatte, ein Buch für junge Erwachsene in Händen zu halten, dann wieder für Jüngere - für beide Zielgruppen sind Elemente dabei, was in gewisser Weise aber auch einen Vorteil darstellt.

(Für wen) Lohnt es sich?


Dieses Jugendbuch richtet sich auch an alle "älteren Jugendlichen" mit einer Vorliebe für kurzweilige Liebesgeschichten mit einer Spannungshandlung, die zwar nicht immer unvorhersehbar ist, aber ein interessantes Grundthema hat.

In einem Satz:


"Keep me safe" punktet durch einen tollen Perspektivwechsel und eine rasante Hintergrundgeschichte und bietet trotz kleinerer Klischees und der einen oder anderen absehbaren Wendung sehr gute Unterhaltung.

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