Samstag, 6. Mai 2017

Rache und Rosenblüte - Renée Ahdieh

Rezension zu "Rache und Rosenblüte"
von Renée Ahdieh



Gebundene Ausgabe, 432 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe), 16. März 2017
ISBN: 978-3846600405
Preis: 17,00 €
Originaltitel: The Rose and the Dagger
Band 2 von 2


Worum geht's?


Shahrzad musste den Krieg beenden, den sie angezettelt hatte. Es war nicht nur eine Frage der Liebe. Es war eine Frage des Lebens. Und sie wollte diese Frage richtigstellen, ein für alle Mal. (S. 200)
Shahrzad hat schweren Herzens den Palast verlassen. Verzweifelt sucht sie nach einem Weg, Chalid von dem Fluch zu befreien, der ihrer gemeinsamen Zukunft im Weg steht. Doch während sie noch darum kämpft, die Fähigkeiten, die in ihr erwacht sind, unter Kontrolle zu bringen, rüsten sich Chalids Feinde für einen Krieg ...

Was mich neugierig gemacht hat:


"Zorn und Morgenröte" war ein zauberhaftes Buch, das mich ganz in seinen Bann ziehen konnte, und so habe ich mich auf "Rache und Rosenblüte" sehr gefreut und wollte unbedingt wissen, wie es für Shahrzad und Chalid und auch die anderen Figuren weitergehen würde.

Wie es mir gefallen hat:


 Nach dem "Zorn und Morgenröte" die Messlatte meiner Erwartungen so hoch gesetzt hatte, hat "Rache und Rosenblüte" es vielleicht ein bisschen schwer gehabt, an diese heranzureichen. Auf jeden Fall war das Buch insgesamt leider nicht ganz so stark wie erhofft.

Auf ein Glossar wurde dieses Mal verzichtet, genau wie auf Erinnerungshilfen zum bisherigen Geschehen. Es fiel mir bis zum letzten Drittel des Buches recht schwer, mich wieder an Einzelheiten der Vorgeschichte zu erinnern. Hier noch mal in Nebensätzen wichtige Infos aufzugreifen, hätte sicher geholfen. 

Während in Band 1 noch die Geschichte um Chalids und Shahrzads Kennenlernen, Shahrzads Trauer um ihre beste Freundin Shiva und die Enthüllung des Fluches mit seinen Konsequenzen im Vordergrund standen, fokussiert sich der zweite Band mehr auf Kriegspläne und die magischen Elemente. Diese Schwerpunkte haben mich nicht vollkommen überzeugen können und sogar für kleinere Längen gesorgt.

Weiterhin wechselt die personale Perspektive zwischen verschiedenen Figuren.  Dabei bekommt besonders Irsa, Shahrzads Schwester, zunehmend Raum. Diese Kapitel waren nicht schlecht, haben aber wenig zur eigentlichen Handlung beigetragen.

Gegen Ende gibt es ein paar sehr plötzliche Wendungen, die nicht ganz glaubhaft umgesetzt worden sind, sondern beim Lesen eher Stirnrunzeln hervorrufen. Der Plot überschlägt sich fast und dreht dann noch ein paar kleine Extraschleifen, um die Dramatik zu steigern, wobei er beinahe ins Übertriebene abrutscht.
Ein Punkt, der zwar nicht die Geschichte selbst betrifft, aber trotzdem erwähnt werden muss: Leider hat nicht derselbe Übersetzer von "Zorn und Morgenröte" übersetzt, und das merkt man. Es sind viele Patzer zu finden, die schöne Sprache der Geschichte geht unter holprigen Formulierungen fast unter.
Teils scheinen idiomatische Ausdrücke des Englischen einfach ins Deutsche gepresst worden zu sein.
Dass Shahrzads Fuß bisweilen in mehreren Pantöffelchen steckt (vgl. S. 380) oder Sätze wie "Wieder entging Chalid kein Pulsschlag" (S. 208) oder "Tarik würde diesen Umriss überall erkennen. Er hatte den größeren Teil seines Lebens damit verbracht, ihn zu speichern." (S. 243) sind nur kleine Beispiele.

Trotz einiger Schwächen bin ich froh, das Buch gelesen zu haben, und werde immer wieder gern an Shahrzads und Chalids Geschichte zurückdenken.

(Für wen) Lohnt es sich?


Wer Band 1 gemocht hat, wird sicher auch das Ende der Dilogie wissen wollen und weiterlesen. "Rache und Rosenblüte" ist keinesfalls eine Enttäuschung, aber leider dennoch nicht so mitreißend und begeisternd wie "Zorn und Morgenröte.
Die Vorgeschichte sollte man unbedingt kennen, da man sonst der Handlung nicht folgen kann.

Insgesamt ist die Reihe perfekt für alle, die die Atmosphäre aus 1001 Nacht  und romantische, geheimnisumwobene Liebesgeschichten mögen.
 

In einem Satz:   

 

Leider vermag "Rache und Rosenblüte" nicht ganz das Niveau des ersten Bandes zu halten: In einem nach wie vor wundervollen Setting mit einer beeindruckenden Protagonistin wird der Fluch plötzlich zur Nebensache und der Plot nach kleineren Längen zum Ende hin sprunghaft und fast ein bisschen melodramatisch bis kitschig. 

 

Mein Dank geht an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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