Samstag, 30. Januar 2016

Wenn ich mich vom bloßen Abzeichnen löse...






















Ein herzliches Hallo an alle da draußen,

Heute gibt's ein paar mehr illustrative Zeichnungen von mir zu sehen und ich hoffe sehr, dass sie euch gefallen :)
Die beiden oberen sind Teil eines immerwährenden Kalenders, an dem ich schon ziemlich lange dran bin (ich glaube, es sind mindestens 3 Jahre). Liegt daran, dass ich mich an den Sprüchen zu den jeweiligen Monaten orientieren will und mir immer Ewigkeiten lang nichts Passendes einfällt :D
 

Dieses Bildchen habe ich - wie könnte es anders sein? - für Evelyn gemacht. Ich mochte das Zitat sehr ;)



Und zu guter Letzt dann noch das selbstgemachte Weihnachtsgeschenk für meinen Vater. Wusstet ihr, dass man ausgezeichnet auf Passepartout-Karton-Überresten mit Aquarell malen kann? Kann man jedenfalls :D

Joa. Das war's erstmal. Momentan bin ich wieder an einem großformatigen Acrylbild dran, das Thema bleibt aber vorerst geheim.

Wenn ihr mögt, lasst doch einen Kommentar da, das würde den Tag sehr erhellen. Ansonsten danke für's Anschauen ;)

Alles Liebe,
Miri

Dienstag, 26. Januar 2016

Selection 4 - Kiera Cass

  Rezension zu "Selection - Die Kronprinzessin"
von Kiera Cass

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
FISCHER Sauerländer (23. Juli 2015)
ISBN-13: 978-3737352246
Originaltitel: Selection - The Heir
Band 4 von 5 

Rezis zu Band 1 - Band 2 - Band 3

 

Worum geht's?


 Wer war ich denn überhaupt? Eine Hälfte eines Zwillingspaares. Die Erbin eines Thrones. Einer der mächtigsten Menschen der Welt. Das größte Ablenkungsmanöver aller Zeiten. Nie einfach nur eine Tochter. Nie einfach nur ein Mädchen. (S. 152)
America und Maxon regieren nun schon seit Jahren über ihr Königreich. Doch auch wenn das Kastensystem abgeschafft ist, gibt es immer noch Unruhen und schlechte Stimmung im Volk. Die frühere Abstufung der Menschen ist noch fest in den Köpfen verankert.
Um die Lage mit einer großen Show zu beruhigen, bitten König und Königin ihre älteste Tochter Eadlyn um einen großen Gefallen: Sie soll ein Casting starten wie das, in dem ihre Eltern einst zusammengekommen sind. Und so sieht sich die toughe Prinzessin, die bisher immer gut allein zurechtgekommen ist, plötzlich 35 Heiratskandidaten gegenüber ...

Was mich neugierig gemacht hat:


Ich muss zugeben, dass meine Begeisterung zur Selection-Reihe im Laufe der Trilogie um Maxon und America stark abgenommen hat. Der ganze Hype und die Protagonistin, die sich meiner Meinung nach nicht zum Positiven entwickelt hat, sowie das überstürzte und für mich leider unglaubwürdige Ende von Band 3 haben da ihren Teil beigetragen.
Jetzt, wo der Spieß in Band 4 aber umgedreht wird und wir es mit der nächsten Generation zu tun bekommen, wollte ich der Reihe aber noch eine Chance geben und habe gehofft, dass Eadlyn ein bisschen frischen Wind in das Ganze bringen kann.

Wie es mir gefallen hat:


Mein Entsetzen über das Ende des letzten Bandes war wahrscheinlich nicht mehr zu toppen, und somit gab es für mich mit "Selection - Die Kronprinzessin" zumindest wieder eine kleine Steigerung der Reihe ins Positive. Dem standen leider aber auch einige Aspekte im Weg, Punkte, mit denen Kiera Cass aus meiner Sicht Potenzial verschenkt hat.

Dass wir es hier mit einer neuen Protagonistin - Maxons und Americas Tochter - zu tun bekommen, ist zunächst einmal gut, weil Americas Erzählstimme in meinen Augen einfach schon ausgereizt war.
Ich war sehr gespannt, auch weil Eadlyn schon zu Beginn des Buches 18 Jahre alt ist (und damit älter als America zu Beginn der Reihe). Allerdings wirkt die Kronprinzessin im Gegensatz zu ihrer Mutter etwas künstlich und für ihr Alter doch sehr kindlich. Ich hatte den Eindruck, Kiera Cass hat sich ein paar Notizen von Eigenschaften gemacht (störrisch, etwas egoistisch und überheblich, will sich selbst beweisen, hat Angst, die Kontrolle zu verlieren) und daraus dann Eadlyn gebastelt. Hätte sie behauptet, ihre Figur wäre 13 oder 14 hätte ich ihr das auch abgenommen.

Man lernt die Prinzessin nicht aus der Erzählperspektive oder der Handlung heraus kennen, sondern bekommt von ihr selbst ständig unter die Nase gerieben, wie sie tickt - sie beschreibt mehrfach, wie schwer es ihr fällt, die Hilfe von anderen anzunehmen, die Zügel aus der Hand zu geben oder überhaupt jemanden an sich heranzulassen. Show, don't tell, sag ich hier nur. Diese Dinge hätte man sich auch alle sehr gut aus der Geschicht erschließen können, ohne sie dauernd beschrieben zu bekommen.

Das Casting erlebt man hier eher aus der Distanz, was wohl auch damit zusammenhängt, dass Eadlyn ja nicht Teilnehmerin sondern Gastgeberin ist und zusätzlich eben kaum Interesse daran hat, einen Mann zu finden. Dadurch erscheinen auch die meisten Kandidaten leider recht blass.
Positiv aufgefallen ist mir hier eigentlich nur der Teilnehmer aus dem Nachbarland Swendway, der seinen eigenen Übersetzer braucht und ein überaus guter Koch ist. Warum hat Kiera Cass nicht auch weitere Charaktere ähnlich individuell erfunden? Sie kann es doch!
Eadlyns Verhältnis zu Kyle, einem Kandidaten aus Eadlyns persönlichem Umfeld, fand ich unglaubwürdig. Erst war es, als würden sie einander wie Fremde behandeln, dann hieß es auf einmal, sie hätten sich ja immer schon gut gekannt.

Aber um mit etwas Positivem abzuschließen: Ich habe keinen Schimmer, wie Eadlyns Casting ausgehen und ob sich die Bevölkerung wieder beruhigen wird und werde allein schon deswegen auch dem nächsten und letzten Band eine Chance geben.
Am Ende gab es auch noch einen unerwarteten Schockmoment, der die sonst im Buch eher mäßig plätschernde Spannung noch einmal bündeln konnte.

(Für wen) Lohnt es sich?


Alle Fans von der Selection-Trilogie um America werden der Reihe wohl so oder so treu bleiben. Wer neu einsteigt, sollte lieber mit "Selection" (dem ersten Band mit dem blauen Cover) beginnen.
Das Buch ist wie gewohnt kurzweilig und unterhaltsam, reicht aber meiner Meinung nach nicht an den Auftakt der Serie heran. Es bietet nichts großartig Neues und spricht trotz volljähriger Protagonistin vielleicht eher die Jüngeren (ab 13/14 Jahren) an.
 

In einem Satz:


Die nächste "Selection"-Generation sorgt zwar für Unterhaltung, hat aber leider eine sehr konstruiert wirkende Protagonistin, und man hat insgesamt das Gefühl, dass aus der Grundidee langsam die Luft raus ist. 

Samstag, 23. Januar 2016

Emily

"Emily VanCamp", 29,7 x 40 cm, Polychromos auf Bristolboard, 2015 
Hallo ihr Lieben :)

Ich habe länger nichts von mir hören lassen. Das heißt aber nicht, dass ich nicht fleißig gewesen wäre :D
Diese Zeichnung von Emily VanCamp war ein Weihnachtsgeschenk für Evelyn.
Die Serien-Gucker unter euch werden sie vielleicht aus Revenge kennen.

Ich hätte ansonsten noch ein paar illustrationsmäßige Zeichnereien zu zeigen, besteht Interesse?

Ein schönes Wochenende euch und Alles Liebe,
Miriam

 

Montag, 11. Januar 2016

Ein anderes Paradies - Chelsey Philpot

Rezension zu "Ein anderes Paradies"
von Chelsey Philpot

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Carlsen (27. November 2015)
ISBN-13: 978-3551583451
Originaltitel: Even in Paradise

Worum geht's?

 

Erst im Rückblick können wir auf die Momente, die uns geformt haben, zeigen wie auf eine Stadt auf einer Landkarte - auf die Momente, in denen wir uns für ein Ja oder ein Nein entschieden und dadurch bestimmt haben, wer wir wurden. (S. 183)
Als Charlotte auf dem Mädcheninternat die beliebte Julia Buchanan kennenlernt, verändert sich ihr Leben. Ihr alter Freundeskreis kann mit dieser sprühenden Freundin nicht mithalten. Durch Julia lernt sie eine ganz andere Welt kennen - die Welt der Buchanans mit ihrem großen Anwesen, ihrem Geld, ihrem Ansehen, ihren eleganten Partys. Sie verliebt sich in Sebastian, Julias Bruder, und eigentlich in ihre ganze Familie. Unbedingt will sie Teil davon sein, dazugehören. Doch auch die Buchanans haben ihre Geheimnisse, und Charlotte muss schnell lernen, dass Glück oft nur ein Trugbild ist ...

Was mich neugierig gemacht hat:


"Ein anderes Paradies" hat mich von der Thematik her sehr angesprochen. Was macht die Reichen und Schönen einer Gesellschaft so anziehend für alle anderen? Was sind die Versprechungen, für die die High Society steht? Kann ein so schillerndes Leben echt sein? Welche Sehnsüchte treiben Menschen dazu, einen Teil ihrer selbst aufzugeben - des Ruhmes und der Anerkennung willen?
Ich habe mir von diesem Buch eine gute Geschichte zu diesem Thema versprochen und bin für Romane mit dunklen Familiengeheimnissen immer zu haben.

Wie es mir gefallen hat:


Schon die Gestaltung der deutschen Version passt meiner Meinung nach hervorragend zur Atmosphäre der Geschichte. Die Pastelltöne und das dazu passende, mitgrüne Vorsatzpapier sowie das abgebildete Mädchen spiegeln sehr gut wider, in welche Welt Charlotte im Laufe der Geschichte gerät, mit welchen Hoffnungen sie sich dort Zugang sucht und wie sie das Ganze mehr als Traum denn als Realität erlebt. Auch in der Geschichte sind es eher die leisen Töne, die im Vordergrund stehen. Es ist eine der wenigen Ausnahmen, bei denen ich das Originalcover schwächer finde als die deutsche Variante.
Dafür hätte ich aber eine direkte Übersetzung des Titels, also etwas in Richtung "Selbst im Paradies"  treffender gefunden.

Der Prolog gibt bereits zu erkennen, dass es keine leichte, glückliche Geschichte ist, die den Leser erwartet, sondern eine, in der alles, was perfekt zu sein scheint, Risse bekommt. Der wunderbare, fast poetische Schreibstil hat mir hier auf Anhieb gut gefallen und passt wunderbar zum Charakter der Ich-Erzählerin.
Auch im weiteren Verlauf des Buches bleibt diese malerische Erzählweise erhalten und trägt sehr viel zu der zum einen träumerisch-schwärmerischen, zum anderen aber auch wehmütig bis melancholischen Stimmung bei.

 Die Luft hing voller Musik, lauter Stimmen und noch etwas, das ich nicht so recht zu fassen bekam - Glück, aber ein Glück, das auf der Kippe stand; Freude, die umso bedeutungsvoller war, weil sie nur flüchtig war. Es war eine Szene, die man von weitem einfangen musste, wenn man sie malen wollte, da die Farben immer mehr verschwammen, je näher man heranging. Es war wild und wunderbar. Erschreckend und elegant. (S. 159)
Der Plot ist einzigartig komponiert - jedes Puzzleteil findet seinen Platz. Nach jedem Kapitel gibt es eine zusätzliche kurze Szene, einen Zeitungsbericht, eine Erinnerung Charlottes und ähnliches, und alles fügt sich perfekt ins Geschehen ein. Das hat mich an diesem Buch wirklich beeindruckt.
Im Vordergrund stehen mehr Atmosphäre und Aussage und weniger Spannung und Überraschungen. So schlägt auch die Hauptauflösung nicht wie eine Bombe ein, sondern ist mehr wie ein Korken, der aus der Flasche schießt. Das hat mich persönlich aber nicht gestört, da die ruhige Art der Geschichte einfach etwas Einzigartiges an sich hat.

Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen, ist das Ende das einzige, gegen das ich mich im Nachhinein noch ein wenig sträube. Das daraus resultierende Verständnis von Freundschaft finde ich schwierig und den Ausblick in Charlottes Zukunft nicht unbedingt realistisch.
Von diesem kleinen Kritikpunkt abgesehen war meine Reise ins "andere Paradies" aber ein bittersüßes und gerade dadurch intensives und großartiges Leseerlebnis.

(Für wen) Lohnt es sich?


An dieser Stelle kann ich auf jeden Fall eine Empfehlung aussprechen - für alle, die realistische, ruhige Jugendbücher mit Tiefgang mögen, in denen es nicht zum allumfassenden Happy End kommt.
Der Schreibstil ist vielleicht Geschmacksache; im Zweifel kann man vor dem Kauf ja in die Leseprobe hineinschnuppern, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Meine Alterseinschätzung wäre ca. ab 15/16 Jahren.
 

In einem Satz:


"Ein anderes Paradies" entführt den Leser mitten hinein in die Welt einer träumerischen, kunstbegabten Jugendlichen, die auf der Suche nach sich selbst erkennen muss, dass das, was man sich wünscht und was man darin sehen will, der Realität oft nicht standhalten kann - ein unglaublich gut geschriebenes und durchdachtes Buch, das zeigt, das selbst das nach außen hin perfekteste Leben seine Schattenseiten hat.

 


Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an

 

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