Mittwoch, 17. August 2016

Gläsernes Schwert - Victoria Aveyard

Rezension zu "Gläsernes Schwert"
(Die Farben des Blutes, Band 2) von Victoria Aveyard


Hardcover, 576 Seiten
Carlsen (1. Juli 2016)
ISBN-13: 978-3551583277
Originaltitel: Glass Sword
Band 2, Serie: Die Farben des Blutes

Worum geht's?


Ich kenne so ein Leben allzu gut. Aber ich habe diesen Pfad verlassen. Ich bin keine Diebin mehr. Ich bin die Blitzwerferin und habe mehr Ideale, als ich zählen kann. Unabhängigkeit, Rache, Freiheit, alles, was die Funken in mir nährt, und die Entschlossenheit, die mich antreibt.
(S. 247)

Mare hat viel verloren. Von Maven verfolgt, arbeitet sie nun mit der Scharlachroten Garde zusammen. Doch für die Rebellen stellt sie mehr eine mächtige Waffe dar als eine echte Verbündete.
Während sie gegen ihre schlimmsten Erinnerungen und die Einsamkeit kämpft, verfolgt sie ihren eigenen Plan: Die anderen Roten finden, die, wie sie, besondere Fähigkeit haben, und sie für den Kampf gegen Mavens Schreckensherrschaft gewinnen.
Kann sie gegen ihre Gegner bestehen, ohne sich dabei selbst zu verlieren?

Was mich neugierig gemacht hat:


Der erste Band hat mich letztes Jahr sehr begeistern können, und ich habe der Fortsetzung gespannt entgegengefiebert. Victoria Aveyard schreibt einfach unglaublich gut, auch wenn ich mich mit mancher ihrer Figuren wohl nie anfreunden werde.

Wie es mir gefallen hat:


Ich hatte keine genaue Vorstellung davon, wie die Handlung wohl fortgesetzt werden würde, aber die Art, für die die Autorin sich entschieden hat, hat mich sehr überrascht. Band 2 ist im Gesamtbild einfach ganz anders als der Vorgänger - viel düsterer, kriegerischer und strategischer.
Das royale Silbernen-Umfeld, das wir aus dem ersten Band kennen, spielt hier kaum noch eine Rolle.

Es geht nahtlos dort weiter, wo wir Cal und Mare nach dem Kampf in der Todesarena verlassen haben. Einige Details hatte ich nicht mehr so gut im Kopf. An der einen oder anderen Stelle hätte mich da ein Satz zur Erinnerungsauffrischung gefreut.
Die anfänglichen Szenen waren gut beschrieben, mir persönlich aber schon fast zu ausführlich. Das gilt auch für spätere Passagen im Buch. Man erfährt hier viel mehr über die Hintergrundwelt und die verschiedenen Städte und Regionen. Das ist alles sehr durchdacht und gut angelegt, sorgt aber auch für einige Längen in dem doch sehr umfangreichen Buch.

Der beste Aspekt an diesem Band war für mich die Suche nach den sogenannten Neublütern. Hier kamen ein paar spannende Charaktere und Talente hinzu.
Daneben lag der Fokus aber zu sehr auf Mares Innensicht - in einem ewigen Gedankenkarussell versucht sie zu verarbeiten, was sie erleiden musste. Ihre Einstellung wird immer negativer und sie definiert sich nur noch über ihre Fähigkeit (die sie dann aber manchmal plötzlich auch wieder als abstoßende Mutation sieht). Es geht immer nur um sie und ihre Probleme, und sie stößt mit ihrem unmöglichen Verhalten alle anderen von sich. Von den vielen Morden, die sie begangen hat und begeht, wird sie zwar noch verfolgt, bereut aber nichts und sieht sich als wervoller an als ihre Opfer.
Ihr eigentlicher Plan, wenn sie die Neublüter versammelt hat, hat sich mir bis zum Ende nicht wirklich erschlossen.

Insgesamt hatte ich beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl, darauf zu warten, dass es endlich "losgeht". Zu viele Szenen gingen glatt, sodass man auch nicht mehr wirklich um die Charaktere gefürchtet hat.
Das Ende hat mich dann aber noch einmal an die Seiten fesseln können und mich schließlich auf jeden Fall so zurückgelassen, dass ich unbedingt wissen will, wie Victoria Aveyard die Geschichte weiterführen wird.

(Für wen) Lohnt es sich?


Es lohnt sich für alle Fans der Reihe, die wissen wollen, wie es weitergeht - man sollte sich allerdings darauf einstellen, dass Band 2 andere Schwerpunkte setzt und eine ganz andere Atmospähre mitbringt als der Auftakt der Serie.
 

In einem Satz:


"Gläsernes Schwert" ist eine beeindruckend durchdachte Fortsetzung, die aber eine andere Richtung einschlägt als Band 1 und einige Längen sowie eine manchmal etwas zermürbende Entwicklung der Hauptfigur aufweist.


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