Montag, 2. Mai 2016

Schneeflüstern - Marlena Anders

Buchvorstellung:
"Schneeflüstern - Versuche zu lieben mit einem Herzen aus Eis" von Marlena Anders

© Forever Ullstein
eBook, 340 Seiten
ISBN-13 9783958180772
Verlag: Forever (12. Februar 2016)

Worum geht's?


Skye hat Glück im Unglück gehabt. Als sie im kalten Eis gefunden wurde, ohne Erinnerung an ihr bisheriges Leben, wurde sie im Schloss von Nelefe aufgenommen. Im Sturm hat sie das Herz von Prinz Zahr, der nach dem Tod seines Vaters nun den Thron bestiegen hat, erobert.
Durch ihre einzigartige Gabe, ihren Körper in Schneeflocken auflösen zu können, ist sie die perfekte Spionin. Doch bei einem von Zahrs Aufträgen begegnet sie jemandem, der alles auf den Kopf stellt. Die Frage ihrer Herkunft schiebt sich wieder in den Vordergrund, während sich eine Verschwörung gegen den König von Nelefe anbahnt. Plötzlich steht Skye vor der Wahl: Darf sie Zahr verraten, um sein Leben zu schützen?

Was mich neugierig gemacht hat:


Romantasy-Geschichten mit märchenhaftem Touch haben es eigentlich immer ziemlich leicht, mich neugierig zu machen. Ich war gespannt auf die Hintergrundwelt und darauf, wie das Dilemma, das bereits im Klappentext angedeutet wird, gelöst werden würde.
Als es das eBook dann zum Einführungspreis gab, habe ich gleich zugeschlagen. Außerdem war unser Blog auch bei der Tour zum Buch dabei. Wenn ihr Lust habt, ein bisschen mehr über Skyes Dilemma zu erfahren, könnt ihr meinen Beitrag dazu hier nachlesen.

Wie es mir gefallen hat:


Eigentlich wollte ich diese Rezi ja wenigstens noch im April schaffen, da es da zumindest ab und zu noch schneien kann, aber ich denke, dass die Geschichte trotz der eisigen Kulisse auch in andere Jahreszeiten passt :)

"Schneeflüstern" ist ein Buch, das mich - und das ist nicht unbedingt negativ gemeint - verwirrt hat.
Es gab einige Dinge, die mich beim Lesen total gestört haben, aber gleichzeitig hat die Geschichte einen richtigen Sog auf mich ausgeübt, sodass ich gespannt drangeblieben bin.

Eine fantastische Welt voller Geheimnisse

Besonders gut gefallen hat mir der Einstieg in die magische Welt, die Marlena Anders entworfen hat. Die Königreiche, der atmosphärische Lichtersee und die Weahen als ganz eigene Fantasy-Wesen sind sehr liebevoll und detailliert gestaltet. Neben dieser schillernden Kulisse an sich mag ich es auch immer sehr, wenn die Protagonisten sich im meist ja sehr intrigenreichen Umfeld der höheren Schicht befinden.

Was die Geschichte unvorhersehbar und geheimnisvoll macht, sind die undurchsichtigen Motive der Figuren. Man kann sich nie sicher sein, welche wahre Identität sich hinter den Gesichtern verbirgt und wird von der einen oder anderen Wendung sehr überrascht.

Etwas anderes, als der Klappentext verheißt

Der Klappentext wird der Geschichte nicht wirklich gerecht - das hat der Verlag wohl ein bisschen vermurkst. Man erwartet, dass Skye in Gefangenschaft gerät und Zahrs Leben aus der Ferne schützen muss, in Wahrheit aber ist sie die ganze Zeit über frei (zumindest physisch) und befindet sich bei ihm im Schloss. Das finde ich persönlich sogar spannender, hatte aber erst etwas ganz anderes erwartet.

Ein paar kleine Minuspunkte 

Ein bisschen schwer getan habe ich mich mit Skye als Person, die doch sehr unnahbar ist mit ihrer schnippischen Art. Manchmal konnte ich ihre Denkweise nur schwer nachvollziehen (z.B. denke ich nicht, dass man aus Stolz keine Hilfe suchen sollte, wenn ein Leben auf dem Spiel steht).

Ich würde sagen, dass die Dialoge nicht ganz so gut gelungen sind wie der Rest. Sie wirken an einigen Stellen ein bisschen überflüssig und verstärken besonders im Mittelteil den Eindruck, dass die Dinge sich ein wenig im Kreis drehen. Skye befindet sich im Schloss, man erlebt Abendessen um Abendessen und ein Gespräch mit Prinz Najur, dem fremden Besucher, nach dem anderen, gewinnt aber keine neuen Erkenntnisse. Auch Formulierungen wiederholen sich häufiger wie z.B. "Ist das so?" - diese ironische Frage wird immer wieder gestellt.

Die Szenen enden oft sehr abrupt, sodass die Handlung manchmal etwas sprunghaft erscheint. Gespräche, die in der übersprungenen, nicht erzählten Zeit geführt wurden, werden dann nachgelagert wiedergegeben, was mich immer ein bisschen hat stolpern lassen - hier hätte es mir besser gefallen, wenn ihr Inhalt kurz zusammengefasst worden wäre oder das Gespräch dann tatsächlich "live" stattgefunden hätte.

Leider gab es auffällig viele Tippfehler, manchmal verdrehte Sätze u.ä. Das finde ich schade - da hätte beim Lektorat bzw. Korrektorat konzentrierter gearbeitet werden müssen.

Das Ende kam ohne Frage mit einem großen Knall, ist aber sehr offen gehalten. Einige Antworten, mit denen man fest gerechnet hat, bleiben aus, sodass man ein wenig ratlos zurückbleibt.

(Für wen) Lohnt es sich?


Die Geschichte lohnt sich, auch wenn es in der Umsetzung ein paar Schwächen gibt. Ich denke, dass es schon fast ein All-Age-Buch ist, vielleicht aber besonders Jugendlichen ab ca. 15 und jungen Erwachsenen gefällt.
 

In einem Satz:

 

Trotz einiger handwerklicher Kritikpunkte und einer etwas schwierigen Protagonistin bezaubert "Schneeflüstern" mit vielen neuen Ideen und bringt immer wieder überraschende Wendungen mit sich, sodass man bis zum Ende neugierig bleibt.

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