Samstag, 8. November 2014

Marmorkuss - Jennifer Benkau

Rezension zu "Marmorkuss" von Jennifer Benkau

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: script5; Auflage: 1 (14. Oktober 2014)
ISBN-13: 978-3839001660

Inhalt


Als Jarno in einer alten, verlassenen Villa auf die Marmorstatue eines bildhübschen Mädchens stößt, fühlt er sich auf unerklärliche Weise von ihr angezogen. Ihre Gegenwart fühlt sich so lebendig an. 
Womit er nicht gerechnet hätte: dass sie tatsächlich zum Leben erwacht, wenn er sie küsst. Oder dass sie zwei Weltkriege sowie sämtliche Erfindungen des letzten Jahrhunderts verpasst hat.
Während die beiden versuchen, der Wahrheit auf die Spur und einander dabei behutsam näher zu kommen, droht ihnen große Gefahr - denn Jarno ist unversehens in kriminelle Machenschaften verwickelt worden. Und sein Dornröschen hat eine mächtige Feindin auf ihren Fersen... 

Meine Meinung


Von Jennifer Benkau habe ich bereits "Dark Canopy" und "Dark Destiny" gelesen. "Himmelsfern" wartet auch noch in meinem Regal auf mich.
Das ich "Marmorkuss" lesen muss, stand sofort fest, als ich zum ersten Mal davon hörte.
Zum einen schreibt Jenny einfach unvergleichlich gut, zum anderen kann ich zu Märchenadaptionen sowieso selten nein sagen.

Die Geschichte ist wunderbar außergewöhnlich konzipiert. 
Sie besteht aus vier Teilen, die jeweils durch entscheidende Wendepunkte verknüpft sind. 
Besonders gut gefallen hat mir der Perspektivwechsel in Teil 1. Hier springt die Erzählung zwischen Vergangenheit und Gegenwart und dementsprechend den beiden Hauptfiguren hin und her. Der Wechsel wird fließend, indem der jeweils letzte Satz des einen im nächsten Abschnitt vom anderen fortgesetzt wird - eine wirklich geniale Idee!

"Marmorkuss" bietet alles, was eine spannend romantische Fantasygeschichte, deren Schauplatz unsere Welt ist, so braucht. 
Jennifer Benkau erschafft Charaktere mit Herz und Hirn, Träumen und Sorgen, Ecken und Kanten.
Anfangs habe ich mich gefragt, wie sie es wohl schaffen will, Klara glaubwürdig rüberzubringen, ohne zu viel Zeit damit zuzubringen, sie sich in der neuen Welt zurechtfinden zu lassen - doch das hat sie grandios gemeistert. An einigen wenigen Stellen hat sich mir Klara allerdings ein kleines bisschen zu schnell eingewöhnt, gerade was die "moderne" Sprache angeht, die Jarno draufhat.

Der Plot ist gut durchdacht, oft überraschend und tendiert nie zur leichtesten Lösung.  
Lediglich am Ende hat sich in meinem Kopf durch den Epilog alles ein wenig überschlagen; da hätte ich mir vielleicht noch minimal mehr Informationen über die neue Situation bzw. den Weg dahin gewünscht.

 

Fazit 


Mit "Marmorkuss" hat Jennifer Benkau eine kurzweilige und bittersüße neue Version von Dornröschen zu Papier gebracht.
Ihr wie gewohnt schöner Stil und die Tiefe der Figuren sorgen für ein wunderbares Leseerlebnis.

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