Donnerstag, 17. Juli 2014

Sapphique - Catherine Fisher

Rezension zu "Sapphique - Fliehen heißt leben"
von Catherine Fisher

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (29. April 2014)
ISBN-13: 978-3-7645-3081-5
Band 2 von 2 


Inhalt


 "(...) Du atmest Incarceron, du isst und träumst und trägst Incarceron auf deiner Haut. Incarceron ist die Verachtung in jedem Auge hier, das Wort in jedem Mund. Du kannst nirgendwohin, um dem Gefängnis zu entkommen."
(S. 372)
Finn ist aus Incarceron entkommen und den Menschen als zurückgekehrter Prinz gegenübergetreten. Doch die neu gewonnene Freiheit hat ihre Schattenseiten.
Die Scheinwirklichkeit des Protokolls, das Veränderungen und Fortschritt untersagt, macht ihm zu schaffen, genau wie die Zweifel an seiner Identität und die nicht enden wollenden Anfälle. Das Schlimmste jedoch ist, dass er seine Freunde Keiro und Attia im Gefängnis zurücklassen musste.

Während Claudia und Finn ihren Feldzug gegen die Königin bestreiten müssen, sind die beiden innerhalb Incarcerons auf der Suche nach Sappiques Handschuh, der ihnen die Flucht ermöglichen soll.
Bald müssen sie erkennen, dass neben den Machenschaften der Königin etwas anderes im Begriff ist, noch viel gefährlicher zu werden: Das Gefängnis selbst will ins Außerhalb gelangen - so wie einst Sappique - koste es, was es wolle.

Meine Meinung

   
Mit "Sapphique - Fliehen heißt leben" geht die Incarceron-Dilogie ins Finale. 
Mich hat es gefreut zu hören, dass die Autorin nicht auf den Trilogien-Zug aufgesprungen ist, sondern ihre Geschichte kompakt in nur zwei Bände gepackt hat. Es gibt keine Längen, keine unnötigen Verzögerungen, kein leeres Drumherum. Und deswegen hat dieser Abschluss es in sich.

Nachdem es schon in Band 1 einen personalen Erzählerwechsel gab, wird das auch hier fortgeführt, nun aber nicht mehr nur auf Finn und Claudia beschränkt, sondern auch z.B. auf Attia oder Jared ausgeweitet.
Nach wie vor gefällt es mir sehr gut, wie der Leser so zwischen den Situationen und Schauplätzen springt, wodurch Spannung und Abwechslung vorprogrammiert ist.

Faszinierend finde ich, wie Catherine Fisher auch hier wieder Sinnbildliches und Philosophisches in ihre Geschichte mit einwebt. Ein Gefängnis, das aus sich selbst heraus fliehen will und eine Scheinwelt, in der alles nur dem Äußeren nach harmonisch ist, liefern eine Menge Stoff zum Nachdenken.

Von der Ideenvielfalt der Autorin habe ich schon in meiner Rezension zum ersten Band geschwärmt und muss es auch hier noch einmal erwähnen: Es ist einfach unglaublich, wie fantasievoll und vielfältig die Welt ist, die sie entwirft. Sowohl das Innere des Gefängnisses als auch das Königreich außerhalb werden in hunderten von Facetten sehr lebendig.

Das Einzige, was ich ein wenig bemängeln könnte, ist, dass mir die Charaktere teilweise ein wenig zu undurchsichtig waren und es mir an vielen Stellen schwer gefallen ist zu erfassen, was in ihnen vorgeht - gerade was ihre Beziehungen zueinander betrifft. Bis zum Ende ist mir nicht klar geworden, wie z.B. Claudia und Finn zueinander stehen bzw. voneinander halten.

Von dem einen Kritikpunkt abgesehen, konnte "Sapphique" mich aber auf jeden Fall überzeugen und bildet ein stimmiges und in sich geschlossenes Ende einer fantastisch dystopischen Geschichte.


Fazit  

  
"Sapphique - Fliehen heißt leben" ist eine perfekte Mischung aus Fantasy und Dystopie mit vielen originellen Ideen und Gedanken.
Nur die Gefühle der Charaktere bleiben meiner Meinung nach manchmal etwas blass, wodurch ich das Minus hinter die 1 setze. Ansonsten gibt es jedoch nichts, was ich kritisieren könnte.
Catherine Fisher entführt uns aufs Neue in eine atemberaubende Welt und liefert ein wunderbares Ende der Dilogie ab.


Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an:

http://bloggdeinbuch.de/

http://www.randomhouse.de/penhaligon/
        

Kommentare:

  1. Grüß Dich, Evelyn.
    Hier läßt sich das Buch wohl sehr nach seinem Äußeren bewerten; anmerkenswerte Cover-Art, die vom Rätselhaften kündet.

    Zudem eine Autorin, die der Versuchung widersteht ihre Geschichte zu dehnen, strecken, letztendluch aufzublähen.

    Freut mich zu lesen.

    bonté

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