Montag, 30. September 2013

Der Kuss des Tigers - Colleen Houck

Rezension zu "Kuss des Tigers - Eine unsterbliche Liebe"  

von Colleen Houck


Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (23. Januar 2012)
ISBN-13: 978-3453267732
Originaltitel: Tiger's Curse
Band 1

Inhalt


Er hob den Arm, hätte beinahe meine Wange berührt, doch dann hielt er inne und zog die Hand zurück. „Ich trage die Tigermaske schon seit zu vielen Jahren. Das hat mir meine Menschlichkeit geraubt.“
Ich nickte, während er meine Hände drückte und flüsterte: „Kells, ich will nicht länger er sein. Ich will ich sein. Ich will ein Leben haben.“
Ich weiß“, sagte ich leise.“ (S. 338)

Die 18-jährige Kelsey ist, seitdem sie ihre Eltern verloren hat, ängstlich, wenn es darum geht, sich näher an andere Menschen zu binden. Da kommt ihr der Job im Zirkus gerade recht, wo sie aushelfen und sich um die Hunde sowie die Attraktion jeder Aufführung - den weißen Tiger - kümmern soll. Doch bald schon findet sie heraus, dass Ren kein gewöhnliches Tier ist. Einst war er ein Prinz, nun mit einem Bann belegt, der ihn daran hindert, mehr als vierundzwanzig Minuten in vierundzwanzig Stunden menschliche Gestalt anzunehmen. Und Kelsey scheint die Auserwählte zu sein, die ihn befreien soll.

Meine Meinung


Es hat eine Weile gedauert, bis dieses Buch seinen Weg in mein Regal gefunden hat, da ich von Titel - und insbesondere Untertitel - eher abgeschreckt war. „Eine unsterbliche Liebe“ - das klingt nach einer x-beliebigen, austauschbaren Story, da es nicht gerade selten gewählt wird. Dann aber ist mir sehr viel Positives über „Kuss des Tigers“ zu Ohren gekommen und als ich dann las, es sei wie ein Märchen aus 1001 Nacht, kam ich einfach nicht mehr drum herum.

Was das Buch zu etwas Besonderem macht, ist natürlich vor allem die farbenprächtige, exotische Kulisse Indiens. Man hat das Gefühl, dass die Autorin sich sehr gut mit den entsprechenden Bräuchen, Gerichten und Landschaften auskennt und kann sich die Schauplätze lebhaft vorstellen.
Mit den religiös-mythischen Elementen konnte ich leider nicht so viel anfangen, aber wenn ich sie als Fantasy-Zutaten betrachte, kann ich damit leben.

Es sind nur Kleinigkeiten, die ich an „Der Kuss des Tigers“ bemängeln kann. Dazu gehört zum einen, dass es mir an vielen Stellen zu detailliert geschrieben war (immer wieder gab es Szenen, in denen nur und sehr ausführlich gegessen wurde und auch Kelseys Kleidung wurde bis zur Farbe ihres Haargummis immer exakt beschrieben), zum anderen, dass die Handlung auf mich ein wenig zu konstruiert wirkte. Zuerst enstand jedes Mal ein grober Plan, was als Nächstes geschehen sollte (z.B: „zuerst besuchen wir Ort A, dann erledigen wir das und jenes bei Ort B und treffen dann xy bei Ort C) und dann wurden die Stationen der Reihe nach abgehakt.

Ansonsten muss ich aber sagen, dass es sich um ein tolles Buch handelt und ich froh bin, die Fortsetzung („Pfad des Tigers“) bereits gekauft zu haben.
Ich hatte beispielsweise erwartet, dass die Liebesgeschichte sich sehr vorhersehbar abspielen würde, nach dem Motto: trauriges Mädchen findet Liebe ihres Lebens, bekommt Komplexe, weil er ja so unglaublich gut aussieht und sie sich wie Aschenputtel vorkommt, wird jedoch durch seine bedingunglose Liebe davon überzeugt, dass sie die Ewigkeit zusammen verbringen können. Stattdessen schwenkte das Ganze um, als Kelsey und Ren nach Kishkinda reisten und wurde streckenweise zu einem echten Katz-und-Maus-Spiel.
Kelsey wird nicht zum Naivchen, sondern zeigt Charakter und das rechne ich ihr als Buchcharakter hoch an. 

Fazit 


Dieses Buch bietet weit mehr als eine beliebige Romantasy-Schnulze, auch wenn sich das nicht unbedingt auf den ersten Blick (vor allem auf den Untertitel) erahnen lässt.
Auch wenn der Einstieg mich eher mäßig überzeugt hat, konnte mich das Ende so begeistern, dass der Gesamteindruck absolut positiv ausfällt und ich mich sehr auf das Wiedersehen mit Kelsey und Ren in Band 2 freue.

 

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