Mittwoch, 18. September 2013

Die Auslese - Joelle Charbonneau

 Rezension zu "Die Auslese - Nur die Besten überleben" 

von Joelle Charbonneau



Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (26. August 2013)
ISBN-13: 978-3764531171
Originaltitel: The Testing
Band 1

Inhalt


Malencia, kurz Cia, wünscht sich nichts sehnlicher, als für die Auslese ausgewählt zu werden, ein Auswahlverfahren, in dem sich entscheidet, wer die heiß begehrten Universitätsplätze bekommt - denn nur die Besten dürfen Führungpositionen übernehmen. Dann wird ihr Traum wahr. Doch schnell muss Cia lernen, dass es nicht immer gut ist, wenn Wünsche in Erfüllung gehen. Denn in dieser Prüfung geht es ums nackte Überleben...


Meine Meinung


"Die Auslese" wollte ich vor allem deswegen lesen, weil mich das Cover sofort angesprochen hat und ich bei einer Dystopie ohnehin so schnell nicht nein sage. Doch meine Erwartungen waren in diesem Fall wohl zu hoch, denn jetzt nach dem Lesen muss ich doch sagen, dass ich ein wenig enttäuscht bin.

Die Geschichte an sich ist bis auf kleine Logikfehler sehr stringent, flüssig geschrieben und hat einen guten Spannungsaufbau. Bis dahin wäre ja noch alles schön und gut, aber für mich haben sich zwei Probleme ergeben:

Problem 1: die mangelnde Originalität.
Viele Ideen, viele Szenen in ihrer Umsetzung, die Hintergründe kamen mir einfach zu bekannt und dadurch unspektakulär vor. Ich weiß, dass es nicht immer ein gutes Argument ist, sich darüber zu beschweren, dass eine Dystopie den "Tributen von Panem" zu sehr ähnelt, weil man diese ja schon quasi als Vorbild aller (Jugend-)Dystopien auf dem Markt bezeichnen könnte. Dennoch waren mir die Parallelen hier zu stark ausgeprägt.

Eine böse Regierung, der nichts am Leben einzelner Individuen der Gesellschaft liegt und eine Heldin, die dagegen steuert, reichen nicht aus, um eine eigenständige Geschichte auf die Beine zu stellen. Das wäre höchstens denkbar, wenn die Charaktere überzeugen könnten. Was mich zu Problem 2 bringt.

Problem 2: die seichten Charaktere.
Außer Cia, die dem Leser durch die Ich-Perspektive am nächsten kommt, aber dennoch recht facettenlos bleibt und oft bis auf ihre Naivität nahezu fehlerlos wirkt, sind alle Figuren eher flach gestaltet. Während des Lesens ist mir niemand wirklich ans Herz gewachsen und auch die Liebesgeschichte war in meinen Augen viel zu oberflächlich und unglaubwürdig.
Natürlich kann man auch für Fremde Mitgefühl empfinden, aber wenn ich ein Buch lese, wünsche ich mir doch, dass das Schicksal der Charaktere mich aufwühlt und mitfiebern lässt, was hier leider für mich nicht oder kaum der Fall war.

Fazit


Ich würde nicht behaupten, dass "Die Auslese" ein schlechtes Buch ist, aber bei mir ist der Funke absolut nicht übergesprungen und ich bin auch nicht wirklich gespannt, wie es weitergeht (denn natürlich soll dieser Band nur der Auftakt der ganzen Geschichte sein).
Für Einsteiger in das Genre oder jüngere Leser (allerdings nicht zu jung, da es ab und an doch auch recht brutal zugeht) könnte es vielleicht etwas sein, aber ich bin eher mäßig beeindruckt.

 

1 Kommentar:

  1. Grüß Dich, Evelyn.
    Ich erwähnte im Kommentar eines anderen Blogs, die Ähnlichkeit Cias mit einer Videospiel-Figur. Keine Entwiklung im Charakter. Für einen Roman eher ein Manko.
    Du hast Recht. Wenn man/frau sich an einer reichlich bekannten Story-Struktur versucht, sollte die eine bis andere Besonderheit schon aufblitzen.

    Dir einen erlesenen Sonntag.

    bonté

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