Samstag, 2. März 2013

Wie ein Flügelschlag - Jutta Wilke

 Rezension zu "Wie ein Flügelschlag" von Jutta Wilke

 ISBN 9783649605669, Fester Einband, 282 Seiten, 
Kinder- & Jugendbuch, Erscheinungsdatum: 20.01.2012 bei Coppenrath

Inhalt

Als kleines Kind siehst du die Welt, wie sie ist. Und es ist egal, ob dir gefällt, was du siehst, oder ob es dir nicht gefällt. Es ist die Welt, die du kennst, und du stellst sie nicht infrage. Erst als ich älter wurde, begriff ich, dass meine Welt nur eine von vielen möglichen war. Und dass meine Mutter alles tat, um mir die anderen Welten vorzuenthalten. Sie wollte nicht, dass ich unter dem Seil durchtauchte und nach anderen Welten suchte. (S. 81)
Für die sechzehnjährige Jana ist es das Schwimmen, das dem Fliegen am Nächsten kommt. Nur im Wasser fühlt sie sich frei, nur dort kann sie atmen.
Ein Stipendium für ein renommiertes Sportinternat soll ihr Sprungbrett in ein neues Leben sein. Ein Leben fern von der grauen Welt ihrer Kindheit und ihrer klammernden Mutter. Ein Leben, in dem vor allem das zählt, was Jana am liebsten tut.
Doch von Anfang an wird Jana zur Außenseiterin gemacht. Außer Melanie, der Tochter eines erfolgreichen Arztes, will niemand ernsthaft etwas mit ihr zu tun haben. Doch hinter der Fassade scheint auch ihr Leben nicht so zu sein, wie sie es die anderen glauben lässt.
Dann wird Melanie tot im Hallenbad aufgefunden. Angeblich ist sie an einem Herzversagen gestorben. Jana ahnt, dass mehr dahinter steckt. Und sie ist niemand, der die Dinge einfach ruhen lässt und aufgibt...

Meine Meinung

Mit Seinen 282 Seiten vergeht das Buch wie im Flug und ich muss sagen, dass bei mir ein sehr positiver Eindruck entstanden ist.
Von Handlung und Spannungsaufbau her erinnert "Wie ein Flügelschlag" sehr an die Arena-Thriller. Es gibt realistische Konflikte, viele Geheimnisse und Verstrickungen und ein überraschendes Ende. Es ist ein Buch, bei dem man gut miträtseln kann es kaum aus der Hand legen kann.

Die Protagonistin, die auch als Ich-Erzählerin fungiert, ist sehr authentisch dargestellt. Der Beweis: Obwohl ich mit Sport nicht viel am Hut habe und schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr geschwommen bin, konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen und habe gespürt, wie viel es ihr bedeutet und welche Gefühle sie damit verbindet.

Der Wahrheit über Melanies Tod bin ich bis zum Ende nicht auf die Schliche gekommen und wurde von der Auflösung überrascht. Vorhersehbarkeit kann man dem Buch auf jeden Fall nicht vorwerfen.

Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen - besonders ähnliche Passagen wie die, die ich oben als Zitat ausgesucht habe, finde ich immer sehr gelungen. Die Schmetterlings- und Vogelsymbolik in Bezug auf Freiheit, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, fand ich sehr passend und schön umgesetzt. Auch die Schmetterlinge, die mich zu Beginn jedes Kapitels begrüßten, sind einfach hübsch.

Bis hierher klingt ja alles nach fünf Sternen. Daher werde ich wohl erklären müssen, warum ich dennoch einen abziehe.

Das liegt zum einen daran, dass ich ein paar kleine Informationen vermisst habe - SPOILER(markieren):(z.B. wie Steven zu Melanie stand oder ob Tom in Jana verliebt war)-, zum anderen an der Liebesgeschichte, die mir doch etwas zu glatt verlief. Ohne zu viel verraten zu wollen, hat es mich doch ein wenig verwirrt, dass Jana keine echte Trauer zeigt und stattdessen in romantischen Gefühlen schwelgt (auch wenn sie immer wieder betont, dass es aussichtslos ist). Jedenfalls habe ich das so empfunden.
SPOILER(markieren): Auch dass Mika so kurz nach dem Tod seiner Schwester eine Beziehung mit ihr eingehen will, obwohl er sie zunächst sogar dafür verantwortlich macht, fand ich merkwürdig.
Die beiden Kritikpunkte fallen insgesamt jedoch nicht so sehr ins Gewicht, da nichts von beiden wirklich im Vordergrund steht. Für den fünften Stern hätte ich mir allerdings dementsprechend noch das Tüpfelchen auf dem i gewünscht.

Fazit

Wer Jugendkrimis mag, für den lohnt sich das Buch definitiv. Es mangelt ihm weder an Spannung noch an Einfühlsamkeit und interessanten Charakteren.
Auch wenn ich es wohl kein zweites Mal lesen werde, hat es mir doch sehr gut gefallen und ich kann es weiterempfehlen!

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