Dienstag, 5. Februar 2013

Ich werde immer da sein, wo du auch bist - Nina LaCour

 Rezension zu "Ich werde immer da sein, wo du auch bist" von Nina LaCour

ISBN 9783596854134, Fester Einband, 318 Seiten, 
Kinder- & Jugendbuch, Erscheinungsdatum: 08.03.2011 bei Fischer Taschenbuch 

Inhalt

"Es gibt ein paar Dinge, die du wissen solltest", sagt Mom. 
Ich höre die vorbeifahrenden Autos, von weit unten die Wellen und das Knistern des Brotpapiers. Trotzdem dringen einige Worte durch: klinisch depressiv; Medikamente; seit ihrem neunten Lebensjahr.
Das Meer ist tief unter uns, aber die Wellen wummern so laut, als wären sie ganz nah und könnten uns ertränken. 
"Caitlin?", fragt Dad.  
Mom berührt mein Knie. "Süße? Hörst du zu?" (S.13)
Nachdem sich ihre beste Freundin Ingrid das Leben genommen hat, findet Caitlin sich in den Trümmern ihres alten Lebens wieder. Die Frage nach dem Warum und die Unfähigkeit, ohne Ingrid weiterzumachen lasten ebenso auf ihr wie Verzweiflung und nagende Schuldgefühle.
Dann entdeckt sie das Tagebuch, das Ingrid unter ihr Bett gelegt hat. Stück für Stück erhält sie dadurch Einblicke in Ingrids Gedankenwelt, erfährt Schockierendes und Niederschmetterndes. Dennoch erkennt sie mit der Zeit, dass es sich trotz allem lohnen kann, neu anzufangen...

Meine Meinung

"Ich werde immer da sein, wo du auch bist" ist eines dieser Bücher, die ihre Botschaft nicht in Worte fassen, sondern in denen sie zwischen den Zeilen mitschwingt. Als Leser bleibt man nach dem Umschlagen der letzten Seite mit einem bestimmten Gefühl zurück - man hat verstanden, was das Buch vermitteln will, spürt es aber vielmehr, als dass man es beim Namen nennen könnte.
Die Geschichte wird in vielen kurzen Kapiteln erzählt, die jeweils aus Caitlins Erlebnissen, Ingrids Tagebucheinträgen, Rückblenden, Gedankenfetzen oder Momentaufnahmen bestehen.
Die Jahreszeiten sind durch illustrierte Deckblätter von einander abgetrennt. So begleitet man Caitlin ein Jahr lang auf ihrem Weg zurück ins Leben.
Ihre Zerrissenheit, ihre Ängste, ihre Zweifel - all das wird überzeugend zum Ausdruck gebracht. Man wird Zeuge ihrer ersten neuen Annäherungsversuche an Menschen in ihrer Umgebung und durchleidet erneute Rückschläge mit ihr. Immerzu hofft man, dass es ihr gelingt, sich endlich wieder zu öffnen - gegenüber ihren Eltern, gegenüber der Liebe, gegenüber dem Leben.
Als Protagonistin steht Caitlin eindeutig im Mittelpunkt des Geschehens. Ihre Ich-Perspektive entführt mitten in ihre widerstreitenden Gefühle hinein. Alle anderen Charaktere werden subjektiv von ihr wahrgenommen und dargestellt.
Ingrid ist mir ein Rätsel geblieben. Zwar wird immer wieder darauf angespielt, dass sie klinisch depressiv gewesen ist und auch ihre Tagebucheinträge weisen darauf hin; dennoch ist es mir schwer gefallen nachzuvollziehen, wie sie dies vor Caitlin geheim halten konnte.
Die typischen Highschool-Elemente und die eher oberflächliche Liebesgeschichte zählen für mich eher zu den Schwächen des Buches.

Fazit

Insgesamt hat es mir zwar gut gefallen, mich aber nicht so tief berührt, wie ich erwartet hatte. Zum einmaligen Lesen zu empfehlen, aber ein absolutes Highlight ist es für mich nicht. Eine Geschichte über das Loslassen und über die Hoffnung, die zwar einfühlsam erzählt ist, allerdings das ein oder andere Jugendbuchklischee bedient.

 

1 Kommentar:

  1. Da bin ich gleich mal auf Gegenbesuch da :)
    Und bin auch gleich mal Leserin geworden!
    Würde mich freuen, wenn ich dich auch als dauerhafte Leserin auf meinem Blog begrüßen dürfte.
    Ich tausche das Buch gern mit dir - Ich überleg mir nur mal in Ruhe gegen welches!
    Momentan bin ich ein wenig im Klausurstress, da ich am Dienstag meine letzte Prüfung habe :(
    Aber ich reservier es dir solang und meld mich wieder, ok?
    Liebste Grüße,
    Jasmin

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